Dinkelacker

Dinkelacker ist eine ehemalige schwäbische Brauerei und heutige Biermarke der Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG. Sie wurde 1888 von Carl Dinkelacker in Stuttgart gegründet. Das stellte eine gewisse Herausforderung dar, da es schon zu dieser Zeit viele etablierte Brauereien in der Region gab. Das Unternehmen hielt dem Konkurrenzdruck jedoch stand, so dass sie bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu den größten Brauereien in Stuttgart gehörte. Die jährliche Produktion lag 2017 bei rund 750.000 Hektoliter.
| Dinkelacker | |
|---|---|
| Besitzer/Verwender | Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG |
| Einführungsjahr | 1888 |
| Produkte | Bier |
| Website | www.familienbrauerei-dinkelacker.de |


Dinkelacker ist eine ehemalige schwäbische Brauerei und heutige Biermarke der Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG. Sie wurde 1888 von Carl Dinkelacker in Stuttgart gegründet. Das stellte eine gewisse Herausforderung dar, da es schon zu dieser Zeit viele etablierte Brauereien in der Region gab. Das Unternehmen hielt dem Konkurrenzdruck jedoch stand, so dass sie bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu den größten Brauereien in Stuttgart gehörte. Die jährliche Produktion lag 2017 bei rund 750.000 Hektoliter.[1][2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Carl Dinkelacker gründete 1888 die Brauerei am damaligen Stadtrand in der Tübinger Straße, noch heute liegen dort eine Brauerei und der Hauptsitz des Unternehmens.[1] Unter der Karlshöhe ließ er tiefe Stollen für das Eis graben, das mit dem Pferdeschlitten vom Bären- und dem Riedsee hertransportiert wurde. Um 1900 begann die Brauerei auch Pils zu brauen. Dessen Name, CD-Pils, trägt die Initialen des Gründers, Carl Dinkelacker. 1901 beschäftigte sie 140 Mitarbeiter und produzierte 140.000 Hektoliter an Bier. Ende der 1930er Jahre produzierte Dinkelacker bereits über 300.000 Hektoliter Bier. Die Produktion musste aufgrund des Zweiten Weltkriegs stark zurückgefahren werden. Die beiden Weltkriege brachten die Brauerei in wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen sie sich jedoch in der Nachkriegszeit schnell wieder erholte.
1934 starb Unternehmensgründer Carl Dinkelacker. Die Brauerei wurde von seinen Söhnen Carl jr. und Alfred Dinkelacker weitergeführt. 1959 starb Carl Dinkelacker jr., sechs Jahre später auch sein Bruder Alfred Dinkelacker. Danach übernahm Alfreds Sohn, Peter Dinkelacker, zusammen mit Heinz Ammon die Leitung der Brauerei. 1964 war sie auf der Weltausstellung in New York vertreten und kooperierte mit der Lufthansa. Ab 1967 gehörte auch der Enkel des Gründers, Wolfgang Dinkelacker, zur Geschäftsleitung der Brauerei. 1971 übernahm Dinkelacker die Stuttgarter Brauerei Wulle AG, wodurch sich der Jahresausstoß auf über eine Million Hektoliter steigerte. 1977 kaufte Dinkelacker die Brauerei Sanwald und erweiterte dadurch die Produktpalette um einige neue Weizenbiere, die bis heute unter der Marke Sanwald vertrieben werden. 1982 wurde die Brauerei Cluss aus Heilbronn übernommen.
Ab der Saison 1982/83 bis 1987 war Dinkelacker Trikotsponsor, davon im letzten Jahr mit der Marke Sanwald,[3] und war bis zum Jahr 2011 Premiumpartner des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. 1988 fusionierten die beiden zu Dinkelacker gehörenden Brauereien Wulle und Cluss zur Cluss-Wulle AG. 1990 kaufte Dinkelacker die bereits seit 1859 bestehende Mauritius-Brauerei aus Zwickau.
