Stockkampf
Stockkampf ist eine Bezeichnung für verschiedene Kampfsportarten und Kampfkunststile, bei denen ein kurzer oder langer Stock (oder Stab) als Schlagwaffe eingesetzt wird. Vermutlich reichen die Wurzeln der Kampfkunst mit Stock und Stab bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurück. Es gibt dafür aber kaum sichere Belege – zum einen, weil Holz schnell verrottet und zum anderen, weil keine schriftlichen Quellen zur Verwendung von Stäben vor dem Hochmittelalter bekannt sind. Erst die Experimentalarchäologie konnte erste Erkenntnisse liefern. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass im nördlichen Großbritannien die Kelten in der Spätbronzezeit (1300 bis 800 vor Christus) ihre Speere nicht nur zum Werfen und Stechen benutzten, sondern auch als Hiebwaffen. Im Lauf der Zeit entwickelten Kulturen aller Erdteile den Stockkampf zu einer Kampfkunst, in der es um mehr als plumpes Hauen und Stechen geht.
Stockkampf ist eine Bezeichnung für verschiedene Kampfsportarten und Kampfkunststile, bei denen ein kurzer oder langer Stock (oder Stab) als Schlagwaffe eingesetzt wird.
Vermutlich reichen die Wurzeln der Kampfkunst mit Stock und Stab bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurück. Es gibt dafür aber kaum sichere Belege – zum einen, weil Holz schnell verrottet und zum anderen, weil keine schriftlichen Quellen zur Verwendung von Stäben vor dem Hochmittelalter bekannt sind. Erst die Experimentalarchäologie konnte erste Erkenntnisse liefern. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass im nördlichen Großbritannien die Kelten in der Spätbronzezeit (1300 bis 800 vor Christus) ihre Speere nicht nur zum Werfen und Stechen benutzten, sondern auch als Hiebwaffen.[1][2] Im Lauf der Zeit entwickelten Kulturen aller Erdteile den Stockkampf zu einer Kampfkunst, in der es um mehr als plumpes Hauen und Stechen geht.
Kampfkunststile
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Arnis-Kali-Eskrima / Escrima, philippinische Kampfkunst
- Bartitsu, englische Selbstverteidigungstechnik mit einem Spazierstock
- Bataireacht, irische Kampfkunst
- Bâton français, französische Stockkampfart
- Canne (Kampfsport), französischer Stockkampf
- Grabong, südostasiatischer Stockkampf[3]
- Jōdō, japanische Kampfkunst mit kurzem Stock
- Tānjō, japanische Kampfkunst mit ca. 90 cm kurzem Stock (meist auch Gehstock)
- Donga-Kampf der äthiopischen Surma
- Jogo do pau, portugiesische Kampfkunst
- Juego del Palo, kanarische Kampfkunst
- Bastone genovese, aus Genua stammende Form des italienischen Stockkampfes.[4]
- Maculelê, brasilianischer Kampftanz
- Pahuyuth, südostasiatische Kampfkunst[5]
- Singlestick, englisch/schottische Kampfsportart mit einem Stock als Breitschwertimitat.
- Silambam Nillaikalakki, indische Kampfkunst
- Taiaha, die traditionelle Holzwaffe der neuseeländischen Māori
- Ukudlalisa induku, Stockkampf der südafrikanischen Zulukultur[6]
- In zahlreichen chinesischen Kampfkunststilen werden Stöcke als Waffe eingesetzt (z. B. Shaolin Kung Fu, Wing Chun).
- In den Historischen Kampfkünsten Europas wurde der Kampf mit der halben Stange gelehrt. Eine regionale, bäuerliche Ausprägung im Alpenvorland und Altbayern war die Selbstverteidigung mit dem Hackelstecken (einem Gehstock mit hammerartig abgewinkeltem Griff) zum Schutz gegen Überfälle und zur Abwehr von Wildtieren, wie sie bereits im 16. Jahrhundert bei Paulus Hector Mair dokumentiert wurde.[7]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Antiquity Publications, 2011, Volume 85, Nummer 328, Seiten 599–612 Kate Anderson, Department of Archaeology, University of Edinburgh: Slashing and thrusting with Late Bronze Age spears: analysis and experiment. “The bronze spearhead at the end of a long shaft is traditionally seen as a thrusting or throwing weapon, as seen in the movies. By examining the damage on a group of Late Bronze Age spearheads from Britain, and replicating their use in combat, the author shows that the spear was an even more versatile weapon — for throwing, thrusting and slashing (with a short shaft). The research puts a spotlight on the formidable skills developed in a Bronze Age life-time.”
- ↑ Der Spiegel 24/2011, Seite 108
- ↑ Plai Tamin: Das Pahuyuth Kompendium Technikhandbuch der Basisstufe. 4. Auflage. Berlin 2020, ISBN 978-3-7502-8344-2.
- ↑ Bastone genovese, coltello e gambetto, von Claudio Parodi, Genua 2012
- ↑ Plai Tamin: Pahuyuth, die Geschichte der thailändischen Kampfkunst. Berlin 2013, ISBN 978-3-9812064-0-1.
- ↑ Benedict Carton, Robert Morrell: Kampfsport, stählerne Körper und Mannhaftigkeit in der südafrikanischen Zulukultur, 1800–1930. In: WerkstattGeschichte. Nr. 44, 2007, S. 67–80 (werkstattgeschichte.de [PDF]).
- ↑ Johann Andreas Schmeller: Bayerisches Wörterbuch. Band 1. Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-58520-9.