Pyrbaum
Pyrbaum ist ein Markt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Pyrbaum wird auch „Tor zur Oberpfalz“ genannt. Es war die erste Gemeinde Bayerns, die bereits am 1. Oktober 1970 die Gemeindegebietsreform vollzog. Pyrbaum ist auch als Gemeinde mit dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Bayerns bekannt.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 18′ N, 11° 17′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Neumarkt in der Oberpfalz | |
| Höhe: | 438 m ü. NHN | |
| Fläche: | 50,29 km² | |
| Einwohner: | 5872 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 117 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 90602 | |
| Vorwahl: | 09180 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NM, PAR | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 73 156 | |
| LOCODE: | DE XPB | |
| Marktgliederung: | 14 Gemeindeteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Marktplatz 1 90602 Pyrbaum | |
| Website: | pyrbaum.de | |
| Erster Bürgermeister: | Michael Langner (CSU) | |
| Lage des Marktes Pyrbaum im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz | ||

Pyrbaum ist ein Markt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.[2]
Pyrbaum wird auch „Tor zur Oberpfalz“ genannt. Es war die erste Gemeinde Bayerns, die bereits am 1. Oktober 1970 die Gemeindegebietsreform vollzog. Pyrbaum ist auch als Gemeinde mit dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Bayerns bekannt.[3]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geografische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als westlichste Gemeinde des Regierungsbezirks der Oberpfalz liegt Pyrbaum ca. 15 km südöstlich der Stadt Nürnberg. Das Gemeindegebiet ist größtenteils von Wald bedeckt.[2] Als einzige Gemeinde der Oberpfalz zählt Pyrbaum zur Region Franken.[3]
Der überwiegende Teil des Ortes liegt auf einer gerodeten Anhöhe. Der Gemeindeteil Neumühle ist der westlichste Punkt der Oberpfalz.[2]
Südlich von Pyrbaum befinden sich die Quellen des Finsterbachs, im Nordosten die des Hembachs. Beide münden etwa 15 km weiter westlich in die Rednitz.[2]
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]
- Asbach (Einöde)
- Birkenlach (Weiler)
- Dennenlohe (Dorf)
- Dürnhof (Einöde)
- Münchsmühle (Einöde)
- Neuhof (Weiler)
- Neumühle (Einöde)
- Oberhembach (Dorf)
- Pruppach (Dorf)
- Pyrbaum (Hauptort)
- Rengersricht (Dorf)
- Schwarzach (Dorf)
- Seligenporten (Dorf)
- Straßmühle (Einöde)
Die Marktgemeinde besteht aus den Gemarkungen Oberhembach, Pyrbaum, Rengersricht und Seligenporten.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachbargemeinden sind von Norden aus im Uhrzeigersinn: Schwarzenbruck (Mfr./LAU), Burgthann (Mfr./LAU), Postbauer-Heng, Freystadt, Allersberg (Mfr./RH), Roth (Mfr./RH), Schwanstetten (Mfr./RH) und Wendelstein (Mfr./RH)
| Wendelstein | Schwarzenbruck | Burgthann |
| Schwanstetten | Postbauer-Heng | |
| Roth | Allersberg / Freystadt |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis zum 18. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Faustkeilfund bei Rengersricht zeigt, dass schon in der Jungsteinzeit Jäger und Sammler die Gegend durchstreiften. Eine keltische Siedlung in Pruppach aus der Antike ist durch Überreste einer Keltenschanze auf dem Burgstall belegt.
