Physical Working Capacity
Unter der englisch Physical Working Capacity (PWC) versteht man die in Watt angegebene mechanische Leistung eines Menschen bei einer definierten Herzfrequenz. Sie macht Aussagen über das Dauerleistungsvermögen der jeweiligen Person. Üblich ist die Angabe bei einer Herzfrequenz von 170 Schlägen pro Minute als sogenannte PWC170. Gängig sind aber auch die PWC130 und PWC150. Der Wert wird im Rahmen eines stufenförmigen Belastungstests ermittelt. Üblich ist die Angabe der PWC pro Kilogramm Körpergewicht; die ermittelte PWC wird also durch die Masse des Probanden dividiert. Normwerte für die PWC170 für untrainierte, normalgewichtige Personen sind 2,0 W/kg bei Frauen und 2,5 W/kg bei Männern. Typische Werte für Erwachsene liegen bei etwa 150 W bei Frauen und 200 W bei Männern. Hochtrainierte Ausdauersportler sind in der Lage, diese Leistung über Stunden hinweg zu erbringen. Personen mit Herzerkrankungen ist es teilweise nicht möglich, 50 Watt zu erreichen.
Unter der englisch Physical Working Capacity (PWC) versteht man die in Watt angegebene mechanische Leistung eines Menschen bei einer definierten Herzfrequenz. Sie macht Aussagen über das Dauerleistungsvermögen der jeweiligen Person. Üblich ist die Angabe bei einer Herzfrequenz von 170 Schlägen pro Minute als sogenannte PWC170. Gängig sind aber auch die PWC130 und PWC150. Der Wert wird im Rahmen eines stufenförmigen Belastungstests ermittelt. Üblich ist die Angabe der PWC pro Kilogramm Körpergewicht; die ermittelte PWC wird also durch die Masse des Probanden dividiert. Normwerte für die PWC170 für untrainierte, normalgewichtige Personen sind 2,0 W/kg bei Frauen und 2,5 W/kg bei Männern.[1] Typische Werte für Erwachsene liegen bei etwa 150 W bei Frauen und 200 W bei Männern. Hochtrainierte Ausdauersportler sind in der Lage, diese Leistung über Stunden hinweg zu erbringen.[2] Personen mit Herzerkrankungen ist es teilweise nicht möglich, 50 Watt zu erreichen.
Ermittlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ähnlich wie bei einem Conconi-Test wird die Person auf einem Ergometer einer stufenweise ansteigenden Belastung ausgesetzt. Auf jeder Stufe der Belastung werden Leistung und Puls der Person gemessen.
Die Leistung, die bei linearer Extrapolation mehrerer im submaximalen Intensitätsbereich gemessener Wertpaare (Leistung und Puls) für eine Pulsfrequenz von 170/min errechnet wird, wird als PWC170 bezeichnet.
Mittels eines Powermeters sind Messungen direkt am Fahrrad und sogar während eines Rennens möglich.
Interpretation und Aussagekraft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da die Herzfrequenz eine sehr individuelle Größe ist, ist die Leistung bei einer bestimmten Herzfrequenz nicht einhundertprozentig aussagekräftig für das erreichbare Maximum. Die Ausdauerleistungsfähigkeit eines hoch pulsenden Menschen würde damit unterschätzt und ein sogenannter „Niedrigpulser“ sowie stark ausdauertrainierte Personen würden überschätzt werden. Man erreicht das Maximum der Herzleistung, das so genannte maximale Herzminutenvolumen, bei Untrainierten in der Regel bei etwa 170 Herzschlägen pro Minute, während es bei Leistungssportlern aufgrund des größeren Schlagvolumens des Herzens schon bei einer niedrigeren Herzfrequenz (typisch etwa bei 150 bis 160 Schlägen pro Minute) erreicht wird.
Dennoch lassen sich an der PWC170 in etwa der aktuelle Trainingszustand ablesen und durch regelmäßige Wiederholungen des Tests Fortschritte im Trainingsprozess beobachten, weil die Herzfrequenz durch das Training sinkt. Trainierende Personen können ihren PWC-Wert in der Regel um über 50 % bis 70 % steigern.
