Paride Pelli
Paride Pelli (* 4. Juni 1910 in Cava Manara; † 2. April 1968 (während eines Prozesses) in Locarno; heimatberechtigt in Aranno) war ein Schweizer Rechtsanwalt, Politiker, Stadtpräsident von Lugano und Tessiner Grossrat der Freisinnig-Demokratische Partei.

Paride Pelli (* 4. Juni 1910 in Cava Manara; † 2. April 1968 (während eines Prozesses) in Locarno; heimatberechtigt in Aranno) war ein Schweizer Rechtsanwalt, Politiker, Stadtpräsident von Lugano und Tessiner Grossrat der Freisinnig-Demokratische Partei.
Biografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Paride Pelli wurde in Cava Manara in der italienischen Provinz Pavia als Nachfahre von Tessiner Emigranten geboren. Sein Vater Francesco war ein Unternehmer und Besitzer einer Tongrube. Seine Mutter, Enrichetta Repossi, stammte aus Gropello Cairoli. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Pavia studierte er an der Universität Pavia und schloss 1933 sein Studium der Rechtswissenschaften ab. Danach ging er in den Kanton Tessin, wo er seine berufliche und politische Karriere begann. Von 1937 bis 1942 war er Staatsanwalt des Sopraceneri. Er zeichnete sich durch seine rhetorischen Fähigkeiten aus, die von einer humanistischen Kultur getragen wurden. Im Jahr 1945 heiratete er Laura de Agostini. Er wirkte als Strafverteidiger an einigen der wichtigsten Prozesse der 1950er und 60er Jahre im Kanton Tessin mit.
Dank seiner Popularität wurde Pelli im Dezember 1947 in den Stadtrat von Lugano gewählt und 1948 nach einer glänzenden Wahl zum Gemeindepräsident ernannt. Er führte jene Strömung der radikalliberalen Partei, aus der 1934 die liberaldemokratische Partei des Tessins entstanden war, zu einer absoluten Mehrheit im Rathaus und besiegte damit den konservativ-sozialistischen Pakt. Ab 1951 war er ununterbrochen Abgeordneter im Tessiner Grossen Rat. Ab dem Gründungsjahr 1957 war er auch im Verwaltungsrat der Banca del Gottardo.[1]
In seiner sechsten Amtszeit als Stadtpräsident starb er plötzlich am 2. April 1968 im Alter von erst 58 Jahren in Locarno während eines Plädoyers in einem der ersten Umweltverschmutzungsprozesse im Tessin.[2]
Sein Sohn Erasmo Pelli, der beruflich und politisch in die Fussstapfen seines Vaters trat, war in den 1980er Jahren Abgeordneter im Grossen Rat und ab 1992 im Stadtrat von Lugano, in dem er ab 1996 als Vizegemeindepräsident für die Partei Die Liberalen fungierte.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nachruf in der Zeitung Il Dovere, 3.–5. April 1968.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Paride Pelli Gemeindepräsident von Lugano auf lugano.ch
- Paride Pelli (Foto) auf luganocultura.ch
- Paride Pelli grüsst März 1956 Bundeskanzler Konrad Adenauer am Bahnhof von Lugano (Foto) auf ti.ch
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Pablo Crivell: Paride Pelli. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2. Juni 2008.
- ↑ Dal balcone soleggiato. In: The Swiss observer: the journal of the Federation of Swiss Societies in the UK. Band (Jahr): (1968), Heft 1545
Dieser Artikel basiert weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pelli, Paride |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Rechtsanwalt, Politiker, Stadtpräsident von Lugano und Tessiner Grossrat |
| GEBURTSDATUM | 4. Juni 1910 |
| GEBURTSORT | Cava Manara |
| STERBEDATUM | 2. April 1968 |
| STERBEORT | Locarno |