Waterframe

Die Waterframe war die erste Spinnmaschine mit von Menschenkraft unabhängigem Antrieb durch ein Wasserrad. Der Name ist eine englische Wortschöpfung aus water (Wasser) und frame (Gestell, Rahmen). Der englische Perückenmacher Richard Arkwright erfand die Waterframe im Jahr 1769, meldete sie zum Patent an und ließ 1771 in Cromford die erste industrielle Baumwollspinnerei der Welt bauen. Dies gilt als einer der Anfänge der Frühindustrialisierung in England. Anders als der technische Vorgänger Spinning Jenny verarbeitete die Waterframe das Vormaterial kontinuierlich. Sie konnte daher von einem Hilfsarbeiter bedient werden, der nichts anderes zu tun hatte, als gefüllte Spindeln durch leere zu ersetzen und die gerissenen Fäden wieder anzusetzen. Durch den Antrieb mit einer externen Energiequelle konnte die Waterframe eine beliebige Größe erreichen; Maschinen mit mehreren hundert Spindeln waren keine Seltenheit. Maschinen dieser Größenordnung konnten nur mit Wasserkraft (siehe z. B. Textilfabrik Cromford) oder von Dampfmaschinen angetrieben werden. Transmissionsräder und -riemen brachten die Energie an die benötigten Stellen. Die Waterframe ist eine Flügelspinnmaschine, heute Flyer genannt. Dieses Verfahren wird heute noch zum Vorspinnen von Lunten verwendet. Das Spinnen auf der Waterframe bedarf sehr langer Baumwollfasern, für die nur ganz bestimmte Arten von Baumwollsträuchern verwendet werden konnten. Die zugeführten Fasern werden dabei zwischen gewichtsbelasteten Walzen gestreckt, danach von dem drehenden Flügel verdreht und der sich ebenfalls drehenden Spindel aufgewickelt. 1783 kopierte Johann Gottfried Brügelmann die Waterframe mittels Industriespionage für die Ratinger Textilfabrik Cromford, die erste Fabrik Kontinentaleuropas. In der dortigen Dauerausstellung kann das heute weltweit einzige funktionierende Modell besichtigt werden. Die Waterframe war im 18. Jahrhundert ein herausragendes Beispiel für die Ablösung handwerklicher Arbeit durch maschinelle Massenfertigung mit Hilfe ungelernter Hilfskräfte, und so waren es die qualifizierten Textilarbeiter, die während der Industriellen Revolution als Maschinenstürmer vor allem die Fabriken mit den Waterframes zerstörten.


Die Waterframe war die erste Spinnmaschine mit von Menschenkraft unabhängigem Antrieb durch ein Wasserrad. Der Name ist eine englische Wortschöpfung aus water (Wasser) und frame (Gestell, Rahmen).
Der englische Perückenmacher Richard Arkwright erfand die Waterframe im Jahr 1769, meldete sie zum Patent an und ließ 1771 in Cromford die erste industrielle Baumwollspinnerei der Welt bauen. Dies gilt als einer der Anfänge der Frühindustrialisierung in England.[1]
Anders als der technische Vorgänger Spinning Jenny verarbeitete die Waterframe das Vormaterial kontinuierlich. Sie konnte daher von einem Hilfsarbeiter bedient werden, der nichts anderes zu tun hatte, als gefüllte Spindeln durch leere zu ersetzen und die gerissenen Fäden wieder anzusetzen. Durch den Antrieb mit einer externen Energiequelle konnte die Waterframe eine beliebige Größe erreichen; Maschinen mit mehreren hundert Spindeln waren keine Seltenheit. Maschinen dieser Größenordnung konnten nur mit Wasserkraft (siehe z. B. Textilfabrik Cromford) oder von Dampfmaschinen angetrieben werden. Transmissionsräder und -riemen brachten die Energie an die benötigten Stellen.
Die Waterframe ist eine Flügelspinnmaschine, heute Flyer genannt. Dieses Verfahren wird heute noch zum Vorspinnen von Lunten verwendet. Das Spinnen auf der Waterframe bedarf sehr langer Baumwollfasern, für die nur ganz bestimmte Arten von Baumwollsträuchern verwendet werden konnten. Die zugeführten Fasern werden dabei zwischen gewichtsbelasteten Walzen gestreckt, danach von dem drehenden Flügel verdreht und der sich ebenfalls drehenden Spindel aufgewickelt.
1783 kopierte Johann Gottfried Brügelmann die Waterframe mittels Industriespionage für die Ratinger Textilfabrik Cromford, die erste Fabrik Kontinentaleuropas. In der dortigen Dauerausstellung kann das heute weltweit einzige funktionierende Modell besichtigt werden.[2]
Die Waterframe war im 18. Jahrhundert ein herausragendes Beispiel für die Ablösung handwerklicher Arbeit durch maschinelle Massenfertigung mit Hilfe ungelernter Hilfskräfte, und so waren es die qualifizierten Textilarbeiter, die während der Industriellen Revolution als Maschinenstürmer vor allem die Fabriken mit den Waterframes zerstörten.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Derwent Valley - Wo es begann Dokumentation, Deutschland, 2019, 14:56 Min., Buch und Regie: Andreas Christoph Schmidt, Produktion: SWR, Reihe: Schätze der Welt, Video.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Die Anfänge der industriellen Revolution in England und der Beitrag des Frühsozialismus zur Lösung der sozialen Frage
- ↑ Textilfabrik Cromford. In: Website des Museums. Abgerufen am 2. April 2021.