In den Jahren 1138–1147 tritt der Landadelige "Tvirnchart de Birboum", dessen namentlich nicht bekannte Tochter sich im Kloster Weihenstephan befand, als Zeuge auf, als die Töchter Burkards von Wolfershofen im Rahmen ihres Eintritts in den Konvent dem Kloster Weihenstephan Besitz in Daßwang übergab.[6][7]
Ein weiteres Mal bezeugt "Tůrinchardus de Pirbǒm" im Februar 1147 ein Rechtsgeschäft des Abt Sigmars auf dem Hoftag König Konrads III. in Regensburg. Im Zeitraum zwischen 1148 und 1156 verzichteten dann "Durinchard de Pirpoum" und sein Gattin "Iudita" (Judith) vor dem König und dem Klostervogt Pfalzgraf Otto auf Weihenstephaner Besitz in Daßwang unter der Bedingung, dass ihre beiden Töchter ins Kloster aufgenommen werden und übergeben dazu eine Hube in Winn mit 16 Hörigen.[6][7]
Gemäß den Forschungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften bezieht sich der Ortsname auf das bairisch-althochdeutsche Bestimmungswort "pirapoum", was mit Birnbaum zu übersetzten ist. Die Namensbedeutung ist somit " (Siedlung am) Birnbaum".[6][8]

Von 1346 bis zu seinem Aussterben 1740 wurde Pyrbaum vom Adelsgeschlecht der Wolfsteiner beherrscht. Wilhelm von Wolfstein erbaute 1493 in Pyrbaum ein Schloss. Um 1510 erfolgte der Bau der Pfarrkirche St. Georg, die danach den Wolfsteinern als Grablege diente. In dieselbe Zeit fiel der Bau der Gottesackerkapelle mit einem Flügelaltar.[9]
Im Jahre 1527 wird dem Dorf Pyrbaum das Marktrecht verliehen.[9]
Um 1540 ließen die Wolfsteiner, die inzwischen das neue Bekenntnis angenommen hatten, in Pyrbaum die Reformation durchführen;[9] 1561 wurde diese abgeschlossen, die letzten Katholiken verließen den Ort.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gemeindegebiet stark in Mitleidenschaft gezogen. Zu nennen ist hier v. a. der Feldzug des Jahres 1641 der Schweden bei ihrem Überfall auf den Reichstags in Regensburg. Insbesondere aber Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich – der sich im November 1645 im Schloß zu Pyrbaum einquartierte – und seine 16.000 Mann starke Truppe haben in Pyrbaum und der gesamten Umgebung erhebliche Verheerungen verursacht.[10]
In 1740 fiel Pyrbaum, nach dem Erlöschen der Wolfsteiner im Mannesstamm, dem Kurfürstentum Bayern zu. Mithilfe des Kapuzinerordens wurde Pyrbaum rekatholisiert; am 14. April 1751 feierte ein Sulzbürger Kapuziner die erste Messe seit der Reformation im Pyrbaumer Getreidekasten. Im Schloss Pyrbaum wurde ein Gottesdienstraum eingerichtet und 1752 wurde eine ständige Wohnung für die Kapuziner, die aus Sulzbürg oder aus Neumarkt für die Abhaltung der Messe kamen, eingerichtet. Auch eine kleine Kirche wurde dort 1753, trotz des Einspruches der Franziskaner von Freystadt, die um ihre Einnahmen aus Almosen fürchteten, benediziert. Aufgrund der angestiegenen Zahl an Katholiken wurde in Pyrbaum am 13. Oktober 1756 auch eine katholische Schule (auch der erste katholische Lehrer war angestellt worden) und 1757 ein katholischer Friedhof auf landesherrlichem Grund eingerichtet. Der Bau des Kapuzinerhospizes (heute Pfarrhof am Oberhembacher Weg 2) erfolgte 1760, was nicht ohne Proteste der ortsansässigen evangelischen Bürger erfolgte, in die auch das Corpus Evangelicorum in Regensburg eingeschaltet wurde. Diese Konflikte über katholische Bittgänge und Prozessionen oder die Aufstellung von Bildstöcken und Kreuzen im öffentlichen Raum dauerten die nächsten Jahre an. Die letzte Beschwerdeschrift an das Corpus Evangelicorum datiert von 1768.
19. und 20. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Am 5. März 1802 wurde das Kapuzinerhospiz aufgehoben und die hier lebenden Mönche in das Kapuzinerkloster Altötting umgesiedelt. Das Inventar wurde an die Pfarrei und an den dortigen Weltpriester übergeben.[9] Am 14. Februar 1803 wurde als erster weltlicher Pfarrer Georg Maier ordiniert; er erhielt auch die Bibliothek der Kapuziner, so diese nicht bereits an einen Papiermacher verkauft war. Das Hospizgebäude wurde zum Pfarrhaus.
