Riol
Riol (früher auch Rigol genannt) ist eine Ortsgemeinde im moselfränkischen Sprachraum im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 48′ N, 6° 47′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Trier-Saarburg | |
| Verbandsgemeinde: | Schweich an der Römischen Weinstraße | |
| Höhe: | 125 m ü. NHN | |
| Fläche: | 6,3 km² | |
| Einwohner: | 1348 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 214 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 54340 | |
| Vorwahl: | 06502 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TR, SAB | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 2 35 115 | |
| LOCODE: | DE RIO | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Brückenstraße 26 54338 Schweich | |
| Website: | www.riol.de | |
| Ortsbürgermeisterin: | Christel Egner-Duppich | |
| Lage der Ortsgemeinde Riol im Landkreis Trier-Saarburg | ||

Riol (früher auch Rigol genannt) ist eine Ortsgemeinde im moselfränkischen Sprachraum im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Riol liegt am rechten, südlichen Ufer der Mosel zwischen den Nachbarorten Longuich oberhalb und diesseits und Mehring unterhalb und jenseits der Mosel. An der Gemarkungsgrenze zu Longuich mündet der Feller Bach in die Mosel. Südlich, in etwa 800 m Entfernung, verläuft in weitem Bogen die A1 (Abschnitt Mosel-Saarbrücken) mit der markanten „Fellerbachtalbrücke“. Zwischen der Ortslage und der Autobahn liegt die Weinberg-Einzellage „Rioler Römerberg“.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Keltische und römische Ära
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort dürfte schon zu keltischer Zeit besiedelt worden ein, unter den Römern war er wohl als Rigodulum bekannt.[2] Ob Riol (noch um 1910/20 auch Rigol genannt) tatsächlich mit dem antiken Rigodulum gleichzusetzen ist, war in der Historiographie aber bis ins 20. Jahrhundert hinein strittig.[3]
Laut Tacitus unterlag im Jahr 70 oder 71 n. Chr. bei Rigodulum, während des Bataveraufstands, der Stamm der Treverer unter Iulius Valentinus einem römischen Heer. Im November 2015 vermeldete der damals noch für die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) tätige Landesarchäologe Axel von Berg, er und sein Team hätten an einem Berghang bei Riol die genaue Lage des „Schlachtfelds von Rigodulum“ nachgewiesen. Bei einer Überprüfung im Jahr 2024 stellte sich allerdings die archäologische Datenbasis des angeblichen Fundorts der „Römerschlacht bei Riol“ als unzureichend heraus. Gegen Axel von Berg wird seit demselben Jahr wegen diverser Fälschungsvorwürfe ermittelt.[4][5] Bereits im November 2021 ist er im Zug eines Disziplinarverfahrens von seinen Aufgaben entbunden worden. Die Vorgänge um von Berg wurden erst Ende 2024 der Öffentlichkeit bekannt gemacht.[6]
Mittelalter und Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Peter von Aspelt, der Königsmacher, war hier seit 1280 Pfarrer, bevor er Mainzer Erzbischof wurde. Im Jahre 1497 wurde die Riolsburg als Besitz des Grafen Sebastian von Sayn erstmals erwähnt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gehörte die Burg den Husmann von Namedy, die sich danach auch Freiherren von Riolsburg nannten. Die Burg erlosch während des Dreißigjährigen Krieges. Von ihr sind keine Reste erhalten.
Teile einer römischen Villa sind in der heutigen Treppenanlage zu sehen, die zur Pfarrkirche St. Martin hinaufführt. Der romanische Glockenturm der Kirche wurde auf römischen Fundamenten erbaut.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Riol, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[7][1]
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Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ortsgemeinderat in Riol besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:
| Wahl | SPD | CDU | WGR | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2024 | 3 | 5 | 8 | 16 Sitze[8] |
| 2019 | 4 | 5 | 7 | 16 Sitze[9] |
| 2014 | 3 | 6 | 7 | 16 Sitze |
| 2009 | 4 | 6 | 6 | 16 Sitze |
| 2004 | 4 | 6 | 6 | 16 Sitze |
| 1999 | 4 | 9 | 3 | 16 Sitze |
Ortsbürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christel Egner-Duppich wurde 2014 Ortsbürgermeisterin von Riol.[10] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 52,26 %[11] und am 9. Juni 2024 als einzige Bewerberin mit 58,7 % für jeweils weitere fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt.[12]
Egner-Duppichs Vorgänger Arnold Schmitt übte das Amt von 1994 bis 2014 aus.[10]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blasonierung: Im viergeteilten Schild oben rechts in Rot ein goldener Leopard. Oben links in Silber ein rotes Balkenkreuz. Unten rechts in Silber eine hängende grüne Weintraube mit drei grünen Blättern. Unten links in Blau ein aufrecht schreitender silberner rot bewehrter Bär, rechts oben begleitet von einem sechsstrahligen silbernen Stern.
Weinbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine bekannte Weinlage ist der Rioler Römerberg, der seinen Namen zur Erinnerung an die dortige Schlacht zwischen Kelten und Römern erhielt.
Ansässig sind verschiedene Weingüter und Weinstuben.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Am dritten Wochenende im Juni wird jedes Jahr von Freitag bis Sonntag in Riol das Weinfest Zum Wohl Riol veranstaltet. Samstags findet eine große Weinprobe mit Weinen von Weingütern aus Riol statt.[13]
Freizeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Freizeitpark Triolago mit Badesee, Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangeboten wie zum Beispiel Sommerrodelbahn oder Wasserskiseilbahn.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 342–345.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website von Riol
- Zur Ortsgemeinde Riol gibt es Einträge in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier.
- Linkkatalog zum Thema Riol bei curlie.org (ehemals DMOZ)
- Literatur über Riol in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Felix Dahn: Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker, Band 2, Berlin 1881, S. 146
- ↑ Karl Schumacher: Wo war die Schlacht bei Rigodulum? In: Germania, Bd. 4 Nr. 1/2 (1920) S. 22. 1920, abgerufen am 10. April 2026.
- ↑ Verdacht auf weitere Manipulationen: Archäologie-Skandal in Koblenz weitet sich offenbar aus. In: swr.de. 25. November 2024, abgerufen am 9. April 2026.
- ↑ Alles nur gefälscht? Warum ausgerechnet die Archäologie so anfällig für Betrug ist. In: welt.de. 21. Januar 2025, abgerufen am 9. April 2026.
- ↑ Unter Betrugsverdacht stehender Archäologe seit 2021 freigestellt. In: swr.de. 5. November 2024, abgerufen am 9. April 2026.
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Riol, Gemeinde- / Stadtratswahl 09.06.2024. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. Dezember 2024.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
- ↑ a b Bürgermeister aus Leidenschaft. In: Trierischer Volksfreund. 10. September 2014, abgerufen am 30. Januar 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Schweich a.d.R.Weinstr., Verbandsgemeinde, 17. Ergebniszeile. Abgerufen am 30. Januar 2021.
- ↑ Riol, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. Dezember 2024.
- ↑ Weinfest Riol – Zum Wohl Riol. Nightlife-Trier.de, archiviert vom am 16. September 2015; abgerufen am 13. September 2015.
