David Ketchum
David Ketchum (* 4. Februar 1928 in Quincy, Illinois; † 10. August 2025 in Thousand Oaks, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Drehbuchautor. Bekannt wurde er vor allem durch seine Rollen in Sitcoms wie der Mary Tyler Moore Show, Camp Runamuck und Mini-Max.
David Ketchum (* 4. Februar 1928 in Quincy, Illinois; † 10. August 2025 in Thousand Oaks, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Drehbuchautor. Bekannt wurde er vor allem durch seine Rollen in Sitcoms wie der Mary Tyler Moore Show, Camp Runamuck und Mini-Max.[1][2][3]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ketchum wurde in Quincy im US-Bundesstaat Illinois als Sohn von Flora M. Mueller und Cecil Estel Ketchum geboren; laut eigener Aussage kam er in einem Aufzug zur Welt.[4] Nach der Schulzeit studierte er zunächst Physik an der University of California, Los Angeles, und trat mit anderen Studenten weltweit über die United Service Organizations für Angehörige der US-Streitkräfte auf.[5] 1957 heiratete Ketchum die Sängerin Louise Bryant; das Paar hatte zwei Töchter und war fast siebzig Jahre – bis zu seinem Tod – verheiratet.[6][7]
Ketchum starb im Alter von 97 Jahren in Thousand Oaks an Herzversagen. Seine Asche wurde den Angehörigen übergeben.[6][8][9][10]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ketchum begann seine Karriere als Komiker, dessen komischer Stil an sein Idol Danny Kaye erinnerte, und Hörfunkmoderator. Bereits während seines Dienstes bei der Nationalgarde moderierte er eine nächtliche Sendung in San Francisco. Später moderierte er sieben Jahre lang ein Hörfunkprogramm in San Diego, in dem auch Größen wie Bob Hope und Doris Day auftraten.[11]
Auf der Bühne war er unter anderem in der Billy Barnes Revue an der Seite von Jo Anne Worley und Ken Berry zu sehen. 1962 erschien sein Comedy-Album The Long-Playing Tongue of Dave Ketchum. Das Magazin Billboard vergab eine 4-Sterne-Bewertung für das starke Verkaufspotenzial und lobte es für den „einfallsreichen Stil“.[12]
Seine Schauspielkarriere umfasste Dutzende Gastauftritte in bedeutenden Fernsehserien jener Zeit. So spielte er Counselor Spiffy in Camp Runamuck und war Stammgast in I’m Dickens, He’s Fenster mit John Astin und Marty Ingels, wo er die Rolle des Mel Warshaw übernahm.[13] In Mini-Max spielte er ab 1965 „Agent 13“, der als Running Gag der Fernsehserie wiederholt an ungewöhnlichen Orten wie in Briefkästen oder Hydranten auftaucht.[14] Er schrieb zudem Drehbücher für andere Formate, darunter die Andy Griffith Show und Petticoat Junction.[15] Er übernahm die Rolle des „Agent 13“ erneut im Fernsehfilm Die nackte Bombe II aus dem Jahr 1989 sowie in einer Folge der Neuauflage der Serie auf Fox. Zu weiteren Filmen, in denen Ketchum mitwirkte, gehören Operation gelungen, Patient tot (1982) und Ganz normal verliebt (1999).[4]
Ketchum wirkte auch in mehrere Pilotfolgen für geplante Fernsehserien mit. So spielte er 1968 an der Seite von Larry Hovis in Stanley Against the System. Es folgte 1973 eine Nebenrolle in der Pilotfolge zur Sitcom Patsy, in der Pat Cooper einen Restaurantmanager spielen sollte. 1974 war er gemeinsam mit Johnny Brown im Pilotfilm zu The Fireman’s Ball zu sehen, der die Missgeschicke einer Gruppe von Feuerwehrleuten in San Francisco schilderte; obwohl ABC das Konzept mochte und 1975 sogar einen neu besetzten zweiten Pilot drehte, wurde die Serie letztlich nicht bestellt und produziert.[1]