Mit dem königlichen Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 entstand die Ruralgemeinde Pyrbaum.[11] Die Einwohnerzahl Pyrbaums entwickelte sich danach wie folgt:[12]
| Berichtsjahr | Einwohnerzahl | |
|---|---|---|
| 1871 | 654 | |
| 1925 | 651 | |
| 1950 | 1098 | |
| 1970 | 1342 | |
| 1987 | 2034 |
1853 brannte das Schloss ab, nicht jedoch die Kapelle, die 1880/81 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Diese Kirche brannte jedoch am Pfingstmontag 1899 ab. Im Jahr darauf erfolgte ein Neubau, der am 20. Januar 1901 benediziert wurde.[9]

Die Lokalbahn von Burgthann über Pyrbaum nach Allersberg wurde am 14. Dezember 1902 feierlich eröffnet.[13]
1923 bekam die Gemeinde elektrischen Strom, ab 1954 Zug um Zug eine zentrale Wasserversorgung.[14]
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden die Gemeinden Pyrbaum, Oberhembach, Rengersricht und Seligenporten[11] am 1. Oktober 1970 zur Marktgemeinde Pyrbaum zusammengefasst.[15]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen 1987 und 2017 wuchs die Einwohnerzahl der Marktgemeinde von 4379 auf 5837 um 1458 Einwohner bzw. um 33,3 %.

- 1840–1987[16]
- 2010–2024[17]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Marktgemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Marktgemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Er setzt sich seit der Kommunalwahl am 8. März 2026 wie folgt zusammen:[18]
| Partei / Liste | Sitze | +/−* | Stimmenanteil |
| CSU | 7 | ± 0 | 35,4 % |
| SPD | 3 | ± 0 | 13,3 % |
| Grüne | 1 | - 1 | 7,4 % |
| Die Linke | 1 | ± 0 | 3,2 % |
| Freie Wähler Bayern/Freie Wähler Pyrbaum | 5 | + 1 | 24,0 % |
| Christlich Freie Wähler Seligenporten-Rengersricht (CFW) | 2 | ± 0 | 11,9 % |
| Freie Wähler Schwarzach | 1 | ± 0 | 4,9 % |
| Gesamt | 20 |
* Differenz zur Wahl 2020
| CSU | SPD | FW / CFW | Grüne | Linke | Gesamt | |
| 2026[18] | 7 | 3 | 8 | 1 | 1 | 20 Sitze |
| 2020[17] | 7 | 3 | 7 | 2 | 1 | 20 Sitze |
| 2014[16] | 7 | 4 | 8 | 1 | 0 | 20 Sitze |
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 8. März 2026 wurde Michael Langner (CSU) mit 60,0 % der Stimmen im 1. Wahlgang als Erster Bürgermeister der Marktgemeinde wiedergewählt.[18] Auf seinen Gegenkandidaten Stefan Zeltner (Christliche Freie Wähler) entfielen 40,0 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,6 %.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Rot ein bewurzelter grüner Birnbaum mit goldenen Früchten.“[19] | |
|
Das Wappen ist seit 1527 bekannt. |
Kommunale Allianz Schwarzachtalplus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Markt Pyrbaum ist Mitglied der Kommunalen Allianz Schwarzachtalplus. Zu dieser gehören auch die Stadt Altdorf bei Nürnberg, die Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, die Gemeinde Burgthann, der Markt Feucht, die Gemeinde Leinburg, der Markt Postbauer-Heng, die Gemeinde Schwarzenbruck und die Gemeinde Winkelhaid. Im Rahmen eines integrierten ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) wird gemeinschaftlich an der Erhaltung charakteristischer Landschaftsräume, an der Stärkung der Siedlungsstrukturen und Ortsmitten sowie an der gemeinsamen Gestaltung der Mobilitäts- und Energiewende gearbeitet. Ziel ist es, auch den Zusammenhalt in der Region zu stärken.[20]
