Museum Root
Das Museum Root befindet sich in der Luzerner Gemeinde Root im sogenannten «Haus beim Brunnen», einem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Tätschhaus. Das Museum Root ist Mitglied des Verbands der Museen der Schweiz und ist Teil der Museen und Sammlungen des Kantons Luzern. Das Museum wurde 2002 eröffnet.

Das Museum Root befindet sich in der Luzerner Gemeinde Root im sogenannten «Haus beim Brunnen», einem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Tätschhaus. Das Museum Root ist Mitglied des Verbands der Museen der Schweiz[1] und ist Teil der Museen und Sammlungen des Kantons Luzern.[2] Das Museum wurde 2002 eröffnet.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Museum Root wurde von den Filmemachern Erich Langjahr und Silvia Haselbeck im Jahr 2002 eröffnet. Es befindet sich im «Haus beim Brunnen» unmittelbar an der Hauptstrasse, die durch das Dorf Root führt. Erich Langjahr kaufte 1980 einen Teil des Gebäudes und wohnte zunächst selbst darin, später auch mit seiner Familie. Im Haus befand sich zum Zeitpunkt des Hauskaufs der Nachlass von Josef Stücheli, dem letzten Störschuhmacher von Root. Der neue Besitzer rettete über 600 Objekte aus der Schuhmacherei vor der Entsorgung. Diese Gegenstände waren Jahre später Auslöser für die Idee einer Ausstellung und eines Museums.
Aus Anlass des 15-jährigen Bestehens des Museums erschienen in der lokalen Presse verschiedene Zeitungsartikel.[3][4][5] So schrieb Hugo Bischof in der Luzerner Zeitung vom 3. November 2017 unter anderem folgendes: An der Luzernerstrasse 16 nahe dem Dorfzentrum in Root steht ein zweistöckiges altes Holzgebäude mit markanten grünen Fensterläden. Viele sind daran wohl schon achtlos vorbeigefahren. Dabei verbirgt sich im Inneren eine Fülle an Gegenständen, von denen jeder eine spannende Geschichte erzählt.[5] Als Beispiel eines solchen Ausstellungsgegenstandes nennt Bischof eine Konservendose: Auch viele auf den ersten Blick unscheinbare Gegenstände sind zu bestaunen, etwa eine 1-kg-Büchse Rocco-Ravioli – damals ein Luxusgut. Sie kostete gemäss einem beiliegenden Inserat der Zeitung «Der Sonntag» von 1950 damals Fr. 2.50.[5]
Ausstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Museum Root beherbergt verschiedene Dauerausstellungen, die im Zeitraum von 2002 bis 2010 nacheinander eröffnet wurden.

- Schuhmacherei
Die erste Ausstellung trägt den Namen «Hand am Werk - Schuhmacher Geschichten». Sie wurde im September 2002 eröffnet und beruht auf dem Nachlass von Josef Stücheli (1892–1968). An dessen ehemaligem Wohn- und Arbeitsort zeugen die über 600 erhalten gebliebenen Objekte aus Schuhmacherei und Familienalltag von einem von Armut und Entbehrung geprägten Leben in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er-Jahre.
Während drei Jahren wurde Stüchelis Nachlass von Antje Jensen, Silvia Haselbeck und Erich Langjahr katalogisiert und für die Ausstellung aufgearbeitet. Josef Brülisauer und Heinz Horat vom Historischen Museum Luzern begleiteten das Projekt mit ihrer fachlichen Expertise. Die Gemeinde Root leistete finanzielle Unterstützung.
- Ortsgeschichte
Vier Jahre später, im Januar 2006, folgte die Eröffnung der Ausstellung «Root im Wandel der Zeit». Diese Ausstellung dokumentiert die zahlreichen Veränderungen entlang der Luzerner- und der Bahnhofstrasse im Verlauf der letzten hundert Jahre. Fotos und Postkarten aus früheren Jahren werden dem heutigen Aussehen der Gebäude gegenübergestellt. Gespräche mit älteren Einwohnern von Root sind auf DVD gespeichert und ergänzen als Oral History das umfangreiche Bildmaterial.
Wiederum haben Antje Jensen, Silvia Haselbeck und Erich Langjahr die Ausstellungsinhalte recherchiert und ins Bild gesetzt. Die Gemeinde Root leistete erneut finanzielle Unterstützung.
