Cleysingen
Cleysingen ist ein Ortsteil der Stadt Ellrich im Landkreis Nordhausen in Thüringen. Er liegt an der Zorge im Harzvorland, rund 3 km südöstlich der Stadt Ellrich.
Cleysingen Stadt Ellrich
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| Koordinaten: | 51° 34′ N, 10° 42′ O |
| Höhe: | 227 m ü. NN |
| Einwohner: | 17 (15. Mai 2022)[1] |
| Postleitzahl: | 99755 |
| Vorwahl: | 036332 |
Im Ort
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Cleysingen ist ein Ortsteil der Stadt Ellrich im Landkreis Nordhausen in Thüringen. Er liegt an der Zorge im Harzvorland, rund 3 km südöstlich der Stadt Ellrich.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der zunächst Cleisingen geschriebene Ort wurde 1209 erstmals urkundlich genannt.[2]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Landesstraße 1037 führt durch Cleysingen. Die Buslinie 241 verbindet den Ort im Schul- und Berufsverkehr mit Ellrich und Nordhausen. Die Bahnstrecke Northeim–Nordhausen verläuft am Ort vorbei, die beiden nächsten Haltepunkte befinden sich aber jeweils etwa 2,5 km entfernt in Ellrich (nordwestlich) und Woffleben (südöstlich).
Industrie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am östlichen Rand des Ortes lag für einige Jahrzehnte die Gipsfabrik „Neue Ellricher Gipswerke“. Ursprünglich als E. Rothschild KG der jüdischen Familie Ullmann gehörend, die auch im Besitz der Stadtoldendorfer Gipswerke war, gingen beide Gipswerke zum Jahresende 1938 vollständig in den Besitz des Stadtoldendorfer Fabrikanten Karl Würth über.[3] Da der im Verkaufsvertrag benannte Heinrich Ullmann im Jahr darauf zunächst nach Diekirch/Luxemburg und anschließend nach Argentinien emigrierte,[4] muss der Verkauf an Würth wohl als Teil der zu der Zeit stattfindenden Arisierung verstanden werden.
Die Cleysinger Fabrik war auf Formgips spezialisiert. Deren Steinbruch lag am „Kellholz“ südlich der Kelle, nördlich der Zorge. Nach 1945 enteignet, wurde der Betrieb 1979 stillgelegt. Die Ruinen mit großer Esse standen noch bis ca. 1995 dort.[5][6]
Personen
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Von 1776 bis 1786 lebte der Dichter Leopold Friedrich Günther von Goeckingk in einem Landhaus (Neues Haus) etwa 400 Meter nördlich des Siedlungskerns.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Zensusatlas 2022, abgerufen am 8. Januar 2025.
- ↑ Otto Dobenecker (Hrsg.): Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae (1152 – 1210). Band 2, Teil 1. Fischer, Jena 1898, Nr. 1448, urn:nbn:de:urmel-4b1d3df9-075e-4799-8a12-5a615c0e48dd7.
- ↑ Archiveintrag des Verkaufs der Gipswerke Stadtoldendorf und Ellrich an Karl Würth. Niedersächsisches Landesarchiv, 31. Dezember 1938, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ Personeninformationen zu Heinrich Ullmann/Deportationsliste auf YadVashem. YadVashem, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ Michael Reinboth (Hrsg.): Vom Himmelreich zum Himmelberg: ein naturkundlicher und geschichtlicher Streifzug durch die Landschaft von Ellrich bis Woffleben. Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2010, ISBN 978-3-86948-086-2, S. 53.
- ↑ Bert Vulpius, Bernd Wegener: Überblick über die Entwicklung der Gipsindustrie im Südharz. In: Unternehmerverband Mineralische Baustoffe e. V. (Hrsg.): Gips − Gestein des Jahres 2022. 1. Auflage. UVMB, Leipzig Juli 2022, S. 55 f., 62, 64 (thueringer-geopark.de [PDF; 4,3 MB]).