Fonroque
Fonroque (Aussprache [fɔ̃ˈʁɔk], okzitanisch Font Ròca) ist eine französische Gemeinde mit 341 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord. Die Einwohner werden Fonroquois und Fonroquoises genannt.
| Fonroque | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Sud-Bergeracois | |
| Gemeindeverband | Communes de Portes Sud Périgord | |
| Koordinaten | 44° 42′ N, 0° 25′ O | |
| Höhe | 55–163 m | |
| Fläche | 9,00 km² | |
| Einwohner | 341 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 38 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24500 | |
| INSEE-Code | 24186 | |
Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste | ||
Fonroque (Aussprache [fɔ̃ˈʁɔk], okzitanisch Font Ròca) ist eine französische Gemeinde mit 341 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord. Die Einwohner werden Fonroquois und Fonroquoises genannt.
Geografie
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Fonroque liegt etwa 57 Kilometer ostsüdöstlich von Libourne, etwa 17 Kilometer südsüdwestlich von Bergerac und etwa 30 Kilometer nordöstlich von Marmande am südlichen Rand des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert vom Escourou, der es im Westen begrenzt, vom Ruisseau du Réveillou, der es im Osten begrenzt, von den Flüsschen Rieu du Lac und Ruisseau du Touron sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Fonroque liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine kaum bewaldete, teils mit Weinbergen besetzte, gewellte Hügellandschaft auf, die von den Fließgewässern teilweise markant eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im nördlichen Gemeindegebiet unweit des Lieu-dit le Brandeau an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Julien-Innocence-Eulalie auf 163 m Höhe. Der tiefste Punkt ist im äußersten Süden mit 55 m Höhe beim Austritt des Ruisseau du Réveillou aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Zentrum liegt nahe der Quelle des Ruisseau du Touron auf etwa 110 m Höhe.
Rund 87 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden genutzt, rund 10 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]
Umgeben wird Fonroque von den vier Nachbargemeinden:
| Saint-Julien-Innocence-Eulalie | ||
| Razac-d’Eymet | ||
| Eymet | Serres-et-Montguyard |
Natürliche Risiken
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Naturrisiken manifestieren sich in Fonroque neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
Fonroque ist trotz geringer Anzahl an Waldflächen der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. In etwa der Hälfte des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und anderen Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa drei Viertel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt kein Datum der erstmaligen Erwähnung des Dorfes als Parochia de Fonta Roqua, aber sie ist eindeutig okzitanischen Ursprungs und mit einer Karstquelle verbunden. Der Name setzt sich zusammen aus font (deutsch Quelle) und ròca (deutsch Felsen). Das lateinische fons, fontis hatte als Ableitung fontana. ròca führt das spätlateinische rocca fort, das präkeltischen Ursprung ist.[5]
Im Herzen des Dorfes befindet sich eine natürliche Höhle, aus der Brunnenwasser entspringt. Der englische König Eduard I. gründete Fonroque im Jahr 1284 auf einem Felsen über dem Tal des Dropt als Bastide, die in der Folge nicht vollendet wurde. In den Jahren nach seiner Gründung erfuhr die Gemeinde eine Blütezeit und 1365 wohnten bereits 41 Familien in Fonroque. 1764 unterstand sie der Gerichtsbarkeit von Sarlat und der Sénéchaussée von Bergerac. Vor der Französischen Revolution gehörte Fonroque zur Grundherrschaft von Puyguilhem, die im April 1790 zur Gründung des Kantons Eymet diente.[6]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Fonroque: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 414 | |||
| 1800 | 377 | |||
| 1806 | 413 | |||
| 1821 | 414 | |||
| 1831 | 411 | |||
| 1836 | 482 | |||
| 1841 | 483 | |||
| 1846 | 521 | |||
| 1851 | 501 | |||
| 1856 | 525 | |||
| 1861 | 515 | |||
| 1866 | 512 | |||
| 1872 | 482 | |||
| 1876 | 475 | |||
| 1881 | 441 | |||
| 1886 | 409 | |||
| 1891 | 354 | |||
| 1896 | 340 | |||
| 1901 | 347 | |||
| 1906 | 336 | |||
| 1911 | 310 | |||
| 1921 | 293 | |||
| 1926 | 328 | |||
| 1931 | 313 | |||
| 1936 | 299 | |||
| 1946 | 303 | |||
| 1954 | 310 | |||
| 1962 | 260 | |||
| 1968 | 248 | |||
| 1975 | 241 | |||
| 1982 | 223 | |||
| 1990 | 212 | |||
| 1999 | 240 | |||
| 2006 | 248 | |||
| 2013 | 306 | |||
| 2020 | 332 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ursprüngliche Kirche ist von den Engländern im 14. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut worden. Während der Hugenottenkriege wurde sie im 16. Jahrhundert teilweise zerstört. Das gotische Eingangsportal aus dem 15. Jahrhundert konnte bis heute bewahrt werden. Im Jahre 1887 erfuhr die Johannes dem Täufer geweihte Kirche eine vollständige Umgestaltung. Ihr Glockengiebel ist von drei Wandöffnungen unterbrochen, die die Glocken bergen. Ein Balkon diente zu Verteidigungszwecken. Das Langhaus überragt eine polygonale Apsis.[11]
