526

Im Jahr 526 erlebt das Ostgotenreich durch den Tod seines Herrschers Theoderich des Großen eine massive Schwächung. Sein zehnjähriger Enkel Athalarich tritt unter der Regentschaft seiner Mutter Amalasuntha die Nachfolge an.
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526
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| 526 in anderen Kalendern | |
| Äthiopischer Kalender | 518/519 |
| Buddhistische Zeitrechnung | 1069/70 (südlicher Buddhismus); 1068/69 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) |
| Chinesischer Kalender | 53. (54.) Zyklus
Jahr des Feuer-Pferdes 丙午 (am Beginn des Jahres Holz-Schlange 乙巳) |
| Jüdischer Kalender | 4286/87 (23./24. September) |
| Koptischer Kalender | 242/243 |
| Römischer Kalender | ab urbe condita MCCLXXIX (1279)
Diokletianische Ära: 242/243 (Jahreswechsel November) |
| Seleukidische Ära | Babylon: 836/837 (April)
Syrien: 837/838 (Oktober) |
| Spanische Ära | 564 |
| Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) | 582/583 (Jahreswechsel April) |
Im Jahr 526 erlebt das Ostgotenreich durch den Tod seines Herrschers Theoderich des Großen eine massive Schwächung. Sein zehnjähriger Enkel Athalarich tritt unter der Regentschaft seiner Mutter Amalasuntha die Nachfolge an.
Ereignisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Politik und Weltgeschehen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Germanische Reiche in Europa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Papst Johannes I. stirbt am 18. Mai in Ravenna, wenige Tage, nachdem er von Ostgotenkönig Theoderich dem Großen eingekerkert worden ist, an den Folgen der Haft. Grund der Inhaftierung war, dass die Reise Johannes’ nach Konstantinopel, wo er im Auftrag Theoderichs Kaiser Justin I. zu einer arianerfreundlicheren Politik bewegen sollte, fehlgeschlagen ist. Der aus Samnium stammende Felix III. wird nach zweimonatiger Sedisvakanz am 12. Juli sein Nachfolger als Bischof von Rom.

Am 30. August stirbt Theoderich der Große, der als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der spätantiken Völkerwanderungszeit gilt, sein Mausoleum ist zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch nicht zur Gänze fertiggestellt. Theoderichs zehnjähriger Enkel Athalarich tritt unter der Regentschaft seiner Mutter Amalasuntha die Nachfolge an, was einen Bruch der ostgotischen Tradition darstellt, dass der Regent ein Mann sein müsse. Das ostgotische Reich wird durch Theoderichs Tod stark geschwächt und wird wenige Jahre später von Ostrom erobert. Die mit den Ostgoten verbündeten Reiche der Burgunden und der Thüringer fallen bald darauf an die Franken.
- 526/527: Amalarich, König des Westgotenreichs, heiratet die fränkische Prinzessin Chlothilde, eine Tochter von Chlodwig I. und Chrodechild.
Römisch-Persische Kriege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es kommt zu einem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen dem Oströmischen Reich und den persischen Sassaniden, da der persische Großkönig Kavadh I. im christlichen Iberien (dem heutigen Georgien) die zoroastrische Religion durchsetzen will. Der iberische König Gurgenes bittet daraufhin Kaiser Justin I. um Hilfe. Der folgende Krieg konzentriert sich auf die Kaukasusregion sowie auf den mesopotamischen Grenzraum. Auch das kleine Reich Lasika ist Gegenstand der Kampfhandlungen.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- um 525/526: Theuderich I. erhebt Nicetius als Nachfolger des verstorbenen Abrunculus zum Bischof von Trier.
Katastrophen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Erdbeben in Antiochia in Syrien tötet am 20. Mai mindestens 250.000 Menschen und zerstört so gut wie alle Gebäude der Stadt. Nach dem Erdbeben folgt ein Feuer, das die verbliebenen Häuser und vor allem die von Konstantin I. erbaute Hauptkirche der Stadt, die „Große Kirche“ mit ihrer goldenen Kuppel, vernichtet. Auch Seleukeia Pieria, der Hafen der Stadt, wird angeblich zerstört. Das von verschiedenen Historikern überlieferte Beben gehört zu den schwersten dokumentierten Erdbeben. Es gibt Nachbeben bis zum 29. Mai.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Mai wird auch die illyrische Stadt Lychnidos am Ohridsee von einem Erdbeben vollkommen zerstört, viele Menschen kommen ums Leben.
Gestorben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Todesdatum gesichert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 18. Mai: Johannes I., Papst
- 30. August: Theoderich der Große, König der Ostgoten
Gestorben um 526
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- um 524/525/526: Boëthius, römischer Gelehrter, Politiker, neuplatonischer Philosoph und Theologe (* 480/485)
- um 525/526: Quintus Aurelius Memmius Symmachus, römischer Staatsmann und Philosoph
- um 525/526: Abrunculus, Bischof von Trier, Heiliger der katholischen Kirche


