Offenheim
Offenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alzey-Land an.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 44′ N, 8° 2′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Alzey-Worms | |
| Verbandsgemeinde: | Alzey-Land | |
| Höhe: | 229 m ü. NHN | |
| Fläche: | 13,86 km² | |
| Einwohner: | 631 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 46 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55234 | |
| Vorwahl: | 06736 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 31 053 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Weinrufstraße 38 55232 Alzey | |
| Website: | www.offenheim.de | |
| Ortsbürgermeister: | Michael Sauer | |
| Lage der Ortsgemeinde Offenheim im Landkreis Alzey-Worms | ||

Offenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alzey-Land an.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde inmitten der Rheinhessischen Schweiz hat mit 842 Hektar Waldfläche die größte und fast einzige Waldfläche von Rheinhessen. Im Vorholzwald befindet sich zudem mit 358 Metern die höchste Erhebung von Rheinhessen, der Kappelberg.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mittelalter und Frühe Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die älteste erhaltene Erwähnung von Offenheim stammt von 768. Damals schenkten Accuratus und Unsula ihr Eigentum in der Offenheimer Gemarkung dem Kloster Lorsch. Am 26. März 771 wurde der Ort abgekürzt Offenh. erneut erwähnt, als ein Mann namens Glimmund dem Kloster einen Weinberg schenkte. Die Urkunde erwähnt die Lage Maronoberge, es ist eine der ersten Nennungen einer Weinlage in Deutschland.[2] Eine weitere Urkunde vom 5. März 775 erwähnt Offenheim ohne Abkürzung und ebenfalls bereits in der heutigen Schreibung. Später wurde der Ort auch Uffinheim (1295) und Offinheim (1357) geschrieben.
Das Kloster Otterberg war im Ort begütert, besaß seit 1323 das Patronat über die Pfarrkirche, die dem Kloster ab 1327 auch gehörte.[3]
Am Ende des Alten Reichs gehörte Offenheim den Freiherren zu Hunolstein.[4]
Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Einnahme des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen wurde die Region 1793 von Frankreich annektiert.
Verzögert durch die Koalitionskriege wurde die Annexion erst nach 1797 konsolidiert und Offenheim gehörte von 1798 bis 1814 zum Kanton Alzey im Departement Donnersberg. Gerichtlich war im Bereich des Kantons für die Zivilgerichtsbarkeit das Friedensgericht Alzey zuständig, für die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit im übrigen Notariate.[5]
Aufgrund 1815 auf dem Wiener Kongress getroffener Vereinbarungen und eines 1816 zwischen dem Großherzogtum Hessen, Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrags kam Rheinhessen, und damit auch die Gemeinde Offenheim, zum Großherzogtum Hessen, das das neu erworbene Gebiet als Provinz Rheinhessen organisierte. Nach der Auflösung der Kantone in der Provinz kam der Ort 1835 zum neu errichteten Kreis Alzey, zu dem er bis 1969 gehörte.
Das Friedensgericht Alzey wurde 1879 aufgelöst und durch das Amtsgericht Alzey ersetzt.[6]
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde zur französischen Besatzungszone und wurde 1946 Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Offenheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2019 wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt, da mehrere Wahlvorschläge eingereicht wurden.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
| Wahl | SPD | Linke | BfO | FWG | WGK | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | per Mehrheitswahl (FWG) | 12 Sitze[7] | ||||
| 2019 | – | 1 | 6 | – | 5 | 12 Sitze[8] |
| 2014 | 4 | 1 | 5 | 2 | – | 12 Sitze[9] |
| 2009 | 5 | 1 | 4 | 2 | – | 12 Sitze |
| 2004 | 4 | – | 5 | 3 | – | 12 Sitze |
- BfO = Bürger für Offenheim e. V.
- FWG = Freie Wählergruppe Offenheim e. V.
- WGK = Wählergruppe Knecht
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Michael Sauer wurde am 14. April 2026 Ortsbürgermeister von Offenheim.[10] Bei der parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 durchgeführten Direktwahl war der bisherige Zweite Beigeordnete als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 83,7 % gewählt worden.[11]
Sauers Vorgänger Eric Adam hatte das Amt am 30. August 2024 angetreten.[12] Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde,[13] oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung einstimmig für Eric Adam entschied.[12] Eigentlich für fünf Jahre gewählt, legte Adam sein Amt zum 1. Dezember 2025 vorzeitig nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde.[14] Adams Vorgänger Peter Odermann (BfO) hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt.[15]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blasonierung: „In Silber eine bewurzelte grüne Eiche, zwei Schilde an einer goldenen Spange tragend; im rechten Schild in Schwarz ein goldener Löwe, rotbewehrt, -gezungt und -gekrönt, im linken Schild in Rot ein wachsender goldener Krummstab.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die römisch-katholische Kirche soll im Rahmen der Neubildung pastoraler Räume aufgegeben werden.[16]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur über Offenheim in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
- Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart, Gießen 1905, S. 363–365
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Homepage der Ortsgemeinde Offenheim
- Kurzinfo der Verbandsgemeinde Alzey-Land über die Ortsgemeinde Offenheim
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Heidelberger historische Bestände - digital. Codex Laureshamensis (Band 2) Kopialbuch, Teil 1: Oberrhein-, Lobden-, Worms-, Nahe- und Speiergau – Darmstadt, 1933.
- ↑ Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540, 542).
- ↑ Andrea Kraft: Ortsverzeichnis zur Historischen Karte der Pfalz und Rheinhessens 1789. Landesarchiv Speyer 2009, S. 14.
- ↑ Friedrich Lehne: Historisch-statistisches Jahrbuch des Departements vom Donnersberge für das Jahr 9 der fränkischen Republik. Pfeiffer, Mainz 1801, S. 174. (Digitalisat).
- ↑ Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.
- ↑ Gemeinderatswahlen (Mehrheitswahl) 2024: Ortsgemeinde Offenheim. Verbandsgemeinde Alzey-Worms, abgerufen am 10. August 2024.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Offenheim. Abgerufen am 7. September 2019.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
- ↑ 9. Sitzung des Gemeinderates der Ortsgemeinde Offenheim. In: Rats- und Bürgerinformationssystem. Verbandsgemeinde Alzey-Land, 14. April 2026, abgerufen am 18. April 2026.
- ↑ Wahl zum Ortsbürgermeister in Offenheim 2026. Verbandsgemeinde Alzey-Land, 22. März 2026, abgerufen am 18. April 2026.
- ↑ a b 1. Sitzung des Gemeinderates der Ortsgemeinde Offenheim (Konstituierende Sitzung). In: Rats- und Bürgerinformationssystem. Verbandsgemeinde Alzey-Land, 30. August 2024, abgerufen am 14. Dezember 2025.
- ↑ Offenheim, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Offenheim. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 9. August 2024.
- ↑ Offenheim: Ortsbürgermeister Eric Adam legt Amt nieder. In: Alzeyer Zeitung. 27. November 2025, abgerufen am 14. Dezember 2025.
- ↑ Langjährige Offenheimer Ratsmitglieder erklären Rückzug. In: Allgemeine Zeitung. VRM GmbH & Co. KG, Mainz, 16. März 2024, abgerufen am 14. Dezember 2025.
- ↑ Christian Bausch: Zehn Dörfer bald ohne Kirche. In: Wormser Zeitung vom 10. Januar 2026, S. 16.
