Chasing Amy
Chasing Amy (deutscher Alternativtitel: Chasing Amy – aus, vorbei, nie wieder) ist eine US-amerikanische Tragikomödie aus dem Jahr 1997 von Regisseur Kevin Smith. Der Film ist der dritte aus der Reihe der New-Jersey-Filme.
| Film | |
| Titel | Chasing Amy |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1997 |
| Länge | 111 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Kevin Smith |
| Drehbuch | Kevin Smith |
| Produktion | Scott Mosier John Pierson Kevin Smith |
| Musik | David Pirner Joey Lauren Adams Brynn Arens Petra Haden |
| Kamera | David Klein |
| Schnitt | Scott Mosier Kevin Smith |
| Besetzung | |
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| → Synchronisation | |
| Chronologie | |
← Mallrats Dogma →
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Chasing Amy (deutscher Alternativtitel: Chasing Amy – aus, vorbei, nie wieder) ist eine US-amerikanische Tragikomödie aus dem Jahr 1997 von Regisseur Kevin Smith. Der Film ist der dritte aus der Reihe der New-Jersey-Filme.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Comiczeichner Holden McNeil und Banky Edwards geben gemeinsam die Comicserie Bluntman and Chronic heraus. Auf einer Comic-Convention im New Yorker Stadtteil Manhattan lernt Holden die Comiczeichnerin Alyssa kennen und verliebt sich kurze Zeit später in sie. Davon überzeugt, dass auch sie ihn mag, muss er schockiert feststellen, dass Alyssa lesbisch ist. Trotzdem will er eine Freundschaft mit ihr aufbauen. Banky erkennt, dass Holden weiterhin verliebt ist und sieht ihre gemeinsame Arbeit und Freundschaft in Gefahr.
Denn Holden und Alyssa kommen sich schnell näher, da sie beide in derselben Gegend von New Jersey aufgewachsen sind – Holden und Banky stammen aus Highlands, Alyssa aus Middletown. Das verärgert Banky, der es Alyssa übel nimmt, dass sie sich in ihre Angelegenheiten einmischt. Auch die geschäftliche Partnerschaft des Duos leidet darunter, da sie kurz davor standen, einen lukrativen Vertrag zur Adaption von Bluntman and Chronic als Zeichentrickserie zu unterzeichnen.
Als Holden ebenfalls seine Verliebtheit erkennt und deren Aussichtslosigkeit einsieht, offenbart er Alyssa, dass er diese Freundschaft nicht mehr erträgt und eigentlich mehr für sie empfindet. Daraufhin gibt sie ihren Gefühlen für Holden nach und die beiden werden ein Paar. Banky ist davon wiederum wenig begeistert. Banky trifft eine alte Freundin, die mit Alyssa aufgewachsen ist, und sie erzählt ihm, dass sie in der Highschool-Zeit an einem Dreier mit zwei Mitschülern hatte, was ihr den Spitznamen „Finger Cuffs“ einbrachte. Als Holden von Banky jedoch mit Alyssas sexuell experimentierfreudiger Vergangenheit konfrontiert wird, ist Holden von der Enthüllung zutiefst verstört, da er geglaubt hatte, er sei der erste Mann, mit dem Alyssa jemals geschlafen habe.
In der Überzeugung, dass Banky eifersüchtig auf Holden ist und seine wahren Gefühle hinter machohaften sexuellen Sprüchen verbirgt, rät Hooper Holden, ehrlich und aufrichtig zu sein und Alyssa nach ihrer Vergangenheit zu fragen. Am nächsten Abend bei einem Eishockeyspiel konfrontiert Holden sie und versucht ungeschickt, sie zu einem Geständnis zu verleiten, was ihm schließlich auch gelingt, woraufhin sie wütend aus der Eissporthalle stürmt. Auf dem Parkplatz bestätigt sie wütend den Dreier, verteidigt jedoch ihre vergangenen sexuellen Erfahrungen und möchte ihre Beziehung fortsetzen. Holden geht mit einem unsicheren Gefühl.
Er fühlt sich ihr nicht gewachsen und die Beziehung steuert auf einen Konflikt zwischen Holden, Alyssa und Banky zu, der Alyssa nun wegen der plötzlichen Änderung ihrer geschlechtlichen Neigung misstraut. Im Diner trifft er sich mit Jay und Silent Bob, den Vorbildern für die Figuren Bluntman and Chronic. Er übergibt ihnen ihre monatlichen Tantiemen aus den Verkäufen und spricht mit ihnen über seine Probleme mit Alyssa. Der normalerweise schweigsame Bob verrät, dass er vor ein paar Jahren eine Freundin namens Amy hatte, mit der er eine ähnliche Beziehung führte wie Holden. Obwohl er sie liebte, veranlassten ihn seine Unsicherheiten wegen ihrer früheren sexuellen Freizügigkeit dazu, sich von ihr zu trennen. Er bereute es und hat seitdem viel Zeit damit verbracht, Amy wieder zu finden.
