Reichweiler
Reichweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan an.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 33′ N, 7° 17′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Kusel | |
| Verbandsgemeinde: | Kusel-Altenglan | |
| Höhe: | 380 m ü. NHN | |
| Fläche: | 3,87 km² | |
| Einwohner: | 529 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 137 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 66871 | |
| Vorwahl: | 06384 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KUS | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 36 084 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Marktplatz 1 66869 Kusel | |
| Website: | www.vgka.de | |
| Ortsbürgermeister: | geschäftsführend und designiert: Thomas Schmitt, 1. Beigeordneter | |
| Lage der Ortsgemeinde Reichweiler im Landkreis Kusel | ||
Reichweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan an.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pfeffelbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz liegt am Fuße der preußischen Berge im Westrich an der Grenze zum Saarland. Nachbargemeinden sind Eckersweiler, Herchweiler und Pfeffelbach sowie die Ortschaft Schwarzerden im benachbarten Saarland.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1273, als Gräfin Elisabeth von Blieskastel und Bitsch, die Tochter des letzten Grafen von Blieskastel, das Dorf dem Kloster Wörschweiler schenkte. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1559 fiel der Ort an das Oberamt Lichtenberg des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken.[2]
Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Reichweiler wurde der Mairie Burglichtenberg des Kantons Kusel im Arrondissement Birkenfeld des Saardepartements zugeordnet.[3] Nach der Niederlage Napoleons und den Vereinbarungen, die auf dem Wiener Kongress getroffenen wurden, kam Reichweiler im Jahr 1816 zum Fürstentum Lichtenberg, einer neugeschaffenen Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld beziehungsweise ab 1826 des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. Mit diesem fiel es 1834 an Preußen, das aus diesem Gebiet den Kreis St. Wendel schuf. Nach der Abtrennung des Hauptteils an das neugeschaffene Saargebiet entstand 1920 der Restkreis Sankt Wendel-Baumholder, zu dem der Ort bis 1937 gehörte, als er in den Kreis Birkenfeld eingegliedert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Reichweiler innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1969 wurde der Ort in den Landkreis Kusel umgegliedert.[4]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Reichweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Amt ist derzeit noch vakant. Dennis Müller (parteilos) wurde am 4. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Reichweiler.[6][7] Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde,[8] oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Dennis Müller entschied.[9] Am 11. Dezember 2025 legte Müller sein Ehrenamt aus privaten Gründen vorzeitig nieder.[10][11] Daher fand parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 die Wahl eines Nachfolgers statt. Der bisherige Erste Beigeordnete Thomas Schmitt wurde als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 91,4 % zum künftigen Ortsbürgermeister gewählt.[12] Seine Amtseinführung steht noch aus.
Müllers Vorgänger Eric Tuerlings (parteilos) hatte das Amt am 12. Oktober 2021 übernommen.[13] Bei der Direktwahl am 26. September 2021 war der Niederländer mit einem Stimmenanteil von 94,7 % gewählt worden.[14] Bei der Wahl 2024 kandidierte Tuerlings nicht erneut als Ortsbürgermeister. Sein Vorgänger Karsten Becker hatte das Amt am 13. Juni 2014 angetreten.[15] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 81,73 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[16] Im Juli 2021 legte er sein Amt jedoch aus privaten Gründen nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde.[17] Beckers Vorgänger Bernd Hoffmann hatte das Amt 25 Jahre ausgeübt.[18]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Von Silber und Rot geteilt, oben ein wachsender, rotbewehrter und -bezungter, blauer Löwe, unten eine runde, goldene Scheibe, darin ein schwarzer Dolch über einem Paar schwarzer Stierhörner.“[19] | |
| Wappenbegründung: Obwohl Reichweiler nie oder nur kurz zur Grafschaft Veldenz gehörte, wurde der blaue Veldenzer Löwe ins Wappen aufgenommen, weil alle Gemeinden des „Amtes Burglichtenberg in Berschweiler“ im Kreis Birkenfeld, zu dem Reichweiler früher gehörte, diesen Löwen in ihrem Wappen tragen und er auch im Wappen der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken enthalten war. Das untere Wappenfeld bezieht sich auf das Mithrasdenkmal am Rande der Reichweiler Gemarkung. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An der Grenze zu Schwarzerden ist das Mithras-Denkmal zu sehen.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch den Ort führt die Kreisstraße 61. Im Süden befindet sich die Bundesautobahn 62. Am Ortsrand gibt es zu dieser eine Anschlussstelle.
Telekommunikation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Kleinen Keufelskopf (49° 33′ 10,5″ N, 7° 17′ 59,6″ O) befindet sich ein 137 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG, der wie der unweit gelegene Fernmeldeturm Bornberg ein Typenturm vom Typ FMT 16 ist. Der Fernmeldeturm wird von der ehemaligen Telekom-Tochter Deutsche Funkturm betrieben.

Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur über Reichweiler in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsgemeinde Reichweiler auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan
- Geschichte von Reichweiler auf regionalgeschichte.net
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Heinz Kirsch: Kurzgefasste Ortsgeschichte. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz, abgerufen am 28. Februar 2022.
- ↑ Reichweiler. Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, abgerufen am 28. Februar 2022.
- ↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 149 (PDF; 2,8 MB).
- ↑ Wahl zum Ortsgemeinderat (Mehrheitswahl): Reichweiler 2024. Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Rita Dausend: 22 Jahre alt, Student und neuer Ortsbürgermeister. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 8. Juli 2024, abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Konstituierende Gemeinderatssitzung am 4. Juli 2024. In: Bürgerinfoportal. Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Reichweiler, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Reichweiler. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Neuer Ortsbürgermeister. In: Nachrichten aus 2024. Ortsgemeinde Reichweiler, 5. Juli 2024, abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Rücktritt des Ortsbürgermeisters. In: Neuigkeiten. Ortsgemeinde Reichweiler, 11. Dezember 2025, abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ Rita Dausend: Junger Ortsbürgermeister von Reichweiler tritt zurück. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 12. Dezember 2025, abgerufen am 8. März 2026 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Rita Dausend: Neuer Ortsbürgermeister mit 91,4 Prozent gewählt. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 22. März 2026, abgerufen am 3. April 2026.
- ↑ Thilo Neitsch: Sitzung des Ortsgemeinderates der Ortsgemeinde Reichweiler. 12. Oktober 2021. Ortsgemeinde Reichweiler, 1. Oktober 2021, abgerufen am 28. Februar 2022.
- ↑ Wolfgang Kreilinger: 94,7 Prozent für Eric Tuerlings. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 26. September 2021, abgerufen am 9. Oktober 2021.
- ↑ Eine Eiche für die Arbeit. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 18. Juni 2014, abgerufen am 16. Mai 2020.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Kusel-Altenglan, Verbandsgemeinde, 30. Ergebniszeile. Abgerufen am 16. Mai 2020.
- ↑ Rainer Clos: Rücktritt von Ortsbürgermeister Becker. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 8. Juli 2021, abgerufen am 9. Oktober 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
- ↑ Lena Scherer: Der höchste Berg im Landkreis Kusel. Die Rheinpfalz, 5. März 2015, abgerufen am 16. Mai 2020.
- ↑ Heinz Kirsch: Wappen. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e. V., Mainz, abgerufen am 8. März 2026.

