Asahi Linux
Asahi Linux ist ein Linux-Entwicklungsprojekt für die ARM-basierten Macs von Apple („Apple Silicon“). Ziel des Projekts ist die Entwicklung von freier Software zur Unterstützung dieser proprietären Hardware unter Linux und anderen freien Betriebssystemen wie OpenBSD. Asahi Linux ist keine Distribution, dient aber als Grundlage der offiziellen Fedora-Variante Fedora Asahi Remix. Die erste Alpha-Version wurde Anfang 2022 veröffentlicht. Eine erste stabile Version erschien im Januar 2024.
| Asahi Linux | |
|---|---|
| Entwickler | Asahi Linux Project: Alyssa Rosenzweig, Asahi Lina, Dougall Johnson, Eileen Yoon, James Calligeros, Janne Grunau, Mark Kettenis, Sven Peter[1] |
| Lizenz(en) | GPL, MIT und weitere |
| Erstveröff. | 2021 |
| Akt. Version | Rolling Release |
| Basissystem | verschiedene, unter anderem Fedora und Arch Linux |
| Kernel | Linux |
| Abstammung | GNU/Linux ↳ Asahi Linux |
| Architektur(en) | ARM |
| Sprache(n) | mehrsprachig |
| https://asahilinux.org/ | |
Asahi Linux ist ein Linux-Entwicklungsprojekt für die ARM-basierten Macs von Apple („Apple Silicon“). Ziel des Projekts ist die Entwicklung von freier Software zur Unterstützung dieser proprietären Hardware unter Linux und anderen freien Betriebssystemen wie OpenBSD.[2] Asahi Linux ist keine Distribution, dient aber als Grundlage der offiziellen Fedora-Variante Fedora Asahi Remix.[3]
Die erste Alpha-Version wurde Anfang 2022 veröffentlicht.[2] Eine erste stabile Version erschien im Januar 2024.[4]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Asahi-Linux-Projekt wurde 2021 von Hector Martin gestartet. Nach der Veröffentlichung der ersten Arm-Macs 2020 hatte Linus Torvalds bedauert, sich zwar einen Arm-Laptop für die Linux-Entwicklung zu wünschen, dass die von Apple produzierten Macs mit „Apple Silicon“ jedoch nicht dafür geeignet seien, solange Apple geschlossene proprietäre Hardware verwende.[5] Das kleine Projekt-Team arbeitet per Reverse Engineering an der Unterstützung für Apples Hardware.[6]
Als Basisdistribution für die Entwicklung wurde zunächst Arch Linux ARM verwendet. Seit 2023 besteht eine Zusammenarbeit mit Fedora, sodass Fedora Asahi Remix die für Endanwender geeignete Flaggschiffdistribution wurde.[7]
Am 13. Februar 2025 trat Hector Martin aus dem Asahi-Linux-Projekt zurück, nachdem es zuvor zu Unstimmigkeiten mit anderen Linux-Kernel-Maintainern gekommen war.[8] Seither wird Asahi Linux von einem Projektvorstand aus (Stand April 2026) sieben Personen geleitet.[9] Im Rahmen der Übergabe der Leitungsfunktionen kündigte das Projekt außerdem einen verstärkten Fokus auf Linux-Kernel-Upstreaming an, damit die Unterstützung für Apple Silicon möglichst vollständig im Kernel-Hauptzweig vorliegt.[10]
Seit dem Rücktritt von Martin sind Spenden an das Projekt über Open Collective und GitHub Sponsors erwünscht,[11] mit diesen werden beispielsweise Hardwareanschaffungen für Reverse Engineering[12] sowie die Arbeit einiger leitender Entwickler[13] bezahlt.
2024 wurde mit der Entwicklung von standardsgemäßer Vulkan- und OpenGL-Unterstützung begonnen.[14] Seit Fedora 41 (Ende 2024) ist diese Unterstützung zusammen mit x86-64-Kompatibilität für Endanwender nutzbar.[15] Damit stellt Asahi Linux die einzige konforme Implementierung von OpenGL 4.6, OpenGL ES 3.2, OpenCL 3.0 und Vulkan 1.4 für Apple Silicon dar; dieselben Standards werden von macOS nur unzureichend (OpenGL) bzw. gar nicht (Vulkan) implementiert.