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Glockengiebel
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Glockengiebel – Detail
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Hauptschiff mit Blick auf den Chor
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Taufbecken
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Bleiglasfenster mit der Darstellung von Josef und Jesuskind
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Bleiglasfenster mit der Darstellung der heiligen Katharina
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Bleiglasfenster mit der Darstellung des heiligen Stephanus
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Bleiglasfenster mit der Darstellung von Maria und Jesuskind
Manoir de Plaisance
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Südwesten des Gemeindegebiets befindet sich das Herrenhaus, ein kleines Landschloss der Familie Lambert. Es wurde im 17. Jahrhundert auf einer Anhöhe über den Tälern der Flüsschen Touron und Réveillou errichtet. Das Anwesen erscheint imposant mit den vier viereckigen Türmen. Sein Stil ist vom klassizistischen Barock geprägt. Zu dem Anwesen gehört ein viereckiger Taubenschlag, der an einer Scheune gebaut wurde. Das Herrenhaus befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[12]
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[13]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren 149 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Fonroque erwerbstätig, entsprechend 78,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (82,1 %) höher war als bei den Frauen (75,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 13 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (17). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 12,5 % (2016) auf 9,0 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen verringerte sich dabei um 33 %.[14]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]31 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Fonroque wirtschaftlich aktiv:[14]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 31 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 3 | 9,7 % |
| Baugewerbe | 8 | 25,8 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 6 | 19,4 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 3,2 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 9 | 29,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 2 | 6,5 % |
| Andere Dienstleistungen | 2 | 6,5 % |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fonroque liegt in der Zone der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac.[15]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 18 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, auf 13 im Jahr 2010 und 9 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 50 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 621 Hektar im Jahre 1988 auf 497 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 34,5 Hektar auf 55,3 Hektar.[17][18][19]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zur Departementsstraße D 933 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 133 von Bergerac nach Arnéguy (Département Pyrénées-Atlantiques) durchquert das Gemeindegebiet. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinden und mit weiteren Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Fonroque mit Bergerac und Marmande.[20]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Georges Faugère, geboren am 27. Dezember 1869 in Fonroque, gestorben am 20. August 1936 in Saint-Omer, war Arzt und französischer Politiker.[21]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Fonroque auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 160
- ↑ Fonroque (französisch) ( vom 9. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ Notice Communale Fonroque. EHESS, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006. INSEE, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2013. INSEE, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2020. INSEE, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Eglise Saint-Jean-Baptiste. Observatoire du patrimoine religieux, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Manoir de Plaisance. chateau-fort-manoir-chateau.eu, abgerufen am 4. November 2018 (französisch).
- ↑ École élémentaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ a b Dossier complet Commune de Fonroque (24186). INSEE, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Fonroque. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Cars régionaux Dordogne. (PDF) Region Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 24. März 2026 (französisch).
- ↑ Georges Faugère (1869-1936). Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 4. November 2018 (französisch).