Da die Leistung größerer Menschen in der Regel höher ist, wird oft auch ein Relativwert „Watt pro kg Körpergewicht“[3] gebildet, welcher eine gute Aussage über die Leistungsfähigkeit in körpermasseabhängigen Sportarten macht: Hier haben wiederum kleinere Personen tendenziell bessere Maximalwerte, da sie unter anderem auch durch das Training selbst relativ leichter sind. Typische Werte für sehr leichtgewichtige, hochtrainierte Marathonläufer und Radrennfahrer sind 6 bis 7 W/kg. Typische Leistungswerte für leichte Spitzensportler liegen also bei über 400 Watt. Die Radsportler Jan Ullrich und Eddie Merckx wurden ebenfalls mit über 500 W gemessen.[2]
Functional Threshold Power (FTP)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als weitere Maßzahl hat sich die funktionale Schwellenleistung etabliert. Der Begriff wurde von Allen & Coggan geprägt[4] und beschreibt die maximale Dauerleistung, die eine Stunde lang gehalten werden kann. Dieser FTP60 genannten Wert orientiert sich an der anaeroben Schwelle des Probanden und liegt somit bei einer individuell verschiedenen Herzfrequenz. Bei Untrainierten liegt sie bei etwa 90 % der PWC170. Trainierte Personen erreichen diesen Wert ebenfalls bei niedrigeren Herzraten. Die Ermittlung erfolgt oft über eine Abschätzung mittels Faktor 0,95 aus der Leistung eines 20min-Tests (FTP20),[5] was aber zu einer Überschätzung der Dauerleistung führen kann.[6] Trainierte Athleten weisen je nach Talent und persönlichen Stärken unterschiedliche Verhältnisse zwischen der 5-min-, der 20-min und der 60-min-Leistung auf.[4] Der Faktor 0,95 gilt überwiegend für gute Zeitfahrer. Radsportler mit höherer Dynamik werden mit 0,90 bis 0,93 eingeschätzt.[7]
Die FTP60 liegt bei professionellen Radsportlern typisch zwischen 350 W und 500 W.[8] Auch die FTP wird oft in W/kg Körpergewicht angegeben. Die Werte für die FTP60 relativieren sich damit gemäß des Körpergewichts zu 4,5 W/kg bis 6,5 W/kg.[8] Die Werte für die FTP20 liegen 10…15 % höher, jene für die FTP5 sind bis zu 30 % höher, da während dieser kurzen Zeit stark anaerob geleistet und ein temporäres Übermaß an Laktat aufgebaut werden kann.[9] Ben Healey gab an, an der Cote de la Redoute über 4,5 min lang eine Leistung von fast 500 W, bei 62 kg Körpergewicht – also fast 8 W/kg, gefahren zu sein.[10] Isaac del Toro fuhr mit 64 kg über 9 min lang eine Leistung von 470 W und damit 7,4 W/kg.[11] Tadej Pogcar erreichte am Plateau de Beille über 40 min hinweg eine Leistung von fast 7 W/kg, was etwa 450 W entsprach. Seine FTP60 wird mit 415 W angegeben, über 5 Stunden hinweg trainiert er mit durchschnittlich 340 W.[12] Seine FTP20 liegt bei 460 W bzw. bei 7,1 W/Kg.[13]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ R. Rost, W. Hollmann: Belastungsuntersuchungen in der Praxis. Georg Thieme Verlag, 1982, S. 85.
- ↑ a b Tour de France: Der rasende Klub der Unmenschlichen. In: FAZ.NET. 23. Juli 2003, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 1. August 2023]).
- ↑ MaxW: Fahrrad Watt Tabelle - Eine Übersicht. 13. Juli 2022, abgerufen am 1. August 2023.
- ↑ a b Marco van Bon, Guido Vroemen: Power Speed Profile: Performance model for road cycling. Sportgericht no. 5 / 2018 - volume 72. In: https://www.researchgate.net. 25. Oktober 2018, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
- ↑ Raphael Jung: FTP Test - Rad Studie zur Genauigkeit der Functional Threshold Power. In: diagnoseberlin. 27. November 2018, abgerufen am 30. November 2025 (deutsch).
- ↑ FTP-Test: beliebt aber unzuverlässig. In: https://www.iqathletik.de. IQ Athletik, 2025, abgerufen am 30. November 2025.
- ↑ Dr. Emma Wilkin, Tom Bell: What is FTP and why does it matter for cyclists? In: https://www.bikeradar.com. 24. Mai 2023, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Mathew Mitchell: What does a pro cyclist FTP look like? Tabelle mit FPT-Werten unterschiedlicher Radsportler. In: ProCyclingUK. 17. April 2020, abgerufen am 30. November 2025 (britisches Englisch).
- ↑ David Johnstone: How does your cycling power output compare? In: https://www.cyclinganalytics.com. 7. Juni 2018, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).
- ↑ "The Roadman Podcast". Zeitschrift Rennrad, 27. November 2025, abgerufen am 27. November 2025.
- ↑ Isaac del Toro fuhr während der dritten UAE-Tour-Etappe 470W. In: www.radsport-rennrad.de. Rennrad das Magazin, 19. Februar 2026, abgerufen am 21. Februar 2026.
- ↑ George Scott: What makes Tadej Pogačar so good? The remarkable numbers behind his success. In: https://www.bikeradar.com. 3. Juli 2025, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).
- ↑ Tour de France 2025: Pogačar's 464W Mountain TT Masterclass. Abgerufen am 30. November 2025 (englisch).