Inspiriert von Bobs Geschichte schmiedet Holden einen Plan, um sowohl seine Beziehung zu Alyssa als auch seine zerrüttete Freundschaft mit Banky zu kitten. Holden schlägt beiden einen Dreier zwischen den dreien vor. Damit hofft er, sich mit Alyssa gleichwertig zu fühlen, die in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen gemacht hat, und Banky die Chance zu geben, seine Zuneigung zu Holden sexuell auszuprägen, wobei aber auch noch eine Frau dabei ist. Außerdem würden sich Alyssa und Banky dann besser verstehen und sich miteinander anfreunden. Alyssa lehnt diesen Vorschlag jedoch ab, weil sie diese Etappe des Lebens bereits hinter sich hat und sich an diesem Experiment nicht beteiligen will. Daraufhin zerbricht die Beziehung. Banky ist erleichtert, dass Alyssa das Angebot von Holden abgelehnt hat.
Ein Jahr später sind Holden, Banky und Alyssa jeweils für eigene Comic-Projekte auf einer Comic-Convention. Banky, der für seinen eigenen Comic Baby Dave wirbt, verrät einem Fan, dass er nun die Verlags- und Urheberrechte an Bluntman and Chronic besitzt, nachdem er seine Partnerschaft mit Holden aufgelöst hat. Holden gratuliert Banky schweigend zum Erfolg von Baby Dave, und Banky deutet mit seinen Augen auf einen Stand hin, wo Alyssa wartet, und ermutigt ihn schweigend, mit ihr zu sprechen. Während ihres kurzen, emotionalen Gesprächs gibt Holden ihr ein Exemplar von Chasing Amy, seinem neuen Comic, der auf ihrer gescheiterten Beziehung basiert. Er bittet sie, sich bei ihm zu melden, falls sie etwas dazu zu sagen habe. Nachdem er gegangen ist, kommt Alyssas neue Freundin und fragt nach ihm. Lächelnd und mit Tränen in den Augen täuscht Alyssa Gleichgültigkeit vor, schiebt seinen Comic beiläufig beiseite und antwortet abweisend: „Nur jemand, den ich kenne.“
Synchronisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Film wurde bei der Hermes Synchron vertont. Andreas Pollak schrieb das Dialogbuch und führte die Dialogregie.[2]
| Rolle | Schauspieler | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Holden McNeil | Ben Affleck | Nicolas Böll |
| Banky Edwards | Jason Lee | Roman Kretschmer |
| Alyssa Jones | Joey Lauren Adams | Dorette Hugo |
| Sammler | Scott Mosier | Matthias Klages |
| Hooper X | Dwight Ewell | Charles Rettinghaus |
| Jim Hicks | Brian O’Halloran | |
| Shawn Oran | Matt Damon | Albert Obitz |
| Jay | Jason Mewes | Simon Jäger |
| Silent Bob | Kevin Smith | Johannes Berenz |
| Fan | Ethan Suplee | Gerald Schaale |
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chasing Amy ist der dritte Film aus der New-Jersey-Filmreihe um die Helden Jay und Silent Bob, die der Feder von Regisseur Kevin Smith entstammen, der auch die Figur Silent Bob verkörpert.
- Die Comic-Szene als Hintergrund für den Film steht in Verbindung mit der zur Filmreihe gehörenden Comic-Reihe. Die einzelnen Comics verknüpfen die Filme von Clerks bis Dogma und erschienen später unter dem Titel Chasing Dogma.
- Holden und Banky sind Figuren aus J. D. Salingers Der Fänger im Roggen.
- Für diesen Film standen zwei echte Pärchen vor der Kamera: zum einen Kevin Smith und Joey Lauren Adams sowie zweitens Jason und Carmen Lee, die in der Kneipe Alyssas Liebhaberin Kim spielt. Smith kam die Idee zum Drehbuch während seines Zusammenlebens mit Adams.
- Im Abspann ist zu lesen: „Jay and Silent Bob will return in Dogma (we promise)“.
- Chasing Amy und Jay und Silent Bob schlagen zurück sind die einzigen Filme aus Smiths New-Jersey-Filmreihe, in denen die Filmfigur Silent Bob einen längeren Monolog hält.