Aktionsbündnis Oberpfalz-Mittelfranken (ILE AOM)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Markt Pyrbaum ist auch Teil des vom Freistaat Bayern geförderten Aktionsbündnisses Oberpfalz-Mittelfranken. Zu diesem gehören auch der Markt Allersberg, die Stadt Berching, die Gemeinde Berngau, die Stadt Freystadt, die Gemeinde Mühlhausen, der Markt Postbauer-Heng sowie die Gemeinde Sengenthal. Durch diesen Zusammenschluss können Aufgaben wie Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Digitalisierung, Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe u. v. m. effizienter und zielgerichteter bewältigt werden. Staatlicherseits erfolgt hierbei eine Förderung von Einzelmaßnahmen durch das Amt für Ländliche Entwicklung.[21]
Gemeindepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 29. Oktober 1988 besteht eine Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Csákvár, mit deren Nachbargemeinde Vértesboglár seit dem 31. Juli 1991.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Besonders sehenswert sind die drei noch bestehenden Torhäuser Pyrbaums, das Neumarkter Pflasterzollhaus, das Bitteltor und das Lindelburger Tor. Aber auch das historische Ensemble am Schloßhof 1 bis 5 mit der Schloßruine und der gegenüber liegenden Kirche St. Georg bilden eine beeindruckende mittelalterliche Kulisse.[22]
Im Gemeindeteil Seligenporten befindet sich das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Seligenporten. Das ehemalige Forsthaus in Birkenlach mit zugehöriger Hofkapelle, Backhaus, Scheune und Stadel bilden ebenfalls ein sehr sehenswertes Bauensemble, das aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammt.

Fauna-Flora-Habitat-Gebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als FFH-Gebiet wurden die beim Ortsteil Oberhembach befindlichen Bachläufe und Waldweiher mit den umliegenden Moor- und Feuchtbiotopen ausgewiesen, da dort zwei seltene Falterarten beheimatet sind.[23] Ein weiteres FFH-Gebiet befindet sich beim Ortsteil Dennenlohe. Der dortige Moosgraben und der Dennenloher Weiher gelten als besonders schützenswerte Landschaftsteile.[24]
Parks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beim Ortsteil Straßmühle befindet sich bereits seit 1968 ein Wildpark mit Rot- und Dammwild sowie einer großen Rotte von Wildschweinen.[3] In unmittelbarer Nähe zu den Wildgehegen sorgt der Kletterwald Straßmühle für Nervenkitzel. Innere Ruhe ist beim ebenfalls dort möglichen Bogenschießen zu erlangen.[25]
Kultur, Musik und Gesang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben einem Blasorchester und zweier Blaskapellen sind im musischen Bereich ein Kirchenchor und ein Gesangsverein aktiv. Um die kulturelle Vielfalt bemühen sich die Vereine "Kulturgrenze West" und "Kunst im Dorf".[3]
Gemeinwohl
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verein Felix Porta e.V. aus Seligenporten fördert die Begegnung der Kinder und Jugendlichen in der Marktgemeinde Pyrbaum. Die sechs Freiwilligen Feuerwehren des Marktes befassen sich in erster Linie mit dem Zivilschutz. Um die Ortsverschönerung machen sich vier Gartenbau- und Landespflegevereine, ein Obst- und Gartenbauverein sowie ein Verein für Heimatpflege und Gartenbau verdient.[3]
Der Heimatverein Kloster ist u. a. mit der Verwaltung und Pflege des Dorfhauses und Heimatmuseums „Stollensepfelhaus“ in Seligenporten befasst. Der Partnerschaftsförderverein wurde im Juni 2004 gegründet und bemüht sich um die Intensivierung der gemeindlichen Partnerschaften mit den ungarischen Partnergemeinden Csakvar und Vertesboglar.[3]
