Creep 2
Creep 2 ist eine US-amerikanische Found-Footage-Horrorkomödie des Regisseurs und Drehbuchautors Patrick Brice aus dem Jahr 2017. Es handelt sich um eine Fortsetzung zum Film Creep, in der Mark Duplass abermals den titelgebenden Stalker – nun mit dem Namen Aaron – verkörpert, der sich mit der von Desiree Akhavan gespielten Videoproduzentin Sara ein neues Opfer ausgesucht hat. Creep 2 wurde am 6. Oktober 2017 auf dem Sitges Film Festival uraufgeführt und am 23. Dezember 2017 international ins Programm von Netflix aufgenommen.
| Film | |
| Titel | Creep 2 |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2017 |
| Länge | 80 Minuten |
| Altersempfehlung | ab 16[1] |
| Stab | |
| Regie | Patrick Brice |
| Drehbuch | Patrick Brice, Mark Duplass |
| Produktion | Carolyn Craddock |
| Musik | Julian Wass |
| Kamera | Patrick Brice, Desiree Akhavan |
| Schnitt | Christopher Donlon |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
| Chronologie | |
← Creep
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Creep 2 ist eine US-amerikanische Found-Footage-Horrorkomödie des Regisseurs und Drehbuchautors Patrick Brice aus dem Jahr 2017. Es handelt sich um eine Fortsetzung zum Film Creep, in der Mark Duplass abermals den titelgebenden Stalker – nun mit dem Namen Aaron – verkörpert, der sich mit der von Desiree Akhavan gespielten Videoproduzentin Sara ein neues Opfer ausgesucht hat. Creep 2 wurde am 6. Oktober 2017 auf dem Sitges Film Festival uraufgeführt und am 23. Dezember 2017 international ins Programm von Netflix aufgenommen.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Videoproduzentin Sara betreibt das erfolglose YouTube-Format Encounters, bei dem sie Menschen aus Online-Kontaktanzeigen einen Tag lang durch ihr Leben begleitet. So kommt sie auch in Kontakt mit Aaron, der sich bei ihrem ersten Treffen als Serienkiller offenbart und angibt, seit seinem vierzigsten Geburtstag kreativ ausgebrannt zu sein und eine Midlife-Crisis zu haben. Sara schenkt seinen Ausführungen über 39 angebliche Morde keinen Glauben und hält das Video einer früheren Tat für gestellt. Stattdessen sieht sie in Aarons exzentrischer Persönlichkeit und Verhaltensweise eine Chance, Encounters endlich zu Popularität zu verhelfen. Aaron verspricht ihr im Gegenzug, sie für die nächsten 24 Stunden nicht zu töten, sofern sie einen Film über sein Leben dreht.
Aaron versucht Sara fortwährend zu erschrecken und in Verlegenheit zu bringen, so etwa indem er sich bei ihrem ersten Gespräch komplett nackt auszieht, doch die Videoproduzentin zeigt sich davon nur wenig beeindruckt. Ein Interview an einem nahegelegenen Fluss bricht Aaron schließlich ab, als er eine Geschichte über seine Vergangenheit nicht ausführen kann, da er andauernd unterbrochen wird. Er zieht sich für den restlichen Abend zurück und möchte nicht mit Sara reden, doch sie kann seine Verschwiegenheit durch körperliche Zuneigung durchbrechen. Als Aaron Sara fragt, ob sie seine Schilderungen über seine Taten für wahr hält, verneint sie dies.
Aaron verkündet, über Encounters Bescheid zu wissen und den Film mit seinem eigenen Suizid abschließen zu wollen. Als er sich erhängt, rettet Sara ihn, möchte im Anschluss allerdings die Szenerie verlassen, da ihr erstmals Zweifel an den Ausführungen von Aaron gekommen sind. Der Serienkiller kann sie dennoch zum Bleiben überzeugen, indem er seinen eben bezeugten Suizidversuch als für Encounters inszeniert abtut. Beide kommen sich in der Folge näher und Aaron gesteht Sara, noch niemals mit einer Frau geschlafen zu haben, woraufhin sie ihn küsst. Später am Abend möchte Aaron Sara im Wald ein Geschenk überreichen, führt sie jedoch zu einem Grab, das er vor ihrer Ankunft ausgehoben hat. Aaron möchte, dass sich beide im Stile von Romeo und Julia selbst töten, doch Sara flieht, nachdem sich Aaron ein Messer in den Bauch gerammt hat. Verletzt nimmt er die Verfolgung auf, überwältigt Sara, sticht mehrfach auf sie ein und schleift sie ins Grab. Im Glauben, Sara getötet zu haben, wendet sich Aaron der Kamera zu, wird von ihr aber von hinten mit einem Spaten niedergeschlagen.
Einige Zeit später filmt Aaron Sara heimlich in der Stadt. Als sie ihn bemerkt, endet das Video abrupt.
