Daniel Call
Daniel Call (* 3. September 1967 in Aachen; † 30. Oktober 2025 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Bühnenautor, Regisseur und Dramaturg. Er lebte seit den 1990er Jahren in Berlin und arbeitete vor allem für das Theater. Bekannt wurde er insbesondere durch Bühnenstücke wie Wetterleuchten, Gärten des Grauens und Tumult auf Villa Shatterhand sowie durch Libretti und Musicaltexte.
Daniel Call (* 3. September 1967 in Aachen; † 30. Oktober 2025 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Bühnenautor, Regisseur und Dramaturg. Er lebte seit den 1990er Jahren in Berlin und arbeitete vor allem für das Theater. Bekannt wurde er insbesondere durch Bühnenstücke wie Wetterleuchten, Gärten des Grauens und Tumult auf Villa Shatterhand sowie durch Libretti und Musicaltexte.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Daniel Call wurde 1967 in Aachen geboren und wuchs in der Voreifel auf. Nach dem Abitur studierte er Theaterwissenschaften, Philosophie und Geschichte in Aachen und Köln. Später arbeitete er an verschiedenen Bühnen als Regisseur und Dramaturg. Seit 1996 war er als freier Autor und Regisseur in Berlin tätig.[1][2]
Zu den Stationen seiner Laufbahn gehörten unter anderem Tätigkeiten am Stadttheater Aachen, am Volkstheater Rostock und an den Städtischen Bühnen Chemnitz. Dort war er in unterschiedlichen Funktionen tätig, unter anderem als Autor, Regisseur und zeitweise als Dramaturg.[2]
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Calls Arbeitsschwerpunkt lag im Gegenwartstheater. Seine Texte verbinden häufig zeitgenössische Themen mit satirischen, komödiantischen oder musiktheatralen Formen.[3] Sein dramatisches Gesamtwerk umfasst mehr als 40 Stücke, hinzu kommen eine Vielzahl von Übersetzungen (Noël Coward, Israel Horovitz, Israela Margalit), Bearbeitungen und in diversen Publikationen veröffentlichten Kritiken, Essays und Kolumnen (u. a. in Theater Heute, Die Deutsche Bühne, Siegessäule). International bekannt wurde er durch seine Stücke Wetterleuchten, Gärten des Grauens und Das Kammerspiel, den Monolog einer Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz.
Calls Theaterstück Tumult auf Villa Shatterhand. Eine Karl Mayade in fünf Akten wurde am 29. November 1997 am Schauspielhaus Dortmund uraufgeführt. Regie führte Marcus Lachmann, die Hauptrollen spielten Claus Dieter Clausnitzer als Karl May, Achim Conrad als „Der Fremde“ alias Adolf Hitler und Astrid Gorvin als Klara May.[4] Weitere Aufführungen gab es 2003 in Mainz.
Calls Stück Der Teufel kommt aus Düsseldorf wurde 1996 am dortigen Schauspielhaus zur Eröffnung der Intendanz Anna Badoras uraufgeführt. In rascher Folge wurden die Stücke Gärten des Grauens und Wetterleuchten am Schauspielhaus Hamburg (Malersaal) und am Schauspiel Dortmund uraufgeführt.[5] Wetterleuchten wurde zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen und in der Fachzeitschrift Theater heute abgedruckt. Call arbeitete über mehrere Spielzeiten als Hausautor und -regisseur am Volkstheater Rostock und den Städtischen Bühnen Chemnitz. Dort brachte er unter anderem sein Alzheimer-Dramas Wege mit Dir (2007) auf die Bühne.
Auch im Musiktheater war Call tätig. Er schrieb das Libretto der Oper Cuba Libre mit Musik von Cong Su, die 2005 am Theater Erfurt uraufgeführt wurde. Calls Musical Romy – Die Welt aus Gold wurde 2008 am Theater Heilbronn uraufgeführt. Sein Musical Der Ring (Komponist: Frank Nimsgern) wurde an der Oper Bonn uraufgeführt und erlebte 2016 mit der Neuinszenierung am Theater Hof einen furiosen Erfolg. Es wird unterdes im Festspielhaus Füssen gespielt.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Reaktionen auf Calls Stücke fielen unterschiedlich aus. Besprechungen hoben den Sprachwitz und die Bühnenwirksamkeit seiner Arbeiten hervor, äußerten sich bei einzelnen Produktionen jedoch auch deutlich kritisch.