Hauptziel des Fördervereins PYReinander ist die die Förderung des Seniorenzentrums, wo man sich v. a. um die Mittelbeschaffung für die Ausgestaltung und Ausstattung des Seniorenzentrums über den Standard hinaus bemüht. Den sozialen Bereich deckt insbesondere der VDK Pyrbaum ab, während sich der Bund Naturschutz in erster Linie mit dem Erhalt der Natur beschäftigt.[3]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Schützengilde 1876 Pyrbaum handelt es sich um den traditionsreichsten Verein Pyrbaums. Zusammen mit dem Schützenverein St. Hubertus Rengersricht und dem Schützenverein Kloster Tannenreis Seligenporten wird dort der Schießsport gepflegt.[3]
Die beiden großen Sportvereine bieten neben der Hauptsportart Fußball ein breites Spektrum an sportlichen Aktivitäten. Neben Fitness-, Gesundheits- und Rehakursen sowie Kinderturnen sind hier noch Kegeln und Tennis zu nennen. Große Erfolge konnte die Damenmannschaften der Handball-Spielgemeinschaft Pyrbaum/Seligenporten erreichen (1981, 1992 Bayerischer Meister, 1981 Regionalliga/2. Liga, DHB-Pokal Hauptrunde 1986, 1989/90). Für Kampfsport zeichnet das Ju-Jutsu-Dojo Pyrbaum verantwortlich.[3]
Der Pferdesport wird vom Reit- und Fahrverein Seligenportener Klosterreiter e. V. gepflegt. Auch ein Fischereiverein und ein Schäferhundeverein sind in Pyrbaum aktiv.[3]
Gesellschaftsvereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben zwei Soldaten- und Kriegerkameradschaften sind in Pyrbaum auch die Sudetendeutsche Landsmannschaft, ein Verein zur Förderung der dörflichen Gemeinschaft, zwei Kirchweihvereine, ein Verein von Schlepperfreunden sowie ein Fanclub vertreten.[3]
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Den Jahresreigen eröffnet der Ball des Marktes, der seit den 1980er Jahren jeweils am dritten Wochenende eines jeden neuen Jahres stattfindet.[26]
- Die traditionelle Sau-Feier der Schützengilde Pyrbaum findet regelmäßig am Faschingssamstag statt.[27]
- Das Seligenportener Starkbierfest wird zu Beginn der Fastenzeit in den Hallen des ortsansässigen Busunternehmens gefeiert.[28]
- Die Feuerwehr Pyrbaum lädt meist Anfang Mai zum Grillfest, mit dem dann die Grillsaison eröffnet wird.[29]
- Anfang Juni findet dann das Seligenportener Oldtimertreffen statt.[26]
- Mitte Juni folgt dann das Backofenfest des OGV Schwarzach[3]
- Jeweils über das gesamte Pfingstwochenende wird die Pyrbaumer Kirchweih gefeiert. Einen Teil dieser Feierlichkeiten bildet das "Wolfsteinder Fest" mit historischen Führungen und Sonderausstellungen.[3]
- Anfang Juli findet im historischen Klosterhof Seligenportens das zweitätige Klosterhoffest statt.[30]
- Oberhembach lädt jeweils Mitte Juli zu "Kunst im Dorf + Kärwa" zu Kunstgenüssen, musikalischen Darbietungen, Tanz, Performance und Tradition ein.[3]
- Das frühere Brunnenfest Pyrbaum, das seit dem Jahre 2001 vom Liederkranz Pyrbaum veranstaltet wurde, mündete seit 2017 in die Serenade am Schloss, die jeweils Mitte-Ende Juli stattfindet.[26]
- Am letzten Septemberwochenende wird zur Schwarzacher Kirchweih eingeladen.[28]
- Mitte September wird das Fischerfest des Fischereivereins Pyrbaum an den Pruppacher Weihern gefeiert.[28]
- Die traditionsreiche Seligenportener Kirchweih wird im Klosterhof jeweils am dritten Oktoberwochenende gefeiert.[28]
- Die Schützengilde Pyrbaum feiert ihren Schützenkönig traditionell am Nikolaustag.[27]
- Den Beginn der Adventszeit markiert bereits seit 1986 das Adventskonzert in der Klosterkirche Seligenporten am ersten Advent.[3]
- Seit 1994 findet der Pyrbaumer Weihnachtsmarkt jeweils am ersten Adventswochenende statt. Am zweiten Adventswochenende verwandelt sich dann der Klosterhof Seligenporten in ein kleines Weihnachtsdorf.[26]