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der romantischen Found-Footage-Horrorkomödie Creep 2 handelt es sich um eine Fortsetzung zum Film Creep aus dem Jahr 2014. Nach dessen Uraufführung auf dem South by Southwest Festival wurden die US-amerikanischen Vertriebsrechte an den zur Weinstein Company gehörenden Filmverleih RADiUS unter der Bedingung veräußert, dass Regisseur Patrick Brice und Hauptdarsteller Mark Duplass zwei weitere Creep-Teile inszenieren.[2][3] Die Dreharbeiten zu den Fortsetzungen sollten ursprünglich noch 2014 beginnen, sodass alle drei Filme innerhalb desselben Jahres hätten veröffentlicht werden können,[4] doch Terminkonflikte zwischen Brice und Duplass verhinderten eine schnelle Umsetzung.[5] Der Deal mit RADiUS kam schließlich nicht zustande, weshalb die Pläne für Creep 2 zunächst verworfen und erst im Jahr 2016 wieder aufgenommen wurden.[3]
Hinter der Kamera kehrte Patrick Brice als Regisseur zurück, der gemeinsam mit Duplass erneut das Drehbuch verfasste.[6] Beide wollten in Creep 2 die Figur des von Duplass verkörperten Serienkillers – nun unter dem Namen Aaron – weiter ausbauen und ihn zeitweise sogar sympathisch sowie liebenswürdig machen.[7] Während der erste Film die zentrale Frage thematisierte, ob Aaron überhaupt ein Mörder sei, sollte die Fortsetzung eher seine Motivation dahinter erforschen.[8] Brice und Duplass verwarfen daher das „Katz-und-Maus-Spiel“ aus Creep und stellten Aaron diesmal die ebenbürtige Gegenspielerin Sara gegenüber,[9] die lose auf der US-amerikanischen Webvideoproduzentin Laurel Nakadate basiert[8] und mit Desiree Akhavan besetzt wurde.[6]
Die sechstägigen Filmaufnahmen erfolgten im September 2016 in Los Angeles und am nahegelegenen Lake Arrowhead; ein eintägiger Nachdreh folgte im Frühjahr 2017 in New York City.[6][10] Das im Vergleich zum Vorgängerfilm höhere Budget hätte dem Projekt eine größere Crew erlaubt, doch Brice und Duplass entschieden sich bewusst für ein nur fünfköpfiges Team. Ebenso verfassten beide abermals nur ein grobes Outline für viele Szenen und überließen deren genaue Ausgestaltung der Improvisation der Darsteller.[9] Im Unterschied zum ersten Teil führte allerdings Brice oftmals selbst die Panasonic-Kamera, sodass sich Hauptdarstellerin Akhavan vordergründig auf ihr Schauspiel konzentrieren konnte.[8]
Ein Trailer zum Film wurde am 26. September 2017 veröffentlicht,[11] ehe die Weltpremiere am 6. Oktober auf dem spanischen Sitges Film Festival erfolgte.[12] Zwanzig Tage später wurde Creep 2 als Video-on-Demand veröffentlicht[11] und am 23. Dezember 2017 international ins Programm von Netflix aufgenommen.[13]
Synchronisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Kim Pfeiffer und unter der Dialogregie von Benjamin Plath.[14]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Aaron | Mark Duplass | Benjamin Plath |
| Sara | Desiree Akhavan | Kim Pfeiffer |
| Dave | Karan Soni | Roman Weltzien |
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Creep 2 konnte alle der 30 bei Rotten Tomatoes gelisteten Kritiker überzeugen, die im Konsens urteilten, dass der Film alle Qualitäten des Vorgängers und noch mehr habe – mehr Lacher, mehr Peinlichkeit und mehr beunruhigenden Schrecken.[15] Bei Metacritic erhielt Creep 2 basierend auf fünf Rezensionen einen Metascore von 75 von 100 Punkten.[16]

Im Hollywood Reporter wird Creep 2 als „gelungene Fortsetzung“ bezeichnet, die jeden Fan des Originals beeindrucken werde und für einige überraschende Lacher sorge. Der Film sei dabei erfrischender als die meisten Low-Budget-Thriller und fasziniere mit dem von Mark Duplass verkörperten Aaron durchweg, was die Frage aufwerfe, warum es nur zu einer VOD-Veröffentlichung gekommen sei.[17] Auch Tom Philip von GQ bezeichnet Creep 2 als „perfekte Horror-Fortsetzung“, in der die Handlung den logisch nächsten Schritt mache. Der zweite Teil sei dabei zwar nicht so geheimnisvoll oder beängstigend wie der Vorgängerfilm, erzeuge durch die Dynamik zwischen Duplass und der spielfreudigen Desiree Akhavan aber durchaus Spannung.[18]
Alex McLevy attestiert Creep 2 in seiner Filmkritik für den A.V. Club, intelligenter, witziger und fesselnder als der erste Teil zu sein. Die Dialoge seien tiefgründiger, die Charakterdarstellungen reichhaltiger und die Handlung insgesamt besser, auch wenn Creep 2 weiterhin kein Gruselfilm sei und seine vereinzelten Schreckmomente eher für die Komik nutze. Positiv sei ebenso die Besetzung von Desiree Akhavan hervorzuheben, die durch eine starke Leinwandpräsenz das Geschehen sofort belebe und so eine ebenbürtige Schauspielpartnerin für Duplass darstelle. Auch wenn Creep 2 ästhetisch weiterhin nicht besonders schön anzusehen sein, gehöre der Film im Found-Footage-Horrorgenre für McLevy dennoch zur Spitzenklasse.[19]
