Standard Life
Die Standard Life International DAC (SL Intl) mit Sitz in Dublin (Irland) ist der europäische Zweig der Standard Life plc mit Sitz in Edinburgh (Schottland). Sie hat Niederlassungen in Frankfurt am Main und in Graz. Kerngeschäft der deutschen und österreichischen Niederlassungen ist die finanzielle Ausgestaltung des Ruhestands mit fondsbasierten Versicherungslösungen. Die Standard Life plc betreut über 12 Millionen Kunden. Das verwaltete Vermögen liegt bei rund 353 Milliarden Euro, die Solvabilität erreicht 172 Prozent und übertrifft damit die Anforderungen an die Kapitalausstattung. Mit einem IFS-Rating von AA- bestätigt Fitch der Standard Life eine „ausgezeichnete“ Bonität. (Stand: 31. Dezember 2024) Die Wurzeln der ursprünglichen Standard Life Assurance Company reichen bis ins Jahr 1825 und nach Edinburgh zurück. Über ein Jahrhundert lang agierte sie als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, bevor sie 2006 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt (demutualisiert) und an der Londoner Börse notiert wurde. Seit 1996 ist das Unternehmen auf dem deutschen Markt, seit 1999 in Österreich aktiv. Um das EU-Geschäft nach dem Brexit (insbesondere für Kunden in Deutschland, Österreich und Irland) rechtssicher fortzuführen und um die regulatorische Handlungsfähigkeit innerhalb der Europäischen Union sicherzustellen, wurden die Verträge von der schottischen Gesellschaft am 29. März 2019 auf die neu geschaffene irische Standard Life International DAC übertragen. Die Übertragung der Bestände wurde im März 2019 durch das oberste schottische Zivilgericht genehmigt und betraf rund 600.000 Verträge im Wert von ca. 26 Milliarden Euro.
| Standard Life plc
| |
|---|---|
| Rechtsform | Public limited company |
| Gründung | 1825 |
| Sitz | Edinburgh, Vereinigtes Königreich |
| Leitung | Andy Briggs (Chief Executive) |
| Branche | Finanzdienstleistung |
| Website | www.standardlife.com |

Die Standard Life International DAC (SL Intl) mit Sitz in Dublin (Irland) ist der europäische Zweig der Standard Life plc mit Sitz in Edinburgh (Schottland).[1][2] Sie hat Niederlassungen in Frankfurt am Main[3] und in Graz.[4] Kerngeschäft der deutschen und österreichischen Niederlassungen ist die finanzielle Ausgestaltung des Ruhestands mit fondsbasierten Versicherungslösungen.
Die Standard Life plc betreut über 12 Millionen Kunden. Das verwaltete Vermögen liegt bei rund 353 Milliarden Euro, die Solvabilität erreicht 172 Prozent und übertrifft damit die Anforderungen an die Kapitalausstattung. Mit einem IFS-Rating von AA- bestätigt Fitch der Standard Life eine „ausgezeichnete“ Bonität. (Stand: 31. Dezember 2024)
Die Wurzeln der ursprünglichen Standard Life Assurance Company reichen bis ins Jahr 1825 und nach Edinburgh zurück.[1] Über ein Jahrhundert lang agierte sie als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, bevor sie 2006 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt (demutualisiert) und an der Londoner Börse notiert wurde. Seit 1996 ist das Unternehmen auf dem deutschen Markt, seit 1999 in Österreich aktiv.
Um das EU-Geschäft nach dem Brexit (insbesondere für Kunden in Deutschland, Österreich und Irland) rechtssicher fortzuführen und um die regulatorische Handlungsfähigkeit innerhalb der Europäischen Union sicherzustellen, wurden die Verträge von der schottischen Gesellschaft am 29. März 2019 auf die neu geschaffene irische Standard Life International DAC übertragen.[5][6] Die Übertragung der Bestände wurde im März 2019 durch das oberste schottische Zivilgericht genehmigt und betraf rund 600.000 Verträge im Wert von ca. 26 Milliarden Euro.[6]
Die Hauptgründe für die Ausgliederung anlässlich des Brexit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erhalt des „EU-Passings“: Vor dem Brexit konnten britische Versicherer ihre Produkte dank der EU-Dienstleistungsfreiheit (Passporting) in allen Mitgliedstaaten anbieten. Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus dem EU-Binnenmarkt verloren sie dieses Recht. Durch den Sitz in Dublin (Irland) behält Standard Life diesen Zugang zum EU-Markt.[5]
- Rechtssicherheit für Kunden: Um sicherzustellen, dass Verträge mit Kunden in Deutschland und Österreich auch nach dem Brexit rechtlich einwandfrei verwaltet und ausgezahlt werden können, mussten diese von der schottischen auf eine EU-ansässige Gesellschaft übertragen werden.[6]
- Vermeidung von Drittstaaten-Regeln: Ohne die Ausgliederung wäre Standard Life für EU-Kunden zu einem „Drittstaaten-Versicherer“ geworden. Dies hätte komplexe steuerliche und regulatorische Hürden für die Versicherten und das Unternehmen bedeutet.[5]
Warum Irland?
