Polybolos
Der Polybolos (altgriechisch πολυβόλος polybólos, deutsch ‚viel werfend‘) war ein antikes griechisches Katapult, das ursprünglich von Dionysius von Alexandria, einem griechischen Ingenieur des 3. Jahrhunderts v. Chr., konstruiert worden war. Weiterentwickelt wurde er von Philon von Byzanz. Die Besonderheit an dieser Balliste war, dass sie durchgehend ohne lange Spannpausen hintereinander Bolzen verschießen konnte.

Der Polybolos (altgriechisch πολυβόλος polybólos, deutsch ‚viel werfend‘) war ein antikes griechisches Katapult, das ursprünglich von Dionysius von Alexandria, einem griechischen Ingenieur des 3. Jahrhunderts v. Chr., konstruiert worden war. Weiterentwickelt wurde er von Philon von Byzanz. Die Besonderheit an dieser Balliste war, dass sie durchgehend ohne lange Spannpausen hintereinander Bolzen verschießen konnte.
Mechanismus und Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Äußerlich unterschied sich der Polybolos von einer schon damals verwendeten Balliste nur in einem: Er hatte ein hölzernes Magazin über der Abschussschiene, in der mehrere Dutzend Bolzen gelagert werden konnten. Wurde ein Bolzen abgeschossen, rutschte der nächste automatisch nach.
Ansonsten handelte es sich um ein normales zweiarmiges Torsionsgeschütz, das mit einer Winde und einem Kettenmechanismus aufgezogen wurde. Zahnstangen und Klinken verhinderten das Zurückschnellen der Sehne. Wurde ein Bolzen abgeschossen, fiel sofort ein nächster in die Schussschiene und machte das zeitaufwändige Pfeilnachlegen entbehrlich.
Wichtig war diese Waffe vor allem bei Mauerverteidigungen, in Feldschlachten wurde sie aufgrund ihres großen Gewichts selten verwendet.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Polybolos wurde von Dionysius von Alexandria um 400 v. Chr. erfunden. Militärisch von Bedeutung wurde er jedoch erst, als ihn Philon von Byzanz um 250 v. Chr. weiterentwickelte und perfektionierte. Dass er nach dem 2. Jahrhundert v. Chr. noch in Verwendung war, ist archäologisch noch nicht belegt, aber sehr wahrscheinlich. Im Jahr 2026 veröffentlichte Forschung geht davon aus, dass es bei den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem antiken Rom und Pompeji bis 80 v. Chr., aufgrund spezifischer Einschlagslöcher in der Stadtmauer letzterer, zum Einsatz von Polyboloi kam.[1] Anders als die Gastraphetes hatte der Polybolos im Entwicklungsstand Philons kurze, dicke Bolzen.
Rekonstruktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Modell eines antiken Polybolos wird seit 2006 im Museum für Antike Schifffahrt in Mainz ausgestellt. Ein weiteres im Kotsanas-Museum für altgriechische Technologie in Athen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Connolly: Die Griechischen Armeen. Tessloff Verlag, Hamburg 1977, ISBN 3-7886-0181-7, Kap. Belagerungsgeräte.
- W. Gohlke: Das Geschützwesen des Altertums und des Mittelalters. In Band 6 (1912–1914) der Zeitschrift fuer historische Waffenkunde, Verlag: Verein für historische Waffenkunde, Dresden, 1915, Seiten 12 bis 22. (online-Digitalisat)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Adriana Rossi, Silvia Bertacchi, Veronica Casadei: From Pompeii to Rhodes, from Survey to Sources: The Use of Polybolos vom 28. Februar 2026 (englisch).