- Der Film feierte am 24. Januar 1997 im Rahmen des Sundance Film Festivals seine Weltpremiere. Kinostart in Deutschland war am 31. Juli 1997 und am 29. August 1997 in der Schweiz. Am 26. Januar 1998 wurde der Film mit deutscher Tonspur auf VHS und am 6. Dezember 2004 auf DVD sowie am 3. Dezember 2009 auf Blu-ray veröffentlicht.[3][4] Die deutschsprachige TV-Premiere erfolgte am 3. Februar 1999 beim deutschen Pay-TV-Sender premiere und die Free-TV-Premiere beim Schweizer Sender SRF 1 am 22. Mai 2000.[3][5]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einspielergebnisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Miramax bot Kevin Smith zunächst ein Budget von 2 Millionen US-Dollar an, unter der Bedingung, dass er David Schwimmer, Drew Barrymore und Jon Stewart für die Hauptrollen engagierte. Smith lehnte dieses Angebot ab und bot Miramax stattdessen ein Budget von 250.000 US-Dollar mit einer Besetzung seiner Wahl an, was Miramax zustimmte. Miramax gab nach den Dreharbeiten weitere 600.000 US-Dollar für die Postproduktion aus und noch einmal 8 Millionen US-Dollar für Prints and Advertising. Allein in den Kinos der USA und Kanada spielte der Film rund 12,1 Millionen US-Dollar ein.[6][7] In Europa wurden rund 563.000 Kinotickets verkauft, darunter rund 64.000 in Deutschland und 25.000 in der Schweiz.[8][9]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 87 %[10] |
| Metacritic (Metascore) | 71/100[11] |
| CinemaScore | A–[12] |
| Cinema | |
| Prisma |
Der Film wurde von den Kritikern überwiegend positiv aufgenommen. Das Filmkritik-Portal Rotten Tomatoes gibt für den Film 87 % positive Rezensionen an, basierend auf 89 Kritiken. Zusammenfassend heißt es dort: „Auch wenn die Darstellung queerer Sexualität in Chasing Amy frustrierend unbeholfen ist, behandelt der Film eine Reihe heikler Themen mit einer Mischung aus Feingefühl, schonungsloser Ehrlichkeit und dem für Drehbuchautor und Regisseur Kevin Smith typischen derben Humor.“[10] Bei Metacritic konnte ein Metascore von 71, basierend auf 28 Kritiken, erzielt werden.[11] Eine von CinemaScore vorgenommene Umfrage unter US-amerikanischen Kinobesuchern kam zu dem Ergebnis, dass die Zuschauer dem Film eine Durchschnittsnote von A– vergaben, was der deutschen Schulnote 1– bzw. knapp sehr gut entspricht.[12]
„Ein typischer Slacker-Film mit langen Einstellungen und überbordenden Dialogen, in denen es um Gott und die Welt, vor allem aber um sexuelle Fantasien geht. Die Radikalität und Ehrlichkeit der Dialoge und Diskussionen schockiert und fasziniert und verlangt vom Zuschauer ein gewisses Maß an Abgeklärtheit.“
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joey Lauren Adams wurde im Jahr 1998 für den Golden Globe Award nominiert. Sie gewann 1998 den Las Vegas Film Critics Society Award.
- Kevin Smith und Jason Lee gewannen 1998 den Independent Spirit Award. Scott Mosier wurde für den gleichen Preis nominiert.
- Joey Lauren Adams wurde 1998 für den MTV Movie Award als beste Darstellerin und zusammen mit Carmen Llywelyn für den Besten Kuss nominiert.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chasing Amy bei IMDb
- Chasing Amy bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Bebilderte Rezension zur entsprechenden DVD auf DVD Maniacs
- Vergleich der Schnittfassungen Kinofassung - Workprint von Chasing Amy bei Schnittberichte.com
Einzelbelege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Freigabebescheinigung für Chasing Amy. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, März 2012 (PDF; Prüfnummer: 77 733 V).
- ↑ Chasing Amy. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 3. April 2018.
- ↑ a b c Chasing Amy. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 10. Februar 2021.
- ↑ Chasing Amy Blu-ray. In: bluray-disc.de. Abgerufen am 18. März 2026.
- ↑ Chasing Amy bei Fernsehserien.de, abgerufen am 18. März 2026.
- ↑ Maureen Callahan: Indie Movies-Now More Than Ever! In: Spin. April 1998, S. 106 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Chasing Amy (1997). In: Box Office Mojo. Abgerufen am 18. März 2026.
- ↑ Chasing Amy (1997), Bersucherzahlen in den europäischen Ländern. In: LUMIERE. Abgerufen am 18. März 2026.
- ↑ Chasing Amy (1997). In: procinema.ch. Abgerufen am 18. März 2026.
- ↑ a b Chasing Amy. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 19. Januar 2025 (englisch, aggregiert aus 89 Kritiken).
- ↑ a b Chasing Amy. In: Metacritic. Abgerufen am 19. November 2025 (englisch, aggregiert aus 28 Kritiken).
- ↑ a b Datenbankabfrage in CinemaScore von Chasing Amy. In: CinemaScore. Abgerufen am 18. März 2026.
- ↑ Chasing Amy. In: cinema. Abgerufen am 18. März 2026.
- ↑ Chasing Amy. In: prisma. Abgerufen am 18. März 2026.