Ebenso produktiv war Ketchum als Drehbuchautor. Eine erste Erwähnung hatte er 1967 für Garry Marshalls Hey, Landlord. Es folgten in den folgenden Jahren Drehbücher für fast vier Dutzend Fernsehserien, darunter eine Folge der dritten Staffel von Get Smart mit dem Titel Classification: Dead. Er war auch Ko-Autor des Fernsehfilms Fahrstuhl des Schreckens aus dem Jahr 1974.[16] Für die Folge Tuttle der Fernsehserie M*A*S*H wurde er 1973 zusammen mit Bruce Shelly für den WGA Award der Writers Guild of America in der Kategorie „Episodic Comedy“ nominiert.[1]
Neben seiner Arbeit vor der Kamera und als Autor, wirkte Ketchum auch als Werbeträger. Bereits 1967 trat er in mehreren Werbespots auf, darunter 1967 ein Fernsehspot für den Chevrolet Impala sowie ein weiterer Werbefilm für Pepsodent, in dem er gemeinsam mit Don Adams auftrat und seine Figur „Agent 13“ aus Mini‑Max verkörperte. Ab den 1970er‑Jahren bis in die 1990er-Jahre hinein wurde er vor allem durch seine Rolle als „Murph“ in einer umfangreichen Werbekampagne für die Union‑76‑Tankstellen bekannt, die Fernsehwerbung, Printanzeigen und Radiospots umfasste. Er war auch als Synchronsprecher tätig.[1]
Im deutschen Sprachraum wurde Ketchum unter anderem von Gerd Duwner, Toni Herbert, Joachim Kemmer, Dieter Kursawe, Hans-Rainer Müller, Heinz Palm, Eberhard Prüter, Jochen Schröder, Rolf Schult und Joachim von Ulmann synchronisiert.[17]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schauspieler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1960–1961: The Spike Jones Show (Fernsehserie)
- 1961: Ende gut – alles gut (Fernsehserie)
- 1961: Mein unmöglicher Engel (Fernsehserie)
- 1962–1963: I’m Dickens, He’s Fenster (Fernsehserie)
- 1963: The Real McCoys (Fernsehserie)
- 1964: Jack-Benny-Show (Fernsehserie)
- 1964: Leih mir deinen Mann
- 1964: The Tycoon (Fernsehserie)
- 1964: The Joey Bishop Show (Fernsehserie)
- 1965: Die Munsters (Fernsehserie)
- 1965: Roger Ramjet (Fernsehserie)
- 1965–1966: Camp Runamuck (Fernsehserie)
- 1966–1967: Hey, Landlord (Fernsehserie)
- 1966–1967: Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart (Fernsehserie)
- 1967: The Carol Burnett Show (Fernsehserie)
- 1967: Good Morning World (Fernsehserie)
- 1967: The Andy Griffith Show (Fernsehserie)
- 1967: Accidental Family (Fernsehserie)
- 1967–1971: Green Acres (Fernsehserie)
- 1968: Petticoat Junction (Fernsehserie)
- 1968: Gomer Pyle: USMC (Fernsehserie)
- 1968–1970: Süß, aber ein bißchen verrückt (Fernsehserie)
- 1969: Mayberry R.F.D. (Fernsehserie)
- 1969: Twen-Police (Fernsehserie)
- 1969–1970: Eddies Vater (Fernsehserie)
- 1969–1973: Wo die Liebe hinfällt (Fernsehserie)
- 1970: Jung, hübsch und hemmungslos
- 1970: Arnie (Fernsehserie)
- 1970: Mary Tyler Moore (Fernsehserie)
- 1971: Denkt bloß nicht, daß wir heulen
- 1971: The New Dick Van Dyke Show (Fernsehserie)
- 1971: Meine drei Söhne (Fernsehserie)
- 1971: Männerwirtschaft (Fernsehserie)
- 1972: Die Partridge Familie (Fernsehserie)
- 1972: Call Holme (Fernsehfilm)
- 1972–1973: The ABC Saturday Superstar Movie (Fernsehserie)
- 1973: Thicker Than Water (Fernsehserie)
- 1973: Zwei auf krummer Tour
- 1974: The Fireman’s Ball (Fernsehfilm)
- 1974: Maude (Fernsehserie)
- 1974: Goodnight Jackie
- 1974–1984: Happy Days (Fernsehserie)
- 1976: How to Break Up a Happy Divorce (Fernsehfilm)
- 1977: Imbiß mit Biß (Fernsehserie)
- 1978: Mork vom Ork (Fernsehserie)
- 1979: Eine ganz irre Truppe
- 1979: Liebe auf den ersten Biss
- 1979: Was, du willst nicht?
- 1982: Küss mich, Doc
- 1984: Harold and His Amazing Green Plants (Kurzfilm)
- 1986: Ein Grieche erobert Chicago (Fernsehserie)
- 1989: Die nackte Bombe II (Fernsehfilm)
- 1995: Maxwell Smart (Fernsehserie)
- 1999: Ganz normal verliebt
Drehbuch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kertchum war ab 1967 bis Anfang der 1990er-Jahre auch als Drehbuchautor für zahlreiche Fernsehserien tätig und steuerte auch Drehbücher zu Filmen und Fernsehfilmen bei.