Einzelne Kritiken fielen deutlich ablehnend aus. Der Spiegel nennt sein Stück Ehepaar Schiller eine „Krawallshow“ und kritisierte Calls Texte als „roh gezimmert“.[6] Das Schwäbische Tagblatt bewertet Daniel Calls Stück Wege mit dir trotz des großen Publikumserfolgs als „durchwachsen“ und bemängelt die „kitschige Rahmenhandlung“.[7] Die Welt schreibt zur Rostocker Aufführung des Stücks Phobiker!, das „Ergebnis der gut geölten Dialogmaschine“ sei „Langeweile“.[8]
Positive Besprechungen hoben vor allem Calls Sprachwitz und seine komädiantische Zuspitzung hervor. So bezeichnet die Badische Zeitung sein Stück Schocker als „eine vergnügliche Persiflage auf den modernen Theaterbetrieb und auf Goethes Faust“.[9] Auch ernstere Stoffe fanden Anerkennung. Zu Wege mit dir schrieb Theaterkritiken München, fern von vordergründigem Voyeurismus sei ein Werk entstanden, das „ausgewogener, intelligenter und menschlicher kaum sein kann“.[10]
Das Stück Wetterleuchten war eines von Calls erfolgreichsten Werken. Es wurde in sieben Sprachen übersetzt und mehr als 20 Mal inszeniert.[11] Ein Bericht der Welt über die Präsentation deutscher Gegenwartsdramatik in St. Petersburg charakterisierte Wetterleuchten 1999 als Werk „voll grotesken Humors“. Zugleich wurde hervorgehoben, dass ein russisches Publikum darin „sehr viel von ihrem eigenen Lebensgefühl“ entdeckt habe.[12]
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Teufel kommt aus Düsseldorf. UA am Düsseldorfer Schauspielhaus. 1996[13]
- Gärten des Grauens. UA am Schauspielhaus Hamburg (Malersaal)
- Wetterleuchten. UA am Theater Dortmund. 1997[11]
- Tumult auf Villa Shatterhand. Eine Karl Mayade in fünf Akten. UA am Schauspielhaus Dortmund. 1997
- Phobiker! UA am Volkstheater Rostock. 2000[14]
- Herr der Lage. Ein Monolog in sieben Tagen. 2000[15]
- Libretto für Oper Cuba Libre von Cong Su. UA am Theater Erfurt. 2005
- Wege mit dir. 2007
- Der Ring (musical). UA am Theater Bonn. 2007
- Für immer. 2008
- Schocker
- Ehepaar Schiller
- Das Kammerspiel
- Jetzt oder nie – Therapie!
- Im Einvernehmen
- Kricket
- Cadeau Claque – von allen guten Geistern verlassen
- Die blonde Bombe
- Call me Lover
- Romy – Die Welt aus Gold (Musical). UA am Theater Heilbronn. 2008
- Königin der Nacht. UA am Theater Reutlingen Die Tonne.[3]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Daniel Call - Munzinger Biographie. Abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ a b Daniel Call. In: Mülheim an der Ruhr. Stadt am Fluss. Theater- und Konzertbüro Mülheim an der Ruhr, abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ a b Callfabrik | Autor und Dramaturg J. Daniel Call. Abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ Und ewig locken die Jagdgründe. Rezension der Uraufführung in der Berliner Zeitung ( vom 5. Mai 2010 im Webarchiv archive.today)
- ↑ Axel Schock: Mit Hansdampf beim Milchkaffee. In: Die Tageszeitung: taz. 22. Dezember 1997, ISSN 0931-9085, S. 15 (taz.de [abgerufen am 7. Dezember 2023]).
- ↑ Wolfgang Höbel: Ballade von Mausi und Mausi. Der Spiegel, Nr. 12. 1998.
- ↑ Schwäbisches Tagblatt. Tagblatt.de. 26. November 2012.
- ↑ Henrike Thomsen: Sprachschnitzel im Udo-Jürgens-Schmalz: Daniel Call hat die Uraufführung seines Stücks „Phobiker!“ in Rostock eingerichtet. In: Die Welt. 3. März 2000.
- ↑ Roswitha Frey: Ein aberwitziges Theater rund ums Theater - Bad Säckingen - Badische Zeitung. In: badische-zeitung.de. 9. März 2015, abgerufen am 26. Februar 2024.
- ↑ Wege mit dir - Theaterkritiken München. Abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ a b Wetterleuchten | Gallissas Theaterverlag und Mediaagentur gmbh. Abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ Wetterleuchten für die Seele - WELT. Abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ Der Teufel kommt aus Düsseldorf. In: Düsseldorf. Nähe trifft Freiheit. Landeshauptstadt Düsseldorf, abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ "Phobiker!" auf der Seebrücke vor Rostocker Uraufführung - WELT. Abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ Herr der Lage | Gallissas Theaterverlag und Mediaagentur gmbh. Abgerufen am 29. März 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Call, Daniel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Regisseur |
| GEBURTSDATUM | 3. September 1967 |
| GEBURTSORT | Aachen |
| STERBEDATUM | 30. Oktober 2025 |
| STERBEORT | Berlin |