Kate Marvel
Katherine Drew „Kate“ Marvel ist eine Klimawissenschaftlerin, Autorin und Kolumnistin. Sie war am Goddard Institute for Space Studies der NASA an der Columbia University wissenschaftlich tätig und ist seit 2026 als Visiting Scholar an der New York University beschäftigt. Einem breiten Publikum ist sie durch ihre „Hot Planet“-Kolumne der Zeitschrift Scientific American bekannt.

Katherine Drew „Kate“ Marvel ist eine Klimawissenschaftlerin, Autorin und Kolumnistin.[1][2] Sie war am Goddard Institute for Space Studies der NASA an der Columbia University wissenschaftlich tätig und ist seit 2026 als Visiting Scholar an der New York University beschäftigt.[2] Einem breiten Publikum ist sie durch ihre „Hot Planet“-Kolumne der Zeitschrift Scientific American bekannt.[1]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marvels Interesse an der Astronomie wurde durch einen Pflichtkurs am College geweckt.[3] Sie studierte daraufhin Physik und Astronomie an der UC Berkeley.[3] 2008 promovierte sie an der University of Cambridge in theoretischer Physik.[1] Sie wurde zunächst als Astrophysikerin ausgebildet, bevor sie sich der Erforschung der Erdatmosphäre zuwandte.[2] Zu ihren wissenschaftlichen Stationen zählen die Carnegie Institution, das Lawrence Livermore National Laboratory und die Stanford University.[1] Am Goddard Institute for Space Studies der NASA arbeitete sie von 2014 bis 2022; 2024 kehrte sie dorthin zurück.[2] Seit 2010 unterrichtet sie im Rahmen des Prison University Projects Statistik und Algebra am San Quentin State Prison.[3] Im März 2026 kündigte sie ihren Rücktritt von der NASA an und begründete diesen mit Angriffen der Regierung von Donald Trump auf die Klimawissenschaft sowie mit ausbleibender Förderung eigener Forschungsprojekte.[2]
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marvels Forschung konzentriert sich auf Klimamodelle und Wolken.[1] In ihrer Forschungsarbeit verwendet Marvel zum Verständnis des Klimawandels Satellitenbeobachtungen des Klimasystems, Rekonstruktionen des vergangenen Klimawandels und Computermodelle des Klimas.[3] Im Zusammenhang mit ihrem Rücktritt warnte sie vor langfristigen Folgen von Kürzungen der staatlichen Klimaforschung für das Verständnis von Dürren, Waldbränden und Veränderungen der Ozeanzirkulation sowie für den gesellschaftlichen Umgang damit.[2] Besonders hob sie hervor, dass mit einer Schwächung der Forschung auch die Möglichkeit verloren gehe, über klimatische Kipppunkte wissenschaftlich neutral zu informieren und politische Entscheidungen auf belastbare Daten zu stützen.[2]
Zum Jahreswechsel 2019/2020 fasste sie das vorherliegende Jahrzehnt wie folgt zusammen: „Dies ist das Jahrzehnt, in dem wir wussten, dass wir Recht hatten. Es begann mit dem wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen; mindestens fünf Mal wurde dieser Rekord danach gebrochen. Kohlendioxid in der Atmosphäre erreichte ein noch nie dagewesenes Niveau seit Menschen Hominine waren. Es gab Dürren und Überschwemmungen und brutale Hitzewellen. Korallenriffe wurden weiß und gaben auf. Australien ist der Dürre unterworfen. Der Amazonas brennt.“[4]
Marvel gilt als profilierte Vermittlerin von Klimawissenschaft und hielt öffentliche Vorträge unter anderem in Comedyclubs, in einem Gefängnis und auf einer TEDx-Bühne.[2] 2025 veröffentlichte sie das Buch Human Nature: Nine Ways to Feel about our Changing Planet.[2]
Marvel zählt Kim Cobb, Katharine Hayhoe, Rhiana Gunn-Wright, Katharine Wilkinson und Ayana Johnson zu ihren Vorbildern.[3]
Das US-amerikanische Time-Magazin führte sie 2019 im Artikel „Meet 15 Women Leading the Fight Against Climate Change“ als eine von 15 Frauen, die den Kampf gegen den Klimawandel anführen, auf.[5]
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- mit C. Bonfils: Identifying external influences on global precipitation. Proceedings of the National Academy of Sciences, 110(48), 19301–19306, 2013, doi:10.1073/pnas.1314382110.
- mit B. Kravitz, K. Caldeira: Geophysical limits to global wind power. Nature Climate Change, 3(2), 118, 2013, doi:10.1038/nclimate1683.
- mit G. A. Schmidt, R. L. Miller, L. S. Nazarenko: Implications for climate sensitivity from the response to individual forcings. Nature Climate Change, 6(4), 386, 2016, doi:10.1038/nclimate2888.
- Human Nature: Nine Ways to Feel about our Changing Planet. 2025.[2]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c d e The Carbon Brief Interview: Dr Kate Marvel. 24. Oktober 2018, abgerufen am 1. Januar 2020 (englisch).
- ↑ a b c d e f g h i j Eric Niiler: Prominent Climate Scientist Resigns From NASA, Citing Trump’s Attack on Science. In: The New York Times. 25. März 2026 (englisch).
- ↑ a b c d e Kate Marvel | Associate research scientist. In: solarsystem.nasa.gov. Abgerufen am 1. Januar 2020.
- ↑ Kate Marvel: This Was the Decade We Knew We Were Right. Scientific America, 30. Dezember 2019, abgerufen am 31. Dezember 2019 (cd).
- ↑ Meet 15 Women Leading the Fight Against Climate Change. Time, 12. September 2019, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 16. August 2022; abgerufen am 1. Januar 2020 (englisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Marvel, Kate |
| ALTERNATIVNAMEN | Marvel, Katherine Drew |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Klimawissenschaftlerin, Autorin und Kolumnistin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |