Quanto
Quanto ist ein Namenszusatz für Anlage- und Hebelprodukte, die gegen Währungsschwankungen abgesichert sind. Quanto-Produkte beziehen sich auf Basiswerte, die nicht in der Währung des Anlegers notieren. Sie sollen gegen das Risiko (oder die Chance) durch Wechselkursschwankungen absichern. Wechselkursschwankungen können einen Gewinn oder Verlust schmälern oder auch vergrößern. Einige Anleger sehen jedoch im Wechselkurs ein zusätzliches (unkalkulierbares) Risiko, das sie durch Quanto-Produkte ausschalten können, allerdings zum Preis zusätzlicher (Verwaltungs-)Kosten. Durch die Finanzierung der Absicherung entstehen zusätzliche Kosten. Diese hängen ab von der Volatilität, den Zinssätzen der jeweiligen Währungen und der Korrelation zwischen Basiswert und Fremdwährung. Dadurch fallen bei Quanto-Produkten in der Regel etwas höhere jährliche Verwaltungsgebühren an (typischerweise 1–4 %). Eine Möglichkeit der Absicherung besteht darin, einen entsprechenden Betrag der Fremdwährung (auf Termin) zu verkaufen, z. B. über Optionen. Diese bilden dann die Wertentwicklung von der Heimat- zur Fremdwährung umgekehrt ab und neutralisieren den Verlust (oder Ertrag) durch den Währungstausch.
Quanto ist ein Namenszusatz für Anlage- und Hebelprodukte, die gegen Währungsschwankungen abgesichert sind.[1]
Quanto-Produkte beziehen sich auf Basiswerte, die nicht in der Währung des Anlegers notieren. Sie sollen gegen das Risiko (oder die Chance) durch Wechselkursschwankungen absichern.[2]
Wechselkursschwankungen können einen Gewinn oder Verlust schmälern oder auch vergrößern. Einige Anleger sehen jedoch im Wechselkurs ein zusätzliches (unkalkulierbares) Risiko, das sie durch Quanto-Produkte ausschalten können, allerdings zum Preis zusätzlicher (Verwaltungs-)Kosten.
Durch die Finanzierung der Absicherung entstehen zusätzliche Kosten. Diese hängen ab von der Volatilität, den Zinssätzen der jeweiligen Währungen und der Korrelation zwischen Basiswert und Fremdwährung. Dadurch fallen bei Quanto-Produkten in der Regel etwas höhere jährliche Verwaltungsgebühren an (typischerweise 1–4 %).[2]
Eine Möglichkeit der Absicherung besteht darin, einen entsprechenden Betrag der Fremdwährung (auf Termin) zu verkaufen, z. B. über Optionen. Diese bilden dann die Wertentwicklung von der Heimat- zur Fremdwährung umgekehrt ab und neutralisieren den Verlust (oder Ertrag) durch den Währungstausch.[3][4][5][6]
Beispiel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Anleger kauft ein (nicht-quanto) Index-Zertifikat auf den S&P 500 bei einem Stand von 1.000,00 USD. Der Euro-Dollar-Wechselkurs steht bei 1,00 USD/EUR, d. h. 1 Euro = 1 US-Dollar.
Er investiert somit genau 1000 EUR.
Der Kurs in der Heimatwährung berechnet sich dann wie folgt:
Hier steht x für relative Kursänderung im Basiswert und y für die im Wechselkurs.
| Wechselkurs steigt um +5 % (Heimatwährung verteuert sich) |
Wechselkurs unverändert | Wechselkurs fällt um −5 % (Heimatwährung wertet ab) | |
| Referenzwert steigt um +5 % | |||
| Referenzwert unverändert | |||
| Referenzwert fällt um −5 % |
Szenario 1: Index steigt, Wechselkurs steigt
Durch den gestiegenen Wechselkurs (Heimatwährung wird teurer) werden die Kursgewinne des Index reduziert.
Index steigt auf 1050 USD (+5 %), Wechselkurs steigt auf 1,05 USD/EUR (+5 %). Ergebnis: 1000 EUR.
Szenario 2: Index fällt, Wechselkurs steigt
Der steigende Wechselkurs (Heimatwährung wird teurer) vergrößert die Verluste des Index.
Index fällt auf 950 USD (−5 %), Wechselkurs steigt auf 1,05 USD/EUR (+5 %). Ergebnis: 904,76 EUR (Verlust: 9,5 %).
Szenario 3: Index steigt, Wechselkurs fällt
Der sinkende Wechselkurs (Heimatwährung wird billiger, Fremdwährung wird teurer) vergrößert noch den Kursgewinn des Index.
Index steigt auf 1050 USD (+5 %), Wechselkurs fällt auf 0,95 USD/EUR (−5 %). Ergebnis: 1105,26 EUR (Gewinn: 10,5 %).
Szenario 4: Index fällt, Wechselkurs fällt
Der sinkende Wechselkurs neutralisiert wiederum die Verluste des Index.
Index fällt auf 950 USD (−5 %), Wechselkurs fällt auf 0,95 USD/EUR (−5 %). Ergebnis: 1000 EUR.
Währungssicherung des Zertifikats (Quanto)
Der Anleger kauft das (in Dollar gehandelte) Zertifikat für 1000 EUR. Außerdem kauft der Anleger auch eine Put-Option auf den US-Dollar, die ihm das das Recht gibt, in der Zukunft 1000 Dollars im Verhältnis 1:1 gegen Euros zu tauschen. Durch den Kauf der Option „fixiert“ er praktisch seinen Wechselkurs, zu den Kosten der Option. Steigt der Wechselkurs (das heißt: der Dollar verliert an Wert), dann verliert das Zertifikat in Euro gemessen gleichermaßen an Wert. Allerdings kann der Anleger durch Ausüben seiner Put-Option den nun verlustbehafteten Umtausch von Dollar in Euro vermeiden.
Alternativ nimmt er einen Kredit in USD auf und tauscht das Geld sofort in EUR um. Fällt nun der Dollarkurs, verliert zwar sein Zertifikat in Euro gemessen an Wert, allerdings trifft das ebenso auf seine Schuld zu.
Grundsätzlich kann jeder Anleger diese Währungssicherung selbst konstruieren. Das ist jedoch komplex (Kreditnahme bzw. Berechnung der Optionsparameter) und meist auch teurer (Transaktionskosten im Verhältnis zum investierten Betrag hoch) als ein Quanto-Produkt.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ B. Rudolph, K. Schäfer: Derivative Finanzmarktinstrumente. S. 355.
- ↑ a b A. Preißner: Erfolgreich in Zertifikate investieren. S. 51.
- ↑ C. Eibl: Alles, was Sie über Gold wissen müssen: Hintergründe, Fakten und Anlagetipps. S. 65f.
- ↑ Handelsblatt Online, M. v. Arnim: Wie viel kostet die Währungsabsicherung?. Abgerufen am 2. August 2011.
- ↑ Goldman-Sachs, D. Heß: Warum werden unterschiedliche Managementgebühren für Quanto-Zertifikate erhoben? Experten online. Abgerufen am 2. August 2011.
- ↑ Royal Bank of Scotland: Quanto Zertifikate ( des vom 19. Mai 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 777 kB). Abgerufen am 2. August 2011.