Performative Male
Performative Male (Deutsch „performativer Mann“) ist ein politisches Schlagwort. Mit ihm werden junge Männer bezeichnet, die sich nach außen hin progressiv bzw. feministisch geben, dies aber nur tun, um besser bei Frauen anzukommen. Der Begriff stammt aus der Netzkultur, in den sozialen Medien kursiert eine Vielzahl von Memes, die Performative Males thematisieren. Weitgehende Bekanntheit erreichte der Begriff im Jahr 2025. Hierfür sorgten neben den im Internet kursierenden Memes auch Wettbewerbe, bei denen sich Teilnehmende trafen, um Performative Males zu parodieren.

Performative Male (Deutsch „performativer Mann“) ist ein politisches Schlagwort. Mit ihm werden junge Männer bezeichnet, die sich nach außen hin progressiv bzw. feministisch geben, dies aber nur tun, um besser bei Frauen anzukommen. Der Begriff stammt aus der Netzkultur, in den sozialen Medien kursiert eine Vielzahl von Memes, die Performative Males thematisieren.
Weitgehende Bekanntheit erreichte der Begriff im Jahr 2025. Hierfür sorgten neben den im Internet kursierenden Memes auch Wettbewerbe, bei denen sich Teilnehmende trafen, um Performative Males zu parodieren.
Begriff
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Judith Butler vertritt in Das Unbehagen der Geschlechter die These, dass Geschlecht immer performativ sei. Laut Butler muss jeder Mensch sein Geschlecht durch das eigene Handeln immer wieder aufs Neue herstellen. Insofern ist auch jede Form von Männlichkeit stets performativ. Die zur Schau gestellte Männlichkeit von Performative Males fällt lediglich auf, weil sie neu und noch wenig naturalisiert ist.[1][2]
Eigenschaften
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Die Popularisierung der Bezeichnung Performative Male in den sozialen Medien begann im Jahr 2025.[3] In den Medien werden verschiedene Markenzeichen genannt, die auf einen Performative Male hinweisen: der Konsum von Matcha Latte, eine Sammlung von Vinylschallplatten, die Kombination von weißen Socken mit Loafers, Labubu-Anhänger, lackierte Fingernägel, das Tragen von Umhängetaschen, Kabelkopfhörern und Perlenketten sowie das demonstrative Lesen feministischer Literatur, beispielsweise von bell hooks oder Joan Didion, an öffentlichen Orten.[4][5][1][6] Verena Bogner verglich in der Zeitschrift Glamour das Aussehen von Performative Males mit dem von Harry Styles und Paul Mescal.[6]
Darüber hinaus geben sich Performative Males betont sanft und emotional intelligent, um sich von Eigenschaften, die als Markenzeichen toxischer Männlichkeit gelten, abzugrenzen.[6][7] Performative Males inszenieren dies alles jedoch lediglich und werden beim Sex oder in romantischen Beziehungen dennoch übergriffig.[8][9]
Ob es sich bei den Performative Males um ein genuin neues Phänomen handelt ist umstritten. Verschiedene Kommentatoren sind der Ansicht, dass es Männer, die für Vorteile bei der Partnerwahl ein Image als Softie pflegen, auch in der Vergangenheit gegeben habe und Performatives Males nur durch die vielen Memes im Internet eine so hohe Aufmerksamkeit erhalten würden.[2][10][11] Im Independent beschrieb Lydia Spencer-Elliott den Performative Male als nächste Stufe des Hipsters.[12] Die Journalistin J’Nae Phillips erkannte im Phänomen der Performative Males hingegen das Gegenstück zum Tradwife-Trend. In beiden Fällen gehe es darum, Geschlechterrollen besonders intensiv zu inszenieren und zu ästhetisieren, um so Klarheit und Validierung in einer zunehmend chaotischen Welt zu erhalten.[11]
Wettbewerbe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In verschiedenen Städten wurden im Jahr 2025 Wettbewerbe veranstaltet, bei denen die Teilnehmenden die Aufgabe hatten, möglichst authentisch einen Performative Male darzustellen. Solche Wettbewerbe fanden beispielsweise in Chicago,[13] Seattle, Nijmegen,[14] Jakarta[15] oder Berlin[16] statt. Der Wettbewerb in Seattle im August 2025 zog Dutzende Teilnehmende und etwa 300 Zuschauer an, der Gewinner erhielt einen Plattenspieler und eine Vinylschallplatte.[17] Weitere Wettbewerbe fanden an verschiedenen US-amerikanischen Universitäten statt.[18][19][20]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Alexander Stoffel: Let ‘performative males’ be – gender has always been a performance and our need for authenticity is bad for us. In: The Conversation. 21. August 2025, abgerufen am 12. April 2026 (englisch).
