Jaure
Jaure (Aussprache [ʒɔʁ], okzitanisch Jaure) ist eine französische Gemeinde mit 178 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Einwohner werden Jaurands und Jaurandes genannt.
| Jaure | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Saint-Astier | |
| Gemeindeverband | Isle Vern Salembre en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 3′ N, 0° 33′ O | |
| Höhe | 93–221 m | |
| Fläche | 7,54 km² | |
| Einwohner | 178 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 24 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24140 | |
| INSEE-Code | 24213 | |
| Website | www.jaure.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Jaure (Aussprache [ʒɔʁ], okzitanisch Jaure) ist eine französische Gemeinde mit 178 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Einwohner werden Jaurands und Jaurandes genannt.
Geografie
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Jaure liegt etwa 19 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 55 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 23 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac am Übergang der Landschaft des Landais zum Périgord central. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Jaurès, Bernou sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Jaure liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine insbesondere in der Osthälfte bewaldete Hügellandschaft, die durch die Täler der genannten Fließgewässer durchschnitten wird und deren Erhebungen nach Süden hin zunehmen und Höhen über 200 m erreichen. Die topografisch höchsten Punkte liegen mit 221 m im Süden in der Nähe des Lieu-dits la Forêt und im Südosten jeweils an der Grenze zur Nachbargemeinde Villamblard. Der tiefste Punkt befindet sich mit 93 m im äußersten Nordwesten am Zusammenfluss von Bernou und Jaurès, wo dieser gleichzeitig aus dem Gemeindegebiet tritt. Das Zentrum an der Kirche liegt erhöht oberhalb eines Flusstals auf etwa 143 m. Das Bürgermeisteramt befindet sich am gegenüberliegenden Ufer.
Rund 59 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 41 % sind werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt.[2]
Jaure wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:
| Grignols | Manzac-sur-Vern | |
| Bourrou | ||
| Villamblard |
Natürliche Risiken
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Naturrisiken manifestieren sich in Jaure neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 1995 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Dorfes erschien spät bereits in der heutigen Form am Ende des 14. Jahrhunderts (1380). Der Name des Jupiters (lateinisch Jovis), der obersten Gottheit der römischen Religion gesehen. Simple phonetische Gründe sprechen gegen diese Hypothese. Überdies wurde der Name des Jupiters an Anhöhen vergeben. Jaure repräsentiert in aller Bescheidenheit einen Personennamen gallischen Ursprungs, Gabrius das aus dem gallischen °gabros (deutsch Ziege) stammt.
Der Ort scheint von den Galliern bewohnt gewesen zu sein, die hier eine Schmiede unterhielten und seit gallorömischer Zeit durchgehend besiedelt gewesen zu sein. Das Dorf Jaure liegt im Wald, nahe der Quelle des gleichnamigen Flusses.
Der Kult des Heiligen Firmin in Jaure scheint sehr alt zu sein. Das Quellwasser, das den dem Heiligen Firmin, Märtyrer und erster Bischof von Amiens, geweihten Brunnen speist, ist für seine wundersamen Eigenschaften bekannt, darunter seine fruchtbarmachende und heilende Wirkung. Der Ort ist seit dem Mittelalter ein Wallfahrtsort. Die Gründung der Pfarrei fällt mit der Blütezeit des 11. und 12. Jahrhunderts zusammen. Die Herrschaft Jaure stand bereits 1099 unter dem Einfluss der Herren von Grignols.
Die Kirche des Heiligen Firmin wurde im 12. Jahrhundert erbaut, und der Pfarrfriedhof entstand Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts um das Gebäude herum (Ausgrabungen im Jahr 1985 legten drei Gräberschichten und 14 Sarkophage frei). Die ursprüngliche Bevölkerung war verstreut. Man nimmt an, dass sich die Siedlung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts um die Pfarrkirche konzentrierte. Das ländliche Dorf existierte nur kurz und währte lediglich etwa ein Jahrhundert. Sein Verschwinden scheint eine Folge der Nahrungsmittel-, Gesundheits- und politischen Krisen des frühen 14. Jahrhunderts im Périgord (des französisch-englischen Konflikts) gewesen zu sein. Die Siedlung zerstreute sich daraufhin in Jaure.
Die Kämpfe des Hundertjährigen Krieges verwüsteten die Burg aus dem 13. Jahrhundert und einen Teil des Dorfes. Die Burg wurde vermutlich im 14. Jahrhundert wiederaufgebaut. Ihr Bau bestand aus zwei quadratischen Türmen und einem von einem Wassergraben umgebenen Wehrgang. Die Rundtürme kamen im 15. Jahrhundert hinzu. Die gesamte Anlage war von einer Mauer umgeben. 1376, nach der Belagerung von Schloss Grignols, wurde die Kirche von Jaure teilweise zerstört. Später litt Jaure, wie die meisten umliegenden Dörfer, unter den Hugenottenkriegen und der Rebellion der Croquants.[5][6][7]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jaure: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 429 | |||
| 1800 | 396 | |||
| 1806 | 412 | |||
| 1821 | 466 | |||
| 1831 | 447 | |||
| 1836 | 438 | |||
| 1841 | 437 | |||
| 1846 | 456 | |||
| 1851 | 480 | |||
| 1856 | 465 | |||
| 1861 | 435 | |||
| 1866 | 398 | |||
| 1872 | 346 | |||
| 1876 | 381 | |||
| 1881 | 373 | |||
| 1886 | 402 | |||
| 1891 | 355 | |||
| 1896 | 297 | |||
| 1901 | 300 | |||
| 1906 | 301 | |||
| 1911 | 218 | |||
| 1921 | 199 | |||
| 1926 | 183 | |||
| 1931 | 187 | |||
| 1936 | 168 | |||
| 1946 | 179 | |||
| 1954 | 157 | |||
| 1962 | 160 | |||
| 1968 | 140 | |||
| 1975 | 124 | |||
| 1982 | 158 | |||
| 1990 | 143 | |||
| 1999 | 140 | |||
| 2006 | 150 | |||
| 2013 | 161 | |||
| 2020 | 174 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Megalithen La Fontrouge und Les Rocs
- Kirche Saint-Firmin aus dem 12. Jahrhundert, seit 1984 als Monument historique eingeschrieben
- Schloss Jaure mit Taubenturm aus dem 15. Jahrhundert
- Brunnen und Waschplatz Saint-Firmin
-
Kirche Saint-Firmin
-
Schloss Jaure
-
Brunnen Saint-Firmin
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 88 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Jaure erwerbstätig, entsprechend 80,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (84,7 %) höher war als bei den Frauen (74,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 15 Personen im Jahr 2022 die gleiche wie im Jahr 2016. Die Arbeitslosenquote sank aufgrund höherer Erwerbsquote von 18,5 % (2016) auf 16,5 % (2022).[10]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]21 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Jaure wirtschaftlich aktiv:[10]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 21 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 2 | 9,5 % |
| Baugewerbe | 5 | 23,8 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 5 | 23,8 % |
| Immobilien | 2 | 9,5 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 4 | 19,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 2 | 9,5 % |
| Andere Dienstleistungen | 1 | 4,8 % |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 gab es keinen landwirtschaftlichen Betrieb mit Sitz in Jaure, während die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde noch 19 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 betrug.[11][12]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jaure liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements der Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, 2020, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 180
- ↑ Jaure (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Jaure. Touristenbüros von Montpon, Mussidan, Neuvic und Saint-Astier, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Jaure. EHESS, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 23. April 2026
- ↑ a b Dossier complet Commune de Jaure (24213). INSEE, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Jaure. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 23. April 2026 (französisch).