- Wirtshäuser
Im November 2010 wurde eine weitere Ausstellung eröffnet. Sie trägt den Titel «Geschichte der Rooter Wirtshäuser». Thema der Ausstellung sind die Wirtshäuser in Root, an der Gisikoner Brücke und auf dem Michaelskreuz. Wiederum ergänzen Gesprächs- und Filmaufnahmen das umfangreiche Fotoarchiv.
Das bewährte Team bestehend aus Antje Jensen, Silvia Haselbeck und Erich Langjahr erarbeitete auch diese Ausstellung. Die Gemeinde Root und die Raiffeisenbank Luzern unterstützten finanziell.
- Häusergeschichten
Unter dem Titel «Häusergeschichten» werden in einem weiteren Ausstellungsteil einzelne ältere, zum Teil abgerissene Gebäude des Dorfes mitsamt ihrer Geschichte beschrieben. So auch das «Haus beim Brunnen», in dem sich das Museum befindet. Es handelt sich um ein Bohlenständerhaus aus Tannenholz aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Wegen seines relativ flachen Dachs heisst es auch Tätschhaus. Es hatte keinen Schornstein, weshalb das Gebäudeinnere ständig vom Rauch des offenen Herdfeuers erfüllt war. Rauchgeschwärzte Bohlen zeugen noch heute davon. Ein «Rauchhaus» eben.
- Filmemacherei
Die Ausstellung «Filmemacherei» zeigt die Schneidetische, Filmkameras, Tonbandgeräte etc. der analogen Filmwerkstatt von Langjahr Film, die sich von 1980 bis 2016 in diesem Haus befand. Die Geräte sind weitgehend funktionstüchtig und werden von Clemens Pagel, Operateur im Kino Bourbaki Luzern, technisch betreut und gewartet. Zu sehen sind unter anderem Geräte, die von Wilhelm Steenbeck entwickelt wurden, so ein Schneidetisch 16 mm Steenbeck 900 aus dem Jahr 1964 und ein Schneidetisch 16 mm Steenbeck 901 aus dem Jahr 1978. Weiter sind ein Umroller Intercine AVV-3012 und ein Filmbetrachter Meonet 16 mm sowie ein Filmgalgen ausgestellt. Alle diese Geräte dienten dem Filmschnitt. Der Filmgalgen stammt vom ehemaligen Schweizer Filmlabor Cinégram in Zürich und war dort im Montageraum für die Negativ-Montage. Filmkameras der schweizerischen Firma Paillard-Bolex sind ebenso zu bestaunen wie eine GSMO-Kamera der amerikanischen Firma Cinema Products Corporation. Tonbandgeräte runden die Ausstellung ab, so ein Reportage-Tonbandgerät Kudelski Nagra mit Jahrgang 1962 und ein Perfoläufer, der von der schweizerischen Firma Sondor entwickelt wurde.
Das Museum Root legt grossen Wert auf das Sammeln und Erhalten persönlicher Erinnerungen der älteren Generation. Es entstehen laufend neue «Zeitzeugengespräche», die von Erich Langjahr und Silvia Haselbeck auf DVD aufgenommen werden. Die Filme können im Museum in gemütlicher Atmosphäre angeschaut werden.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Museum Root - auf der Website von Erich Langjahr
- Museum Root / Haus beim Brunnen - auf der Website des Kantons Luzern
- Museum Root - auf der Website des Verbands der Museen Schweiz
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Museum Root. Abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ Museen und Sammlungen im Kanton Luzern. In: https://www.lu.ch/. Kanton Luzern, abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ Sandra Scholz: 15 Jahre Dorfgeschichten. In: Luzerner Rundschau. 20. Oktober 2017.
- ↑ Ein "Dorfgedächtnis" feiert Jubiläum. In: Rigi Anzeiger. 27. Oktober 2017.
- ↑ a b c Hugo Bischof: Von Kanonenkugeln und Luxus-Ravioli; Die Filmemacher Erich Langjahr und Silvia Haselbeck haben eine spezielle Leidenschaft: Sie sammeln Gegenstände aus früheren Zeiten. Daraus ist ein spannendes Museum entstanden. In: Luzerner Zeitung. Luzern 3. November 2017, S. 27.
Koordinaten: 47° 6′ 49,8″ N, 8° 23′ 19,5″ O; CH1903: 672108 / 218529