Team Time Out
Das Team Time Out (TTO; deutsch: Auszeit) ist ein aus der Luftfahrt übernommener zentraler Bestandteil eines Konzeptes, welches die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2009 zur Erhöhung der Patientensicherheit vor medizinischen Eingriffen vorschlug. Es hat sich inzwischen weltweit als verbindlich etabliert.
Das Team Time Out (TTO; deutsch: Auszeit) ist ein aus der Luftfahrt übernommener[1][2] zentraler Bestandteil eines Konzeptes, welches die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2009 zur Erhöhung der Patientensicherheit vor medizinischen Eingriffen vorschlug. Es hat sich inzwischen weltweit als verbindlich etabliert.
Anliegen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Medizinische Operationen bedeuten, juristisch gesehen, jedes Mal eine Körperverletzung und insofern einen erheblichen Eingriff in die Integrität eines Patienten. Auch wenn er hierzu aufgeklärt wurde und eingewilligt hat (Informierte Einwilligung; engl: Informed consent), erfordert der Respekt vor der Menschenwürde die Anwendung größtmöglicher Sorgfalt. Dies bedeutet, dass alle Fehlerquellen auf bestmögliche Weise ausgeschaltet werden. Vermeidbare Fehler können z. B. zustande kommen durch:
- Verwechslung des Patienten
- Verwechslung des Eingriffs
- Verwechslung der Eingriffsseite
- Unvollständige Informiertheit der Behandler bezüglich relevanter anamnestischer Fakten (z. B. Allergie des Patienten)
- Unterlassung erforderlicher Vorbereitungen (z. B. Verabreichung eines Antibiotikums, Bereitstellung von Blutpräparaten)
Umsetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte ab 2007 im Rahmen ihres Programms „Save Surgery Lives“ eine Checkliste, um die Einhaltung der medizinischen Sorgfaltspflicht besser zu gewährleisten und Fehler, wie sie oben genannt sind, vermeiden zu helfen.[3][4] Ein zentraler Bestandteil ist ein kurzes Innehalten (daher der Name Time Out – Auszeit) aller am Eingriff Beteiligten unmittelbar vor dessen Beginn, bei dem die Verantwortlichen (etwa: Operateur, Anästhesist und Instrumentenschwester) sich gegenseitig alle hierfür wesentlichen Fakten mitteilen bzw. ins Gedächtnis rufen (Name des Patienten, Eingriffsart und -seite, anamnestische und technische Besonderheiten etc.). Das stattgehabte Gespräch ist anschließend rechtssicher zu dokumentieren.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Carola Putz-Schneider: Team-Time-Out - Eine wichtige Maßnahme zur Patient/innensicherheit. 18. Februar 2016.
- Yann Gaberle: Akzeptanz der WHO Surgical Safety Checklist und ihre Auswirkung auf die Arbeit im Operationssaal. (PDF) 9. Januar 2013.
- Leander Großart, Frank Antwerpes: Team-Time-Out. In: DocCheck Flexikon..
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Markus Holtel: Kommunikation: Die wichtigste Nebensache im OP. In: Deutsches Ärzteblatt. Nr. 39, 2017 (aerzteblatt.de).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Nadine Bös, Ina Lockhart: Mehr Stress, mehr Fehler. Interview mit Cordula Pflaum. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 23. Dezember 2023, abgerufen am 19. März 2026.
- ↑ Daniel Scheidegger: Kann die Medizin von der Luftfahrt lernen? In: Das Medizinprodukt. Austromed, 30. August 2012, abgerufen am 19. März 2026 (deutsch).
- ↑ Surgical Safety Checklist. WHO-Checkliste englisch. WHO, Januar 2009, abgerufen am 19. März 2026 (englisch).
- ↑ Sicherheits-Checkliste für chirurgische Eingriffe. deutschsprachiger Entwurf. WHO, abgerufen am 19. März 2026.