Unterstützte Hardware
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf Geräten der M1- und M2-Prozessor-Generationen ist die Unterstützung weit fortgeschritten und für den Alltagsgebrauch geeignet.[16] Wesentliches Manko ist die fehlende Unterstützung für externe Bildschirme mit USB-C oder DisplayPort, sowie Thunderbolt und TouchID.[17] Die Unterstützung für die Generationen M3 und M4 ist Stand 2026 noch in Arbeit und kann noch nicht von Endanwendern genutzt werden.
Fedora Asahi Remix hat folgende Voraussetzungen:[17]
- Arm-Prozessor von Apple der Generation M1 oder M2 (einschließlich M1 Pro, M2 Ultra usw.)
- MacBook Air, MacBook Pro, Mac mini, iMac oder Mac Studio
- macOS neuer als Monterey (Version 12.3)
- mindestens 53 GB freien Festplattenspeicherplatz
- Internetverbindung
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Asahi Linux Projekt-Seite auf GitHub (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ About Asahi Linux. Abgerufen am 25. Februar 2025 (englisch).
- ↑ a b Oliver Diedrich: Ein Linux-Desktop für M1-Macs: Erste Alpha von Asahi. In: Heise online. 21. März 2022. Abgerufen am 5. April 2023.; Zitat: „Asahi Linux bringt einen kompletten Linux-Desktop auf M1-Macs, allerdings noch mit Lücken bei der Hardwareunterstützung. Auch OpenBSD auf M1 ist jetzt möglich.“.
- ↑ About Asahi Linux. Abgerufen am 5. April 2023 (englisch): „Asahi Linux is an overall project to develop support for these Macs. […] Our flagship distro is Fedora Asahi Remix, which is a collaboration between Asahi Linux and the Fedora Project, and serves as both a polished end-user distribution and a reference for other distributions who wish to incorporate our work.“
- ↑ New in Fedora Asahi Remix - Asahi Linux. Abgerufen am 4. Februar 2024 (englisch).
- ↑ Ben Lovejoy: M1 Mac Linux 6.2 support for MacBook Air, MacBook Pro, Mac Studio, Mac mini. In: 9to5Mac. 21. Februar 2023, abgerufen am 5. April 2023 (englisch): „Torvalds was pessimistic back in 2020. ‘I’ve been waiting for an ARM laptop that can run Linux for a long time. The new Air would be almost perfect, except for the OS. And I don’t have the time to tinker with it, or the inclination to fight companies that don’t want to help,’ he wrote. Later adding: ‘The main problem with the M1 for me is the GPU and other devices around it, because that’s likely what would hold me off using it because it wouldn’t have any Linux support unless Apple opens up.’“
- ↑ Sven Bauduin: Asahi Linux: Das Linux für Apple Silicon. ComputerBase, 8. Januar 2021, abgerufen am 5. April 2023.
- ↑ Our new flagship distro: Fedora Asahi Remix - Asahi Linux. 2. August 2023, abgerufen am 13. April 2026 (englisch).
- ↑ Passing the torch on Asahi Linux - Asahi Linux. Abgerufen am 25. Februar 2025 (englisch).
- ↑ Governance - Asahi Linux. Abgerufen am 13. April 2026 (englisch).
- ↑ Passing the torch on Asahi Linux - Asahi Linux. 13. Februar 2025, abgerufen am 13. April 2026 (englisch): „What can you look forward to in 2025? Our priority is kernel upstreaming.“
- ↑ Support - Asahi Linux. Abgerufen am 13. April 2026 (englisch).
- ↑ MacBook Pro (16-inch, M2 Max, 2023) · Ausgabe #275340 - Open Collective. 28. November 2025, abgerufen am 13. April 2026.
- ↑ Fedora / FAR Development March 2026 · Ausgabe #291764 - Open Collective. 31. März 2026, abgerufen am 13. April 2026.
- ↑ Vulkan 1.3 on the M1 in 1 month - Asahi Linux. Abgerufen am 13. April 2026 (englisch).
- ↑ Fedora Asahi Remix 41 Brings Better Gaming to Apple Silicon Macs. 17. Dezember 2024, abgerufen am 13. April 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Niklas Dierking: Fedora Asahi Remix: Alltagstaugliches Linux für macOS-Nutzer. In: Der Spiegel. 2. Juni 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. April 2026]).
- ↑ a b Fedora Asahi Remix - Asahi Linux. Abschnitt „Device Support“. Abgerufen am 13. April 2026 (englisch).