1994 wurde von der Marke Sanwald Weizen 300.000 Hektoliter gebraut.[4] Ebenfalls 1994 eröffneten die eigentlich konkurrierenden Brauereien Dinkelacker und Schwaben Bräu unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu Logistik (DSL) ein gemeinsames Logistikzentrum. Im selben Jahr sicherte sich Spaten-Franziskaner-Bräu für 275 Mio. DM die Mehrheit an der Brauerei Dinkelacker.[4] Grund für die Übernahme waren unter anderem der exzentrische Lebensstil und die daraus erwachsenen hohen Schulden eines der beiden Haupterben, Peter Dinkelacker, der 1991 tödlich verunglückte und einige Jahre zuvor Kontakt zur Besitzerfamilie des Münchner Brauereikonzerns fand.[5]
1996 schlossen sich Dinkelacker und Schwaben Bräu zur Dinkelacker-Schwaben Bräu AG zusammen, um im schwieriger werdenden Markt weiterhin bestehen zu können. 2003 expandierte der belgische Brauereikonzern InBev auf dem deutschen Markt. Die Firma übernahm die Biersparte der Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH, die zugleich auch Mehrheitseigner an der Dinkelacker-Schwaben Bräu AG war. So operierte Dinkelacker vom 1. Oktober 2004 bis zum 31. Dezember 2006 unter dem Dach von InBev. Seit dem 2. Januar 2007 ist Dinkelacker zusammen mit Schwaben Bräu unter dem Namen Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG wieder ein eigenständiges Unternehmen im Familienbesitz. Wolfgang Dinkelacker, Urenkel des Firmengründers kaufte die Brauereigruppe zurück.[2][6]
Produkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Folgende Biersorten gehören zum Sortiment der heutigen Marke Dinkelacker:[7]
- Privat, ein untergäriges Exportbier
- Helles (seit 2009), ein malziges, goldgelbes helles Vollbier
- CD Pils, ein untergäriges Bier Pilsner Brauart, benannt nach dem Gründer Carl Dinkelacker
- NaturRadler, ein Radler
- Kellerbier, ein naturtrübes Zwickelbier
- Alkoholfrei 0,0%, ein alkoholfreies Pils
Saisonal werden Biere auch als Frühlingsfestbier (Märzenbier), Volksfestbier und Weihnachtsbier vermarktet. Für den US-amerikanischen Markt werden zudem die Sorten Dark, Weisse und Oktoberfest angeboten.
Wasenzelt
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Dinkelacker stellt eines der vier Brauereizelte auf dem Cannstatter Volksfest in Stuttgart, dem zweitgrößten Volksfest in Deutschland. Die drei anderen Brauereizelte werden von Fürstenberg, Schwaben Bräu und Stuttgarter Hofbräu betrieben.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Daniela Eberhardt: 125 Jahre Dinkelacker: Eisiges Bierlager unter der Karlshöhe In: Stuttgarter Zeitung, 19. Mai 2013. Abgerufen am 3. Januar 2017
- ↑ a b Jürgen Lessat: Viele kleine Bierbrauer. In: Kontext: Wochenzeitung. 22. Februar 2017, abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Trikots des VfB Stuttgart Der Brustring und die Sponsoren (Bild 8)(Bild 11) Trikots des VfB Stuttgart Der Brustring und die Sponsoren (Bild 12) (Trikots des VfB Stuttgart: Der Brustring und die Sponsoren, Stuttgarter Zeitung, 21. März 2013)
- ↑ a b Brauereien: Millionenerbe verschluckt, Focus 4/1994, 24. Januar 1994
- ↑ Frank Hofmann, Ulrich Viehöver: Ein Lehrstück für Erben: Durch ein Familiendrama gerät die Stuttgarter Brauerei in die Hände des Münchner Spaten-Franziskaner-Konzerns. In: focus.de. 24. Januar 1994, abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Dinkelacker ist wieder da. In: dienews.net. 7. Februar 2012, abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Unsere Biervielfalt. In: dinkelacker.de. Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG, abgerufen am 12. April 2026.
Koordinaten: 48° 46′ 4,6″ N, 9° 10′ 14,4″ O