Prace
Prace (deutsch Pratzen) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt 12 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Brno und gehört zum Okres Brno-venkov. Auf den Fluren der Gemeinde fand 1805 die Schlacht bei Austerlitz statt.
| Prace | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Region: | Jihomoravský kraj | |||
| Bezirk: | Brno-venkov | |||
| Fläche: | 470 ha | |||
| Geographische Lage: | 49° 8′ N, 16° 46′ O | |||
| Höhe: | 245 m n.m. | |||
| Einwohner: | 957 (1. Jan. 2023)[1] | |||
| Postleitzahl: | 664 58 | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | Brno – Slavkov u Brna | |||
| Bahnanschluss: | Brno – Blažovice | |||
| Nächster int. Flughafen: | Brno-Tuřany | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Gemeinde | |||
| Ortsteile: | 1 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Josef Brzobohatý (Stand: 2007) | |||
| Adresse: | Ponětovská 129 664 58 Prace u Brna | |||
| Gemeindenummer: | 583685 | |||
| Website: | www.praceubrna.cz | |||

Prace (deutsch Pratzen) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt 12 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Brno und gehört zum Okres Brno-venkov. Auf den Fluren der Gemeinde fand 1805 die Schlacht bei Austerlitz statt.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Prace befindet sich zwischen dem Drahaner Bergland und dem Steinitzer Wald in den Ausläufern der Thaya-Schwarza-Talsenke. Das Dorf liegt am Nordhang des Pracký kopec (Pratzeberg) in der Quellmulde des Pratecký potok (Pratzebach), eines Zuflusses zum Zlatý potok (Goldbach). Nördlich verläuft die Eisenbahnstrecke von Brno nach Blažovice, an der sich in Ponětovice ein Bahnhalt befindet.
Nachbarorte sind Jiříkovice im Norden, Blažovice im Nordosten, Křenovice und Zbýšov im Osten, Hostěrádky-Rešov im Südosten, Újezd u Brna im Süden, Sokolnice im Südwesten, Kobylnice im Westen sowie Ponětovice im Nordwesten.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Archäologische Funde belegen eine Besiedlung der Gemeindefluren seit der Steinzeit. Das heutige Dorf wurde wahrscheinlich im 11. oder 12. Jahrhundert angelegt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1362, als das Kapitel St. Peter und Paul in Brünn einen Teil von Pracz aufkaufte. Ab 1386 befanden sich alle zwölf Chaluppen des Dorfes im Besitz des Brünner Kapitels.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das aus 25 Häuser bestehende Prace zerstört. Nachdem nach Kriegsende von dem Dorf nur noch ein Haus übriggeblieben war, begann 1653 die Wiederbesiedlung. Beim Einfall der Tataren wurde Prace 1663 wiederum so verwüstet, dass nur die Kirche und ein Haus erhalten blieben.
Am 2. Dezember 1805 lag Prace im Zentrum des Schlachtfeldes der Dreikaiserschlacht. Nach Beendigung der Kämpfe war der Ort ruiniert und mit den Leichen der Soldaten übersät. Von den einst 50 Häusern standen noch drei. Während des Deutschen Krieges besetzte 1866 erneut Militär den Ort, diesmal waren es die Preußen.
Oberhalb des Dorfes, rechts am Weg zum Mohyla míru, erinnert eine kleine Anlage, bestehend aus drei Steinen, die sternförmig zueinander angeordnet sind an die Schlacht bei Austerlitz.
Ein Denkmal an der Straße K Mohyle míru, unterhalb der Kirche in Prace, erinnert an die jungen Männer des Ortes, die den Ersten Weltkrieges mit ihrem Leben bezahlt haben. Bemerkenswert an diesem Denkmal ist, dass der Akzent auf der Trauer der jungen Frau liegt.
Am 9. Juni 1938 stürzte südlich des Dorfes ein Flugzeug ab, dabei fanden beide Insassen den Tod. Ein Gedenkstein dafür befindet sich am Weg, der in Verlängerung der Skolni-Straße an Kirche und Friedhof vorbeiführt.
Am 30. Jänner 1951 kam es in Prace zu einem schweren Unglücksfall. Burschen fanden zwei Antipersonenminen, dabei starben sieben Jungen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Daran erinnert ein kleiner Stein, der in neuerer Zeit durch einen größeren, zweiteiligen Grabstein ergänzt wurde. Die kleine Fläche wurde so gestaltet, dass sie als Gedenkstätte erkennbar ist. Diese Anlage befindet sich an einem schmalen Fußweg östlich von der Kirche und dem dahinter liegendem Friedhof.
2005, zum 200. Jahrestag der Schlacht bei Austerlitz, wurde ein Denkmal an einer Stelle aufgestellt, an der die drei Kaiser sich zeitlich unabhängig voneinander aufgehalten haben. Es befindet sich am Weg von Blažovice nach Zbýšov u Brna südlich der Straße 417. Die Anlage wird ergänzt durch Info-Tafeln am Denkmal in tschechischer, deutscher, französischer und russischer Sprache. Der deutsche Text lautet: "Am Tag der Schlacht, dem 2. Dezember 1805, verweilten zu verschiedener Stunde an diesem Ort der Kaiser der Franzosen Napoleon I., der Zar Alexander I. von Russland und der Kaiser Franz I. von Österreich, deren Heere hier kämpften. Das blutige Aufeinandertreffen wurde "Schlacht bei Austerlitz" oder auch "Dreikaiserschlacht" genannt." Ein Tisch und zwei Bänke bieten Gelegenheit zur Rast für Wanderer und Pilger.









Ebenfalls 2005 hat der kleine Ort Prace rechts vom Weg zum Mohyla Miru eine kleine Gedenkstätte errichtet. Dreieckige Steintafeln sind sternförmig angeordnet. In der Mitte ist ein ebenfalls dreistrahliges Kreuz aus Edelstahl angebracht, das Bibelzitate enthält. Über den Zitaten sind drei verschiedene Kreuze eingebrannt, die auf die orthodoxe, die katholische und die evangelische Kirche hinweisen. Die Anlage wird ergänzt durch Informationstafeln.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für die Gemeinde Prace sind keine Ortsteile ausgewiesen.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Grabhügel des Friedens (mohyla míru) auf dem Pracký kopec (Pratzeberg).
- Dreikaiserdenkmal auf den alten Weinbergen (Staré vinohrady) an der Straße nach Blažovice, am Ort des Zusammentreffens der französischen und russischen Gardekavallerie während der Schlacht bei Austerlitz
- Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges (Pomník obětem 1. světové války)
- Kirche der Kreuzerhöhung
- Gedenkstein für die Opfer der Minenexplosion von 1951, 2001 errichtet. (Pomník sedmi chlapců, Pracy)
- Statue des Hl. Johannes von Nepomuk am Dorfplatz, 1885 geschaffen
- Gedenkstein für die Opfer des Flugzeugabsturzes von 1938, südlich des Dorfes am Weg zum Friedhof. (Pomník tragicky zahynulým letcům)
- Denkmal der Versöhnung (Památník smíření), errichtet 2005 auf dem Schlachtfeld von 1805. Das aus drei zueinander stehenden Steinplatten geschaffene Denkmal soll die Toleranz zwischen der katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirche symbolisieren.
