Said Emami
Said Emami (persisch سعید امامی) oder Said Eslami (* 1959 in Schiras, Iran; † Juni 1999 im Teheraner Evin-Gefängnis) war ein iranischer Politiker. Er war unter Ali Fallahian, dem Leiter des iranischen Geheimdienstes VEVAK, stellvertretender Geheimdienstminister sowie Berater von Ghorbanali Dorri-Nadschafabadi. Er wurde 1999 als Haupttäter bei der als Kettenmorde bekannten Mordserie an oppositionellen Intellektuellen angeklagt.
Said Emami (persisch سعید امامی) oder Said Eslami (* 1959 in Schiras, Iran; † Juni 1999 im Teheraner Evin-Gefängnis) war ein iranischer Politiker. Er war unter Ali Fallahian, dem Leiter des iranischen Geheimdienstes VEVAK, stellvertretender Geheimdienstminister sowie Berater von Ghorbanali Dorri-Nadschafabadi. Er wurde 1999 als Haupttäter bei der als Kettenmorde bekannten Mordserie an oppositionellen Intellektuellen angeklagt.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Said Emami wurde in Schiras geboren und soll nach einigen Quellen, darunter der Tehran Times, von jüdischer Herkunft sein,[1] was jedoch auch bestritten wird. Vor der Islamischen Revolution 1979 in Iran studierte er in den USA Maschinenbau in Oklahoma, arbeitete anschließend für die iranische Botschaft in Washington und kehrte 1981 nach Iran zurück. Er wurde 1984 von Said Hajjarian in den VEVAK aufgenommen. Offiziell wurde die Beteiligung von Mitarbeitern des iranischen Geheimdienstes an den Kettenmorden zugegeben, der Prozess an ein Militärgericht übergeben und dort geheim verhandelt. Said Emami soll im Baderaum – so die offizielle Version – durch die Einnahme eines Enthaarungsmittels in der Untersuchungshaft Suizid verübt haben. Einige iranische Dissidenten vermuten jedoch, er sei ermordet worden, „um das Durchsickern sensibler Informationen über Operationen des Geheimdienstes VEVAK bzw. MOIS zu verhindern, was die gesamte Führung der Islamischen Republik in Gefahr gebracht hätte.“[2] Emami war, wie Navid Kermani schreibt, „für die Schmutzarbeit im Inneren zuständig“. Drei Angeklagte wurden in diesem Geheimprozess zum Tode, zwei zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Revisionsgericht wandelte die Todesstrafe in 10 Jahre Haft bzw. die anderen Strafen in kurze Haftstrafen um.
Holocaustleugnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Dezember 1996 soll Emami in der Provinz Hamadan eine Rede gehalten haben, bei der er unter anderem behauptete, die Zahl der jüdischen Opfer Hitlers betrage nur eine Viertelmillion.[3] Die Tageszeitung Hamshahri bezeichnete ihn als ersten Holocaustleugner in der Islamischen Republik Iran.[4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Navid Kermani: Iran – die Revolution der Kinder. C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47625-2.
- Christopher de Bellaigue: Im Rosengarten der Märtyrer. Ein Porträt des Iran. Aus dem Englischen von Sigrid Langhaeuser. C. H. Beck, München 2006 (englische Originalausgabe London 2004), S. 280–300.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mitteilungen der Angehörigen der Opfer ( vom 7. September 2006 im Internet Archive)
- Ergebnis des Prozesses ( vom 26. Juni 2003 im Internet Archive) (PDF; 125 kB)
- Analyse der Geheimdienste ( vom 18. Mai 2006 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ A Review of Serial Murders Aidanederland, Dezember 1999
- ↑ Iran’s Ministry of Intelligence and Security, in: Iran Terror Database
- ↑ Christopher de Bellaigue: Im Rosengarten der Märtyrer. Ein Porträt des Iran. Aus dem Englischen von Sigrid Langhaeuser, Verlag C. H. Beck, München 2006, S. 283–284.
- ↑ Der Holocaust: 70 Jahre danach Hamshahri online (persisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Emami, Said |
| KURZBESCHREIBUNG | stellvertretender Geheimdienstminister Irans |
| GEBURTSDATUM | 1959 |
| GEBURTSORT | Schiraz |
| STERBEDATUM | Juni 1999 |