- 1967: Hey, Landlord
- 1967: Das Geheimnis der blauen Tropfen
- 1967: Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart
- 1968: Stanley vs. The System (Fernsehfilm)
- 1969–1970: Here’s Lucy
- 1970: Barfuß im Park
- 1970: Lancelot Link – Geheimagent und Schimpanse
- 1970–1973: Wo die Liebe hinfällt
- 1971–1972: The Funky Phantom
- 1972: So ein Affentheater
- 1972: Honeymoon Suite
- 1972: Die verrückten Holidays
- 1973: M*A*S*H
- 1973: Jeannie
- 1973: Papa flippt aus!
- 1973–1974: Der Nächste bitte!
- 1973–1974: Temperatures Rising
- 1974: Fahrstuhl des Schreckens (Fernsehfilm)
- 1974: Der Sechs Millionen Dollar Mann
- 1974–1980: Happy Days
- 1975: Lucas Tanner
- 1974–1975: Neu im Einsatz
- 1975–1976: Die Zwei mit dem Dreh
- 1976–1977: Wonder Woman
- 1977: Blansky’s Beauties
- 1977: Captain Caveman and the Teen Angels
- 1977: On Our Own
- 1977: The Hazing (Film)
- 1977–1986: Love Boat
- 1978: Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau
- 1978: Who’s Watching the Kids?
- 1976–1978: Die Scooby-Doo Show
- 1979: Co-Ed Fever
- 1980: Sheriff Lobo
- 1981–1982: Laverne & Shirley
- 1983: Lotterie
- 1984: T. J. Hooker
- 1984: Too Close for Comfort
- 1985: Down to Earth
- 1986: MacGyver
- 1987: Ein Grieche erobert Chicago
- 1987–1988: Sledge Hammer!
- 1989: Ein Engel auf Erden
- 1990: Full House
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d David Ketchum. Internet Movie Database, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ David Ketchum in The Movie Database, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ David Ketchum bei Fernsehserien.de, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ a b Bob Leszczak: The Odd Couple on Stage and Screen: A History with Cast and Crew Profiles and an Episode Guide. McFarland, 2014, ISBN 978-1-4766-1539-4, S. 73 (englisch, google.com [abgerufen am 1. September 2018]).
- ↑ Bob Foster: TV Screenings. In: The Times. 30. August 1965, S. 17, abgerufen am 31. August 2018 (englisch).
- ↑ a b Hannah Ziegler: David Ketchum, Who Played the Cooped-Up Agent 13 on ‘Get Smart,’ Dies at 97. The New York Times, 24. August 2025, abgerufen am 24. August 2025 (englisch).
- ↑ Harrison Carroll: Behind the Scenes in Hollywood In: The Kokomo Morning Times, 25. Februar 1966, S. 11. Abgerufen am 31. August 2018 (englisch).
- ↑ Mike Barnes: David Ketchum, the Cooped-Up Agent 13 on ‘Get Smart,’ Dies at 97. In: The Hollywood Reporter. 22. August 2025, abgerufen am 22. August 2025 (englisch).
- ↑ David Ketchum in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Giana Levy: David Ketchum, Agent 13 on ‘Get Smart,’ Dies at 97. In: Variety. 22. August 2025, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Stars Helped Him, Now He Helps In: Sioux City Journal, 5. Dezember 1965, S. 37. Abgerufen am 31. August 2018 (englisch).
- ↑ Review of New Albums. In: Billboard Music Week. Band 74, Nr. 7. Cincinnati, Ohio 17. Februar 1962, S. 30 (englisch, google.com).
- ↑ Vincent Terrace: Encyclopedia of Television Shows, 1925 through 2010. 2nd Auflage. McFarland & Company, Inc., Publishers, Jefferson, N.C. 2011, ISBN 978-0-7864-6477-7, S. 155, 496–497 (englisch).
- ↑ Daniel Snyder: Inside TV Land: Get Smart. 30. Juli 2001 (englisch).
- ↑ Wacky ‘Agent 13’ Thrives on Role In: Dayton Daily News, 25. April 1967, S. 21. Abgerufen am 31. August 2018 (englisch).
- ↑ The Man in the Mailbox. Abgerufen am 4. Oktober 2020 (englisch).
- ↑ David Ketchum. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 14. Januar 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ketchum, David |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Drehbuchautor |
| GEBURTSDATUM | 4. Februar 1928 |
| GEBURTSORT | Quincy, Illinois, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 10. August 2025 |
| STERBEORT | Thousand Oaks, Kalifornien, Vereinigte Staaten |