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Standard Life entschied sich für Irland als neuen Standort, da das Land:
- EU-Mitglied bleibt und somit volle Rechtssicherheit im Binnenmarkt bietet.
- ein ähnliches Rechtssystem (Common Law) wie das Vereinigte Königreich besitzt, was die Übertragung der komplexen Versicherungskonstrukte erleichterte.
- die spezifische Rechtsform der DAC (Designated Activity Company) anbietet, die ideal für regulierte Finanzinstitute ist, da sie den Geschäftszweck auf genau definierte Aktivitäten (wie das Versicherungsgeschäft) begrenzt.
Da Irland Mitglied der EU ist, genießen Kunden den vollen Schutz der EU-Verbraucherrichtlinien. Zudem ist die Standard Life DAC rechtlich verpflichtet, einen Bevollmächtigten in Deutschland (Sitz in Frankfurt) zu unterhalten, der als direkter Ansprechpartner für Kunden und Behörden fungiert.
Der Übergang der Marke von der Phoenix Group zu Standard Life plc
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2017 fusionierte Standard Life mit Aberdeen Asset Management zum Investment-Riesen Standard Life Aberdeen (heute Aberdeen Investments).[1] 2018 wurde das operative Versicherungsgeschäft an die britische Phoenix Group verkauft,[2] die seit 2021 auch die Markenrechte an „Standard Life“ hält[7] – und die sich 2026 in Standard Life plc umbenannte.[8] Das waren die strategischen Schritte des Übergangs:
- Erwerb des Versicherungsgeschäfts (2018): Die Phoenix Group kaufte zunächst die operative Versicherungstochter Standard Life Assurance Limited (SLAL) von der damaligen Standard Life Aberdeen plc für rund 2,9 Milliarden Pfund.[2] In dieser Phase nutzte Phoenix den Namen „Standard Life“ lediglich unter Lizenz.
- Vollständiger Erwerb der Markenrechte (2021): Im Februar 2021 einigten sich die Phoenix Group und Standard Life Aberdeen darauf, dass Phoenix die weltweiten Rechte an der Marke Standard Life vollständig übernimmt.[7] Dies ermöglichte es Phoenix, die Marke als Kernstück ihrer Wachstumsstrategie für das Privatkundengeschäft einzusetzen.
- Abspaltung von abrdn (2021): Parallel zum Markenverkauf benannte sich der ehemalige Mutterkonzern Standard Life Aberdeen im Juli 2021 in abrdn um, um eine klare Trennung zwischen dem Asset Management (abrdn) und dem Versicherungsgeschäft (Standard Life/Phoenix) zu schaffen.
Umfirmierung der Holding in Standard Life plc (2026): Als finaler Schritt der Integration schloss die Phoenix Group Holdings plc im März 2026 ihre eigene Umbenennung in Standard Life plc ab.<refname=":7" /> Damit kehrte der traditionsreiche Name als Bezeichnung für den gesamten börsennotierten Konzern an die Londoner Börse zurück (Ticker: SDLF).
Strategie und Ziele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Standard Life International DAC verfolgt als irische Tochtergesellschaft der Standard Life plc (ehemals Phoenix Group) eine Strategie, die auf drei zentralen Säulen basiert:
- Europäisches Wachstums-Hub:
- SL Intl dient als strategische Plattform für das gesamte EU-Geschäft des Konzerns.
- Ziel ist die effiziente Konsolidierung europäischer Bestände, wie die Integration von rund 23.000 Policen der Phoenix Life Assurance Europe dac zum 1. Januar 2025 zeigt.
- Fokus auf Ruhestandsplanung und Vermögensübertragung:
- In Kernmärkten wie Deutschland und Österreich liegt der Schwerpunkt auf Lösungen für die zweite Lebenshälfte und den Ruhestand.
- Ein prominentes Beispiel ist das Produkt Weitblick, das speziell auf die steueroptimierte Vermögensübertragung an nachfolgende Generationen ausgerichtet ist.
- Nachhaltigkeit und ESG-Integration:
- Das Unternehmen hat sich verpflichtet, ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) fest in seinen Investmentprozess zu integrieren.
- Im Bereich der fondsgebundenen Rentenversicherungen wird verstärkt auf nachhaltige Multi-Asset-Strategien gesetzt, die 2026 durch neue Konzepte wie „Future Opportunities“ (Investitionen in private Märkte) ergänzt werden sollen.
- Strategische Partnerschaften:
- SL Intl nutzt ein hybrides Modell, bei dem die Markenführung und der Vertrieb direkt kontrolliert werden, während das Asset Management maßgeblich über den strategischen Partner abrdn erfolgt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c abrdn History & Ownership, dcfmodeling.com
- ↑ a b c Acquisition of Standard Life Assurance, investegate.co.uk
- ↑ Deutschland, auf standardlife.de
- ↑ Österreich, auf standardlife.de
- ↑ a b c Standard Life und der Brexit, [1]
- ↑ a b c Grünes Licht für Brexit-Pläne, dasinvestment.com
- ↑ a b Marke Standard Life wechselt den Besitzer, asscompact.at
- ↑ Umfirmierung der Phoenix Group 2026, marketscreener.com