Kulinarische Spezialitäten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das Pyrbaumer Gewürzbrot wurde von einer mittelständischen Bäckerei in Nürnberg Thon produziert. Leider wird dieses Produkt aktuell nicht mehr hergestellt, da das betreffende Unternehmen nicht mehr besteht.[28]
- Pyrbaumer Sauwetter-Tee
- Das "Seligenportener Klosterbier" und der Likör "Seligenportener Klostergold" werden von einer ortsansässigen Kleinbrauerei erzeugt und sind exklusiv über einen Getränkemarkt in Wendelstein zu beziehen.[28]
- Ausschließlich zur Schwarzacher Kirchweih wird der "Schwarzacher Kirwaschnaps" von Privat gebrannt.[28]
Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Industrie und Dienstleistung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Markt Pyrbaum ist geprägt durch den starken Einfluss des angrenzenden Städtedreiecks Nürnberg–Fürth–Erlangen, in dem viele Pyrbaumer Bürger ihren Arbeitsplatz haben. Doch auch in der Gemeinde gibt es leistungsfähige Betriebe, insbesondere in der Metallbearbeitung, im Maschinenbau, der Druck- und Klebetechnik, der Elektrotechnik, im Glasbau und im Personentransportwesen.
In Pyrbaum steht der Bevölkerung eine Mehrzweckhalle für sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung.
Neben Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Gemeinde zwei Grundschulen, drei Kindergärten, eine Bücherei, eine Apotheke sowie Allgemein-, Zahn- und Tierärzte.
In Pyrbaum verfügt über mehrere Gewerbegebiete (im Ort selbst und in Seligenporten am Alten Bahnhof und an der Möninger Straße) mit diversen Betrieben sowie einer Tankstelle am Ortsausgang Richtung Oberhembach.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Markt Pyrbaum ist über Kreisstraßen und die Staatsstraße St 2402 an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden. Zur Anschlussstelle Allersberg der BAB München–Nürnberg (A 9) sind es vom Ortsteil Seligenporten ca. 5 km, zur Anschlussstelle Neumarkt der BAB Nürnberg–Regensburg (A 3) sind es von den Ortsteilen Pyrbaum und Seligenporten jeweils ca. 18 km. Die Entfernung zur Bundesstraße 8 beträgt 5 km. Über die Kreisstraße NM 17 und die Staatsstraße St 2225 erreicht man in 25 Minuten Nürnberg.
Bis 1973 verfügten die Ortsteile Pyrbaum, Rengersricht und Seligenporten über Haltestellen an der seither stillgelegten und inzwischen abgebauten Nebenbahnstrecke Burgthann–Allersberg.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Schulsprengel Pyrbaum verfügt über eine Grundschule mit 218 Schülern (2024/2025), die in zwei Gebäuden in Pyrbaum und Seligenporten von 13 Lehrkräften unterrichtet werden.[31]
Medien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mitteilungsblatt für den Markt Pyrbaum
Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Gemeindebücherei Pyrbaum
- Gemeindearchiv Pyrbaum
- Heimatmuseum „Stollensepfelhaus“ in Seligenporten
Söhne und Töchter des Marktes Pyrbaum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jakob Kriegseis (1885–1968), Abgeordneter des Hessischen Landtags
- Maximilian Krafft (1889–1972), Mathematiker
- Fritz Baer (1901–1993), Jurist und Ministerialdirektor
- Gerhald Müll (* 1948), Eishockeyspieler
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Martin Zeiller: Pyrbaum. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Bavariae (= Topographia Germaniae. Band 4). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1644, S. 67 (Volltext [Wikisource]).
- Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938.
