Metulla

Metulla (hebräisch מְטֻלָּה Məṭullah, Plene: מטולה) ist die am weitesten im Norden gelegene Ortschaft Israels. Sie liegt knapp zehn Kilometer nördlich von Kirjat Schmona an der Grenze zum Libanon. Östlich von Metulla fließt der Iyyon, ein Zufluss zum Hasbani; nicht allzu weit entfernt befindet sich der Berg Hermon. Der Ort wurde 1896 von Baron Edmond de Rothschild gegründet, nachdem der libanesische Christ Jabur Bek Junbalat das Land verkauft hatte. Das Ziel der Siedlungsgründung war, dort aus Osteuropa vertriebenen Juden eine neue Heimat zu schaffen. Die wirtschaftliche Grundlage des Dorfes bildeten Obst, Wein, Getreide und Viehzucht. Heute beruht die Wirtschaft des Ortes auf Obstbau und Tourismus. Metulla hatte 2022 1.873 Einwohner. Metulla ist bekannt für sein Canada-Center, ein internationales Zentrum für Eissport. Metulla ist sowohl im Sommer wie im Winter ein beliebter Urlaubsort; im Ort gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants.
| Metulla | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| hebräisch: | מטולה | |
| Staat: | ||
| Bezirk: | Nord | |
| Gegründet: | 1896 | |
| Koordinaten: | 33° 17′ N, 35° 34′ O | |
| Höhe: | 527 m | |
| Fläche: | 9,413 km² | |
| Einwohner: | 1873 (Stand: 2022)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 199 Einwohner je km² | |
| Gemeindecode: | 0043 | |
| Zeitzone: | UTC+2 | |
| Gemeindeart: | Lokalverband | |
| Website: | ||
Metulla (hebräisch מְטֻלָּה Məṭullah, Plene: מטולה) ist die am weitesten im Norden gelegene Ortschaft Israels. Sie liegt knapp zehn Kilometer nördlich von Kirjat Schmona an der Grenze zum Libanon. Östlich von Metulla fließt der Iyyon, ein Zufluss zum Hasbani; nicht allzu weit entfernt befindet sich der Berg Hermon.

Der Ort wurde 1896 von Baron Edmond de Rothschild gegründet, nachdem der libanesische Christ Jabur Bek Junbalat das Land verkauft hatte. Das Ziel der Siedlungsgründung war, dort aus Osteuropa vertriebenen Juden eine neue Heimat zu schaffen. Die wirtschaftliche Grundlage des Dorfes bildeten Obst, Wein, Getreide und Viehzucht. Heute beruht die Wirtschaft des Ortes auf Obstbau und Tourismus. Metulla hatte 2022 1.873 Einwohner.
Metulla ist bekannt für sein Canada-Center, ein internationales Zentrum für Eissport. Metulla ist sowohl im Sommer wie im Winter ein beliebter Urlaubsort; im Ort gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants.
Lage und Bedrohung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Metulla ist die nördlichste Ortschaft Israels und an drei Seiten von libanesischem Staatsgebiet umschlossen, wobei sich das nächstgelegene libanesische Dorf nur rund 150 Meter von den Wohngebieten Metullas entfernt befindet.[2] Als sich am 7. Oktober 2023 der Terrorangriff der Hamas auf Israel ereignete, begannen auch die Hisbollah und mit ihr verbündete Terrorgruppen aus Solidarität mit der Hamas einen Tag später Angriffe vom Südlibanon aus auf Nordisrael. Dies führte zur nahezu vollständigen Evakuierung von nördlichen Grenzgemeinden, darunter den rund 2000 Einwohnern von Metulla. Laut israelischem Verteidigungsministerium wurde die Ortschaft während der rund 14 Monate andauernden Auseinandersetzungen, welche offiziell am 27. November 2024 mit einem Waffenstillstand endeten, mit über 2200 Raketen und Drohnen beschossen, aufgrund der Nähe auch mit Panzerabwehrlenkwaffen.[3] Während der Bodenoffensive im Südlibanon war das Gebiet um Metulla ab 30. September 2024 militärisches Sperrgebiet.[4] Am 31. Oktober 2024 wurden bei einem Raketenangriff in der Nähe von Metulla fünf Zivilisten getötet.[5] Nach dem Ende der Feindseligkeiten teilte die Gemeinde mit, dass von 650 Häusern in Metulla 460 beschädigt wurden, 120 davon schwer. Zu den schwer beschädigten Objekten gehörten auch 30 öffentliche Gebäude. Laut einer Sprecherin der Gemeinde lebten im Februar 2025 nur etwa 20 Personen dauerhaft in Metulla. Bis Ende März 2025 erhöhte sich die Einwohnerzahl laut Bürgermeister David Azoulai auf nur acht Prozent des Vorkriegsniveaus. Eine Umfrage des Rathauses hatte ergeben, dass 16 Prozent der Bewohner eine Rückkehr nach Metulla generell ausschlossen.[6] Im Oktober 2025 waren erst rund 40 Prozent der Einwohner nach Metulla zurückgekehrt.[7] Dies war unter anderem auf die bestehenden Zerstörungen sowie auch fortgesetzte Raketenangriffe aus dem Libanon, trotz Waffenstillstand, zurückzuführen.[8]
Während des Irankrieges kam es ab 2. März 2026 zu einem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel. Metulla geriet dabei erneut unter Beschuss aus dem Libanon.[9]
Partnerstädte
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Pocking, Deutschland
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website von Metulla (hebräisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ 2022 אוכלוסייה ביישובים. (XLSX; 119 kB) [Population and households by locality - 2022 Census estimate]. Israelisches Zentralbüro für Statistik, 2025, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ Metula Will Rise Again
- ↑ War-battered Metula is at a crossroads
- ↑ IDF declares closed military zone in several communities near Lebanon border
- ↑ Seven killed in Israel in deadliest Hezbollah rocket strikes in months
- ↑ As northerners sent home, hard-hit Metula says more time needed to heal war wounds
- ↑ After almost a year of calm, war-scarred Metula is rebuilding. But will tourists come?
- ↑ 6 rockets fired from Lebanon at Metula; IDF airstrikes hit dozens of Hezbollah sites
- ↑ Hezbollah rocket injures 5 in north, buildings damaged in barrages as IDF strikes Lebanon