- ↑ a b James Factora: What If We Told You That All Males Are Performative? In: them. 15. August 2025 (englisch, them.us [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Ashley Fike: 3 Signs You’re Dating a Performative Male—TikTok’s Latest Toxic Trend. In: Vice. 21. August 2025 (englisch, vice.com [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Kevin Recher: Was sind "Performative Males" – und warum werden diese Männer kritisiert? In: Der Standard. 10. September 2025 (derstandard.at [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Henriette Kuhrt: Die neue Männlichkeit der «Performative Males»: Lässt sich Feminismus mit ein bisschen Nagellack, Perlenketten und Labubus durchsetzen? In: NZZ. 5. November 2025 (nzz.ch [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ a b c Verena Bogner: “Performative Males”: Das steckt hinter dem heiß diskutierten Männer-Prototyp – und darum kann er toxisch sein. In: Glamour. 12. September 2025 (glamour.de [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Mahalia Chang: The ‘performative male’ is just using long shorts and Labubus to try and get laid. In: GQ – Gentlemen’s Quarterly. 13. August 2025 (englisch, gq-magazine.co.uk [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Lea Knies: Ein Fuckboy im Schafspelz. In: taz. 4. September 2025 (taz.de [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Michèle Hofmann (Pseudonym): Lässt sich mit Tätern reden? In: taz. 11. April 2026 (taz.de [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Kayla Kibbe: Who Is the “Performative Male”? In: Cosmopolitan. 12. August 2025 (englisch, cosmopolitan.com [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ a b Ellie Violet Bramley: Labubus, The Bell Jar and tampons: the ‘performative male’ attracts attention. In: The Guardian. 22. August 2025 (englisch, theguardian.com [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Lydia Spencer-Elliott: Meet ‘the performative male’: Are men reading books for attention? In: The Independent. 25. August 2025, abgerufen am 12. April 2026 (englisch).
- ↑ Charles Thrush: Matcha-Drinking Hipsters Pack Wicker Park For ‘Performative Male’ Contest. In: Block Club Chicago. 11. August 2025, abgerufen am 12. April 2026 (englisch).
- ↑ Kas Kornblum, Bas Schutjes: ANS bezocht: Performative male contest. In: ANS. 16. Oktober 2025 (niederländisch, ans-online.nl [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Reyvan Maulid: Fenomena Kontes Performative Male, Tulus atau Sekadar Gimik? In: IDN Times. 8. August 2025, abgerufen am 12. April 2026 (indonesisch).
- ↑ "Performative Male Contest" im Weinbergspark. In: rbb.de. 7. September 2025, abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Ramsey Pfeffinger: Crowds gather on Capitol Hill for pop-up 'Performative Male Contest' in Seattle. In: fox13seattle.com. 3. August 2025, abgerufen am 12. April 2026 (englisch).
- ↑ Maia Mehring: Feminist or Fad?: Cornell’s Performative Male Contest. In: The Cornell Daily Sun. 4. September 2025 (englisch, cornellsun.com [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Angelique Rodriguez: Performative male contest attracts tote bag-carrying men in jorts. In: The Indipendent Florida Alligator. 1. September 2025 (englisch, alligator.org [abgerufen am 12. April 2026]).
- ↑ Ben DiPalma: Students organize university’s first-ever “performative male” fundraiser. In: The Temple News. 6. September 2025 (englisch, temple-news.com [abgerufen am 12. April 2026]).