- Johann Kirchinger: Gebet und Gewalt in der Öffentlichkeit. Konfessionsbedingte Raumwahrnehmungen im Konflikt zwischen Kapuzinern und Protestanten in Sulzbürg und Pyrbaum in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In Tobias Appl; Manfred Knedlik (Hrsg.): Oberpfälzer Klosterlandschaft. Die Klöster, Stifte und Kollegien der Oberen Pfalz. S. 291–323. Friedrich Pustet, Regensburg 2016, ISBN 978-3-7917-2759-2.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
- ↑ a b c d Ortslage. In: BayernAtlas. Kartenviewer des Freistaats Bayern, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n o Website. der Marktgemeinde Pyrbaum, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ Gemeinde Pyrbaum in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 23. April 2021.
- ↑ Gemeinde Pyrbaum, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Dezember 2021.
- ↑ a b c Sarah Rathgeb: Historische Ortsnamen. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ a b Bodo Uhl: Die Traditionen des Klosters Weihenstephan. In: Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte. Band XXVII, Erster Teil (Nr. 88a / Nr. 139b / Nr. 187). C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1972, S. 74 + 117 +150.
- ↑ Herbert Maas: Mausgesees und Ochsenschenkel. Kleine nordbayerische Ortsnamenskunde. 3. Aufl. Verlag Nürnberger Presse, 1995. ISBN 3-920701-94-1.
- ↑ a b c d e Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt II. Band / Eichstätt 1938 / Ph. Brönner- & Däntler’sche Buchdruckerei / Seite 427 ff. In: Münchener DigitalisierungsZentrum / Digitale Bibliothek. Bayerische StaatsBibliothek, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ Heribert Batzl: Chronik der Gemeinde Postbauer-Heng. Hrsg.: Gemeinde Postbauer-Heng. Carl Mayr Buch- und Offsetdruckerei, Amberg 1977, S. 94 ff.
- ↑ a b Historisches Lexikon Bayern. In: bavarikon. Bayerische Staatsbilbiothek, abgerufen am 5. Februar 2026.
- ↑ Einwohnerstatistik. In: bavarikon. Onlineportal des Freistaats Bayern, abgerufen am 4. März 2026.
- ↑ Petitionen ad acta: ungeeignete Eingaben (Landtag 1905/1906). In: deutsche-digitale-bibliothek.de. 3. April 2025, abgerufen am 2. März 2026 (Erwähnt unter Indexbegriffen „Eisenbahnbau, Allersberg-Ochenbruck“).
- ↑ Infobroschüre der Marktgemeinde Pyrbaum ( vom 6. August 2013 im Internet Archive) (PDF-Datei)
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 533.
- ↑ a b Zahlen & Daten. In: Homepage des. Bayern Landesamts für Statistik, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ a b Zahlen & Daten. In: Homepage des. Bayern Landesamts für Statistik, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ a b c Kommunalwahl 2026. Markt Pyrbaum, abgerufen am 9. März 2026.
- ↑ Wappen von Pyrbaum in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- ↑ Website Schwarzachtalplus. Abgerufen am 25. Januar 2026.
- ↑ Website ILE AOM. In: Aktionsbündnis Oberpfalz-Mittelfranken. Abgerufen am 25. Januar 2026.
- ↑ Denkmalliste der Gemeinde Pyrbaum. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 5. Februar 2026, abgerufen am 3. März 2026.
- ↑ FFH-Gebiet Oberhembach. In: protected planet. UN WCMC environment programme, abgerufen am 3. März 2026.
- ↑ FFH-Gebiet Dennenlohe. In: protected planet. UN WCMC environment programme, abgerufen am 3. März 2026.
- ↑ Website des Kletterwalds Straßmühle, abgerufen am 4. März 2026
- ↑ a b c d Broschüre "Markt Pyrbaum / Das Tor zur Oberpfalz" Seite 37. Marktgemeinde Pyrbaum, abgerufen am 3. März 2026.
- ↑ a b Website der Schützengilde 1876 Pyrbaum, abgerufen am 4. März 2026
- ↑ a b c d e f g Diverse Artikel in den Neumarkter Nachrichten
- ↑ Website der FF Pyrbaum, abgerufen am 4. März 2026
- ↑ Website des Gasthofs Kloster Seligenporten, abgerufen am 4. März 2026
- ↑ Schuldaten. In: Website. des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 22. März 2026.