Etwas kritischere Worte findet Eric Kohn von IndieWire, der Creep 2 zwar als größtenteils gelungen bezeichnet, das Found-Footage-Konzept allerdings als genauso ermüdend wie bereits im ersten Film empfindet. Nach einer herrlich verrückten Eröffnungssequenz und einer absurden Folgehandlung münde Creep 2 schließlich in einem unausgereiften Finale, das sämtliche Klischees des Genres wiederbelebe. Dennoch habe der Film eine Existenzberechtigung, da er Duplass die Möglichkeit gebe, die beängstigend Figur des Aaron weiterzuentwickeln. Außerdem wirke das unbestreitbar effekthascherische Werk wie eine faszinierende Skizze über die Eitelkeit des Filmemachens an sich.[20]
Fortsetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für einen dritten Creep-Film wurden zwar mehrere Drehbücher geschrieben, allerdings wieder verworfen, was Hauptdarsteller Mark Duplass auf fehlende kreative Ideen und seine eigene Unzufriedenheit mit Creep 2 zurückführte.[21] Stattdessen wurde ab November 2024 die Fernsehserie The Creep Tapes auf Shudder und AMC+ veröffentlicht, in der die Vergangenheit des von Duplass verkörperten Serienkillers näher beleuchtet wird.[22]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Creep 2 bei IMDb
- Creep 2 in der Online-Filmdatenbank
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Creep 2 bei Netflix
- ↑ Jen Yamato: Radius-TWC Springs For Blumhouse-Duplass SXSW Thriller ‘Creep’; Trilogy In The Works. In: Deadline.com. 7. April 2014, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ a b Brad Miska: ‘Creep’ Director Confirms Sequel. In: bloody-disgusting.com. 19. August 2016, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ Perri Nemiroff: Mark Duplass Reveals Plan to Release Full Creep Trilogy in One Year. In: Collider.com. 5. August 2014, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ Drew Taylor: Mark Duplass on 'Lazarus Effect' and Turning Down 'Huge Movies' (EXCLUSIVE). In: Mofiefone.com. 27. Februar 2015, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ a b c Ross A. Lincoln: Desiree Akhavan Joins ‘Creep 2’ As Production Begins On Blumhouse & Duplass Brothers Horror Sequel. In: Deadline.com. 10. September 2016, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ Matt Armitage: nterview: Patrick Brice Talks About Creep and His New Netflix Slasher. In: horrorobsessive.com. 13. Dezember 2019, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ a b c Kevin Lincoln: Why Creep 2 Isn’t Actually a Horror Movie. In: Vulture.com. 25. Oktober 2017, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ a b Heather Wixson: Interview: Mark Duplass on Changing the Game and Meeting His Match for Creep 2. In: dailydead.com. 20. Oktober 2017, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ Christine N. Ziemba: Director Patrick Brice on Creep 2 and CalArts. In: blog.calarts.edu. 2. November 2017, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ a b Zack Sharf: ‘Creep 2’ Trailer: Mark Duplass Returns This Halloween to Freak You the F*ck Out. In: IndieWire. 26. September 2017, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ Creep 2 im Programm des Sitges Film Festivals, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ Andrew Lapin: What’s New on Netflix: December 2017. In: Vulture.com. 30. November 2017, abgerufen am 4. April 2026.
- ↑ Creep 2. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 3. April 2026.
- ↑ Creep 2. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 3. April 2026 (englisch).
- ↑ Creep 2. In: Metacritic. Abgerufen am 2. April 2026 (englisch).
- ↑ ‘Creep 2’: Film Review. In: The Hollywood Reporter. 24. Oktober 2017, abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Tom Philip: Creep 2 Review: The Perfect Horror Sequel. In: GQ. 31. Oktober 2017, abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Alex McLevy: Creep 2 is smarter, funnier, and more engaging than the original. In: The A.V. Club. 24. Oktober 2017, abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Eric Kohn: ‘Creep 2’ Review: There’s Nothing Scarier Than Mark Duplass With a Ponytail in This Blumhouse Sequel. In: IndieWire. 25. Oktober 2017, abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Ryan Lattanzio: Mark Duplass Says ‘Creep 3’ Is in the Works, Even After ‘Almost Killing Ourselves’ Over ‘Creep 2’. In: IndieWire. 27. März 2020, abgerufen am 6. April 2026.
- ↑ Christian Zilko: Mark Duplass Returns to the ‘Creep’ Franchise with New Series ‘The Creep Tapes’. In: IndieWire. 4. Juni 2024, abgerufen am 6. April 2026.